Der Begriff Europa ist in der heutigen Zeit omnipräsent. Er dient als bloße Bezeichnung des Kontinents, aber auch als Ausdruck politischer und kultureller Zusammengehörigkeit. Trotz der vielen Unterschiede der einzelnen Nationen existiert durch politische Konstruktionen, wie die EU, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Dabei sind sowohl die wahrhaftige Existenz einer solchen Zusammengehörigkeit, die in manchen Theorien bis zur Staatlichkeit ausgeweitet wird, als auch die Grenzen dieses Gebiets ein großes Diskussionsfeld. Doch wie weit geht die Geschichte des Europabegriffs zurück? Wie und wie oft verwendeten Autoren des Mittelalters diesen Begriff? Und wo zogen sie die Grenzen? War Europa nur Kontinent oder auch ein politischer Ausdruck? Welche anderen Begriffe wurden auch verwendet? Ziel dieser Arbeit wird es sein, einen Überblick über die wichtigsten Autoren des Mittelalters zu geben, die diesen Begriff verwendet haben.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einführung in das Thema
- Europabegriff in der Antike
- „Europa\" im frühen Mittelalter
- Isidor von Sevilla, Japhet und die Scytia
- Die Mozarabische Chronik
- Die Zeit Karls des Großen und der Karolinger
- Die Zeit der Ottonen
- „Europa\" im Hochmittelalter
- „Europa\" im späten Mittelalter
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über die Verwendung des Europabegriffs bei mittelalterlichen Autoren zu geben. Sie untersucht die verschiedenen Definitionen und Grenzen von "Europa" in der Antike und im Mittelalter, wobei die Entwicklung des Begriffs von der geographischen Bezeichnung bis hin zu einem politischen Ausdruck verfolgt wird.
- Entwicklung des Europabegriffs in der Antike und im Mittelalter
- Geographische Grenzen und ihre Veränderungen
- Politische Konnotationen des Europabegriffs
- Einfluss mythologischer und biblischer Erzählungen
- Vergleichende Analyse verschiedener Autoren und Perspektiven
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Einführung in das Thema: Die Einleitung stellt die Relevanz des Europabegriffs in der heutigen Zeit dar und führt in die Problematik der Definition und Grenzen von "Europa" ein. Sie skizziert die Epochen, die in dieser Arbeit behandelt werden, und benennt die wichtigsten Quellen und Autoren.
- Europabegriff in der Antike: Dieses Kapitel beleuchtet den Europabegriff in der antiken griechischen Mythologie, insbesondere die Sage von Európe und Zeus. Es geht auf die geographischen Grenzen und ihre Interpretation durch verschiedene antike Autoren ein, wobei auch die Rolle des Tanais (Don) als mögliche Grenze zwischen Europa und Asien diskutiert wird.
- „Europa\" im frühen Mittelalter: Das Kapitel untersucht die Verwendung des Europabegriffs in der Zeit des frühen Mittelalters. Es befasst sich mit Isidor von Sevilla und seiner Auslegung der biblischen Geschichte der drei Söhne Noahs in Bezug auf die Dreiteilung der Welt und auf seine Darstellung der Scytia. Es werden die karolingischen Autoren Cathwulf, Alkuin und Angilbert sowie die Zeit der Ottonen mit den Autoren Widukind von Corvey und den Quedlinburger Annalen behandelt.
- „Europa\" im Hochmittelalter: Dieses Kapitel beleuchtet die Verwendung des Europabegriffs im Hochmittelalter anhand der Werke von Adam von Bremen, Papst Urban II., Honorius Augustudonensis und Tilbury.
Schlüsselwörter (Keywords)
Europabegriff, Mittelalter, Antike, Geographie, Politik, Mythologie, Bibel, Isidor von Sevilla, Karolinger, Ottonen, Adam von Bremen, Papst Urban II., Honorius Augustudonensis, Tilbury, Alexander von Roes, Dante Alighieri, Nikolaus von Kues, Richenthal, Enea Silvio Piccolomini.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde der Begriff Europa in der Antike definiert?
In der Antike war Europa primär ein geographischer Begriff, oft verknüpft mit der griechischen Mythologie (Sage von Europa und Zeus). Die Grenzen wurden häufig am Fluss Tanais (Don) gezogen.
Welche Rolle spielte Isidor von Sevilla für das Europabild?
Isidor verknüpfte die Geographie mit der biblischen Geschichte der Söhne Noahs und ordnete Europa den Nachkommen Japhets zu, was das mittelalterliche Weltbild maßgeblich prägte.
War Europa im Mittelalter ein politischer Begriff?
Im frühen Mittelalter, insbesondere zur Zeit Karls des Großen, begann sich eine politische Konnotation zu entwickeln, die über die rein geographische Bezeichnung hinausging.
Welche Autoren des Hochmittelalters befassten sich mit Europa?
Wichtige Quellen sind die Werke von Adam von Bremen, Papst Urban II. und Honorius Augustodunensis, die Europa oft im Kontext der christlichen Ökumene sahen.
Wie veränderten sich die Grenzen Europas in mittelalterlichen Texten?
Die Grenzen waren variabel und hingen oft von der Perspektive des Autors ab, wobei religiöse Zugehörigkeit und die Abgrenzung zu Asien und Afrika zentrale Rollen spielten.
- Arbeit zitieren
- Katja Riedel (Autor:in), 2009, Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174398