In meiner Arbeit habe ich das Engagement von Tageszeitungsverlagen auf dem deutschen Online-Stellenmarkt untersucht. Dabei habe ich insbesondere ihre Kooperationen untereinander und mit branchenfremden Anbietern von Online-Stellenanzeigen analysiert.
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Selbst wenn dieses übertrieben wirkende Zukunftsszenario Zerdicks in letzter Konsequenz nicht eintreffen sollte, steht seit der letzten Jahrtausendwende fest, dass die Zeiten, in denen Printmedien noch die ausschließliche Domäne von Stellenanzeigen darstellten, der Vergangenheit angehören.
Unlängst haben sich insbesondere branchenfremde Akteure im Internet-
Stellenmarkt etablieren können, welche den klassischen Verlagen in vielerlei Hinsicht überlegen sind und somit auch eine ökonomische Bedrohung für sie darstellen. Zu den Vorteilen dieser Akteure gehören die großen Kontingente an meist günstigeren Stellenanzeigen, ihre komfortablen Suchmöglichkeiten sowie ihre zahlreichen Serviceangebote im Bereich Personalauswahl und Bewerbung.
Insbesondere Tageszeitungsverlage mussten durch diese Konkurrenz bereits große Einbußen im Bereich der Anzeigenaufträge im Stellengeschäft hinnehmen.
Um die verlorenen Anteile nach Möglichkeit zurück zu gewinnen und im
Wettbewerb mit ihren Online-Konkurrenten weiterhin bestehen zu können, agieren mittlerweile zahlreiche Tageszeitungsverlage selbst auf dem Online-Stellenmarkt. Dabei schließen sich viele unter ihnen auf unterschiedliche Weise zusammen, um durch ihre Zusammenarbeit zum einen Kosten zu sparen und zum anderen mit der Zusammenlegung ihrer Kontingente größere, kritische Massen an Anzeigen sowie größere Gesamt-Reichweiten zu erzielen (vgl. BDZV 2005a).
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Stellenanzeigen als Kerngeschäft von Tageszeitungsverlagen
- 2.1. Zur finanziellen Bedeutung des Anzeigengeschäftes für Verlage von Tageszeitungen
- 2.2. Das lukrative Stellengeschäft
- 3. Die Krise der Zeitungs-Stellenmärkte
- 3.1. Dramatischer Einsturz im Stellengeschäft
- 3.2. Strukturelle Verschiebungen im Stellenmarkt
- 3.3. Online-Stellenbörsen als Treiber des Strukturwandels
- 3.4. Das Abwandern der Stellenanzeigen ins Internet
- 4. Die Reaktionen der Zeitungsverlage
- 4.1. Neupositionierung des Print-Stellenmarktes
- 4.2. Printgeprägtes Engagement auf dem Stellenmarkt im Internet
- 4.3. Strategisches Investment im Online-Stellenmarkt
- 5. Strategische Kooperationen im virtuellen Stellengeschäft
- 5.1. Kooperation als Wettbewerbsstrategie
- 5.2. Verlagskooperationen ohne Kapitalbindungen
- 5.3. Verlagskooperationen mit Kapitalbindungen
- 5.4. Der Erfolg von Kooperationsstrategien im Online-Stellengeschäft
- 6. Zielsetzung der empirischen Untersuchung
- 7. Methodisches Vorgehen
- 7.1. Die Inhaltsanalyse als Methode der Wahl
- 7.2. Bestimmung der Analyseeinheiten und des Untersuchungszeitraums
- 7.3. Entwicklung der Kategoriensysteme und Durchführung der Untersuchung
- 8. Ergebnisse für die Untersuchung der Kooperationen
- 8.1. Die Kooperationen der einzelnen Titel
- 8.2. Die Betreiber und vertraglichen Kooperationen der von Tageszeitungen betriebenen Online-Stellenbörsen
- 8.3. Die Mitglieder der Kooperationsnetzwerke
- 9. Ergebnisse für die Erfolgsbewertung der verschiedenen Kooperationsstrategien
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Engagement von Tageszeitungsverlagen auf dem deutschen Online-Stellenmarkt und analysiert deren Kooperationsstrategien. Im Mittelpunkt steht die Reaktion der Verlage auf den Strukturwandel im Stellenmarkt durch den Aufstieg von Online-Stellenbörsen.
