Aufgabe dieser Arbeit ist es, die Vertrags- und Staatskonzeption des Thomas Hobbes zunächst möglichst detailliert darzustellen und in den Gesamtzusammenhang der politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kontroversen in England im 17. Jahrhundert einzuordnen. In einem zweiten Punkt wird ein Vergleich der politischen Vorstellungen Hobbes’ mit denen der beiden anderen bedeutenden Vertragstheoretiker John Locke und Jean-Jacques Rousseau angestrebt. Abschließend soll anhand der Sekundärliteratur diskutiert werden, welche Vorzüge und Schwachstellen die Lehre des Thomas Hobbes insbesondere in Hinblick auf die übermächtige Stellung des Souveräns aufweist und inwiefern es sich bei der von ihm entwickelten Konzeption um die Konstituierung einer liberalen, absolutistisch-autoritären oder aber totalitären Herrschaft handelt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Gesellschafts- und Staatskonzeption des Thomas Hobbes
- Philosophische Grundlagen
- Hobbes' Vorstellungen vom Gesellschaftsvertrag und vom Staat
- Die Situation in England im 17. Jahrhundert
- Politische und religiöse Kontroversen
- Bedeutende Gegenpositionen zu Thomas Hobbes
- Philosophische Gegenpositionen
- Religiöse Gegenpositionen
- Politische Gegenpositionen
- Vergleich der Vertrags- und Staatskonzeptionen von Thomas Hobbes und John Locke
- Vergleich der Vertrags- und Staatskonzeptionen von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau
- Hobbes' Gesellschaftsvertrag in der Kritik
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Gesellschafts- und Staatskonzeption von Thomas Hobbes, betrachtet diese im Kontext der politischen, religiösen und gesellschaftlichen Verhältnisse in England im 17. Jahrhundert und vergleicht sie mit den Ansichten von John Locke und Jean-Jacques Rousseau. Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der Hobbes'schen Lehre zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf die übermächtige Stellung des Souveräns, und die Frage zu klären, ob seine Konzeption eine liberale, absolutistisch-autoritäre oder totalitäre Herrschaft darstellt.
- Die Gesellschafts- und Staatskonzeption von Thomas Hobbes im historischen Kontext
- Der Gesellschaftsvertrag und die Rolle des Souveräns
- Vergleich mit den Vertrags- und Staatskonzeptionen von John Locke und Jean-Jacques Rousseau
- Kritik an der übermächtigen Stellung des Souveräns
- Die Charakterisierung der Hobbes'schen Staatskonzeption
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Bedeutung des Friedens sowie die Gefährdung desselben im Kontext des "Krieges aller gegen alle" heraus. Sie skizziert Thomas Hobbes' Lebensumfeld und die Herausforderungen, die ihn zur Entwicklung seiner Vertrags- und Staatskonzeption trieben.
Das zweite Kapitel widmet sich Hobbes' Gesellschafts- und Staatskonzeption. Es beleuchtet die philosophischen Grundlagen, die den Menschen als Materie in Bewegung und als "agierender und reagierender Mechanismus" betrachten, und beschreibt Hobbes' Vorstellungen vom Gesellschaftsvertrag und vom Staat. Der Naturzustand, in dem Menschen aufgrund ihrer Selbsterhaltungsinstinkte in ständiger Angst vor Bedrohung leben, wird dargestellt und die Notwendigkeit einer einschränkenden Macht zur Rettung aus diesem Zustand betont. Der Souverän, der die Macht aller Bürger innehat, wird als "größte menschliche Macht" beschrieben.
Das dritte Kapitel beleuchtet die Situation in England im 17. Jahrhundert, insbesondere die politischen und religiösen Kontroversen, die Hobbes' Gesellschaftskonzeption beeinflussten. Es werden auch Gegenpositionen zu Hobbes' Ansichten aus philosophischer, religiöser und politischer Sicht vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen der Arbeit sind: Thomas Hobbes, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Souverän, Krieg aller gegen alle, Macht, Selbsterhaltung, Freiheit, Liberalismus, Absolutismus, Totalitarismus, politische Philosophie, England, 17. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Thomas Hobbes' Gesellschaftsvertrag?
Der Vertrag dient der Beendigung des "Krieges aller gegen alle" im Naturzustand. Menschen übertragen ihre Rechte an einen souveränen Herrscher, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.
Wie definiert Hobbes den Naturzustand?
Als einen Zustand ohne staatliche Ordnung, in dem der Mensch dem Menschen ein Wolf ist (homo homini lupus) und ständige Angst vor gewaltsamem Tod herrscht.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Hobbes und Locke?
Während Hobbes für einen absolutistischen Souverän plädiert, betont Locke die Gewaltenteilung, den Schutz des Eigentums und das Recht auf Widerstand gegen Tyrannei.
Ist Hobbes' Staatsmodell totalitär?
Die Arbeit diskutiert, ob die übermächtige Stellung des Souveräns als absolutistisch-autoritär oder bereits als totalitär einzustufen ist, wobei auch liberale Elemente zur Friedenssicherung betrachtet werden.
Welche Rolle spielt die Selbsterhaltung in Hobbes' Philosophie?
Die Selbsterhaltung ist das oberste Ziel und der rationale Grund, warum Individuen bereit sind, ihre Freiheit teilweise aufzugeben und sich einem Staat zu unterwerfen.
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- Kirsten Petzold (Autor), 2005, Thomas Hobbes' Gesellschaftsvertrag in der Kritik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438641