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Die Antiheldin in der viktorianischen Literatur

Das Weiblichkeitsideal in Texten von Harriet Beecher Stowe und Louisa May Alcott

Title: Die Antiheldin in der viktorianischen Literatur

Thesis (M.A.) , 2009 , 95 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Claudia Schraut (Author)

American Studies - Literature
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Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Untersuchung der Frauenfiguren folgender Texte: Harriet Beecher Stowes Gesellschaftsroman 'My Wife and I or, Harry Henderson’s History' (1871) und Louisa May Alcotts Kurzgeschichte 'Behind a Mask' (1866). Ziel ist es, eine möglichst große Vielfalt an verschiedenen Bildern von Weiblichkeit darzustellen. Es gilt herauszufinden, ob sich bestimmte Frauentypen aus diesen Figuren ableiten lassen, und ob es unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten eines bestimmten Typs gab. Hierbei konzentriert sich die Untersuchung darauf, in welcher Beziehung die Frauenfiguren zum Literaturdiskurs ihrer Entstehungszeit standen; ob sie in Bezug auf ihr Wesen und ihr Verhalten gegen diesen aufbegehrten, ihn stützten oder ob auch innerhalb eines Textes Reibung zwischen diskursfestigenden und –gefährdenden Tendenzen entstand. Da die weiblichen und männlichen Figuren zueinander in Beziehung stehen und einander teilweise stark beeinflussen, finden auch Protagonisten Erwähnung, die den Diskurs der Geschlechterdifferenz in Frage stellen oder unterminieren.
Im zweiten Kapitel wird zusammengefasst, auf welchen Vorstellungen und Überzeugungen sich das Weiblichkeitsideal im viktorianischen Amerika des neunzehnten Jahrhunderts hauptsächlich gründete. Im dritten Kapitel erläutere ich die theoretischen Hintergründe der Untersuchung. Folgend werden die Genres domestic und sentimental fiction definiert, die auf Harriet Beecher Stowes Gesellschaftsromane My Wife and I sowie Pink and White Tyranny Bezug nehmen, und mit denen sich im fünften und sechsten Kapitel befasst wird.
Der eingangs erwähnte Text von Louisa May Alcott ist nicht nur ein Beispiel für das Aufeinandertreffen von verschiedenen Weiblichkeitskonzepten, die sich auseinander entwickeln; er gibt auch Hinweise darauf, dass Alcott bestimmte Texte von den hier behandelten Autorinnen kannte. So war Harriet Beecher Stowes little Eva aus Uncle Tom’s Cabin Vorbild für die Figur der Beth (Vgl. Fiedler 114). Dies ist ein Zeichen dafür, dass die englischsprachigen Autorinnen in Beziehung zueinander standen und einander beeinflussten, indem sie sich gegenseitig lasen. Nach einigen Erläuterungen zum Genre Sensation Fiction wird die Protagonistin von 'Behind a Mask' in Kapitel 7.1 untersucht.
Im zehnten Kapitel werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst.
Der Anhang befasst sich mit Bildern der Maler Robert Reid, Edward Burne-Jones und Horace Vernet, die ich den Texten in Beziehung stelle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauenideale im viktorianischen Amerika

3. Theorie

4. Frauenliteratur? Domestic und Sentimental Novel

5. Harriet Beecher Stowes New York-Romane

5.1 Die Funktion des Erzählers in My Wife and I

5.2 Stowes Cult of True Motherhood: Harrys Mutter in Highland

5.3 Audacia Dangyereyes

5.4 Ida und Caroline

5.5 Eva Van Arsdel

6. Pink and White Tyranny: A Society Novel

6.1 Lillie

7. Sensational Fiction

7.1 Jean Muir

8. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Repräsentation und Vielfalt von Frauenfiguren in ausgewählten literarischen Werken des 19. Jahrhunderts, um zu ergründen, inwieweit diese Figuren das zeitgenössische viktorianische Weiblichkeitsideal stützten, hinterfragten oder subversiv unterwanderten. Im Fokus steht dabei die Spannung zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und den persönlichen Ambitionen der Protagonistinnen sowie die Rolle der Autorinnen im Kontext des zeitgenössischen Literaturdiskurses.

  • Weiblichkeitsideale im viktorianischen Amerika und der "Cult of True Womanhood".
  • Die Analyse der Genres Domestic Novel, Sentimental Fiction und Sensational Fiction.
  • Die Funktion männlicher Erzähler als didaktisches Instrument in Harriet Beecher Stowes Werken.
  • Die Rolle der "Antiheldin" als Gegenbild zur traditionellen viktorianischen Frauengestalt.
  • Weibliche Handlungsspielräume und Selbstbestimmung im Spannungsfeld von Ehe und Beruf.