- Finanzielle Bedeutung des Stellenanzeigengeschäftes für Tageszeitungsverlage
- Krise der traditionellen Stellenmärkte und der Übergang ins Online-Geschäft
- Kooperationsstrategien von Verlagen im Online-Stellenmarkt
- Analyse verschiedener Kooperationsmodelle (mit und ohne Kapitalbindung)
- Erfolgsbewertung der unterschiedlichen Kooperationsstrategien
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 dient als Einleitung. Kapitel 2 beleuchtet die Bedeutung des Stellenanzeigengeschäftes für Tageszeitungsverlage und dessen finanzielle Relevanz. Kapitel 3 beschreibt die Krise der traditionellen Zeitungs-Stellenmärkte, den Strukturwandel und die Rolle der Online-Stellenbörsen. Kapitel 4 analysiert die Reaktionen der Verlage auf diese Entwicklungen, inklusive Neupositionierung im Printbereich und Engagement im Online-Bereich. Kapitel 5 untersucht verschiedene strategische Kooperationen im Online-Stellenmarkt, differenziert nach Kooperationsmodellen. Kapitel 6 beschreibt die Zielsetzung der empirischen Untersuchung, Kapitel 7 die Methodik, inklusive der Inhaltsanalyse. Kapitel 8 präsentiert Ergebnisse zur Untersuchung der Kooperationen. Kapitel 9 widmet sich der Erfolgsbewertung der verschiedenen Kooperationsstrategien.
Schlüsselwörter
Tageszeitungsverlage, Online-Stellenmarkt, Stellenanzeigen, Kooperationen, Strukturwandel, Online-Stellenbörsen, Wettbewerbsstrategie, Kapitalbindung, empirische Untersuchung, Inhaltsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Warum engagieren sich Zeitungsverlage verstärkt im Online-Stellenmarkt?
Durch den Aufstieg branchenfremder Online-Stellenbörsen erlitten Tageszeitungen massive Einbußen im lukrativen Anzeigengeschäft und müssen sich nun digital neu positionieren.
Welche Vorteile haben reine Online-Stellenbörsen gegenüber Printmedien?
Sie bieten größere Kontingente an günstigeren Anzeigen, komfortable Suchfunktionen sowie Serviceangebote für Personalauswahl und Bewerbung.
Welche Arten von Kooperationen schließen Verlage im Netz?
Unterschieden wird zwischen strategischen Verlagskooperationen ohne Kapitalbindung und solchen mit Kapitalbindung, um Kosten zu sparen und Reichweiten zu bündeln.
Was ist das Ziel der empirischen Untersuchung in dieser Arbeit?
Mittels Inhaltsanalyse werden die Kooperationen einzelner Zeitungstitel und die Erfolgsfaktoren verschiedener Netzwerkstrategien im Online-Stellengeschäft bewertet.
Wie wichtig ist das Stellengeschäft finanziell für Tageszeitungen?
Stellenanzeigen gelten traditionell als Kerngeschäft und lukrative Einnahmequelle, deren Wegbrechen die finanzielle Basis vieler Verlage bedroht.
Was versteht man unter "kritischer Masse" bei Anzeigenportalen?
Es bezeichnet die notwendige Menge an Anzeigen, die ein Portal attraktiv für Suchende macht. Kooperationen helfen Verlagen, diese Masse durch Zusammenlegung ihrer Bestände zu erreichen.
- Arbeit zitieren
- M.A. Ariane Maria Hoffmann (Autor:in), 2007, Kooperationen im Stellengeschäft: Das Engagement von Tageszeitungsverlagen auf dem deutschen Online-Stellenmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186649