Auszug aus dem Buch

Die Funktion des Erzählers in My Wife and I

Im ersten Kapitel des Buches macht der fiktive Autor, Erzähler und vermeintliche Protagonist Harry Henderson deutlich, wovon die Erzählung handelt, nämlich „simply and mainly of love and marriage“ (MWI 4). Die Ehe als älteste und ehrwürdigste christliche Verbindung überhaupt symbolisiert „something sacred as religion, indissoluble as the soul, endless as eternity“ und repräsentiert Gottes erlösende, ewige Verbindung mit der Seele des Menschen (MWI 4). Alle Menschen, die wahrhaft geliebt haben, haben ihre persönliche „poetry of existence“ (MWI 4) erlebt und können so das Thema des Romans leicht nachvollziehen: Es ist die alte Geschichte Adams, „stupid, desolate, and lonely without Eve; and how he sought and how he found her“ (MWI 4). Diese biblische Geschichte erscheint dem Erzähler als Summe und Substanz aller Romanzen, die jemals geschrieben wurden. Da jede Generation neue Adams und Evas hervorbringt, ist er sich sicher, dass es nicht an mitfühlenden Zuhörern mangeln wird (Vgl. MWI 4). Durch diese einleitenden Worte wird der Inhalt des Romans moralisch erhöht und an das Gefühl der Leser appelliert, um Interesse für die Geschichte zu wecken.

Folgend stellt sich der Erzähler namentlich sowie als „plain Yankee boy from the mountains of New Hampshire, and at present citizen of New York“ (MWI 4) vor. Harry erzählt seine Lebensgeschichte als „a young American man’s progress toward matrimony“ (MWI 5), er ist also Teil der jungen Generation von Evas und Adams, die zuvor als narratees konstruiert wurden. Der Ausdruck „progress toward matrimony“ deutet zudem auf zwei Eigenschaften des Romans hin: Zum einen wird der zuvor beschriebene heilige Status der Ehe bekräftigt, in dem Heirat als Fortschritt zur persönlichen Verbesserung und als Lebensziel schlechthin dargestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Antiheldin anhand von Alcotts Little Women und Definition der zentralen Fragestellung bezüglich Weiblichkeitsidealen.

2. Frauenideale im viktorianischen Amerika: Darstellung der historischen Entwicklung des Cult of True Womanhood und der Ideologie der getrennten Lebensbereiche (separate spheres).

3. Theorie: Erläuterung des theoretischen Rahmens, insbesondere des New Historicism, zur Untersuchung von Literatur im historischen Kontext.

4. Frauenliteratur? Domestic und Sentimental Novel: Definition und kritische Hinterfragung der Genres und deren Einordnung in den zeitgenössischen Literaturdiskurs.

5. Harriet Beecher Stowes New York-Romane: Detaillierte Analyse von Stowes Werken, ihrer Erzählweise und der verschiedenen Frauenfiguren, von der vorbildhaften Mutter bis hin zur radikalen Feministin.

6. Pink and White Tyranny: A Society Novel: Untersuchung der Figur der Lillie und ihrer Rolle als Kontrast zum traditionellen Ideal der True Woman.

7. Sensational Fiction: Analyse der Merkmale der Sensational Fiction sowie der Rolle der Gouvernante Jean Muir als ambivalente Figur.

8. Schluß: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Möglichkeiten von Autorinnen, Geschlechterrollen zu hinterfragen und neue Handlungsspielräume zu schaffen.

Schlüsselwörter

Viktorianische Literatur, Antiheldin, Cult of True Womanhood, Harriet Beecher Stowe, Louisa May Alcott, Domestic Novel, Sentimental Fiction, Sensational Fiction, Geschlechterrolle, Weiblichkeitsideal, New Historicism, Emanzipation, separate spheres, Literaturdiskurs, Frauenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauenfiguren in der viktorianischen Literatur und untersucht, wie Autorinnen dieser Zeit mit den dominierenden Weiblichkeitsidealen umgingen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Rolle der Frau in der amerikanischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, den Einfluss der Industrialisierung auf die Geschlechterrollen und die moralischen Diskurse der damaligen Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, eine Vielfalt an Frauenbildern aufzuzeigen und zu prüfen, ob sich diese Figuren als Stützen oder als subversives Korrektiv zum zeitgenössischen Weiblichkeitsideal einordnen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze des New Historicism, um die Texte nicht als isolierte Werke, sondern als Teil eines historischen, sozialen und diskursiven Gefüges zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden exemplarisch Romane von Harriet Beecher Stowe, Louisa May Alcott und Mary Elizabeth Braddon untersucht, um die Handlungsspielräume und Selbstverständnisse der weiblichen Figuren zu beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem True Womanhood, Separate Spheres, Domestic Fiction, Geschlechterdifferenz und Emanzipation.

Warum spielt Harriet Beecher Stowe eine zentrale Rolle?

Stowe ist die Hauptautorin der untersuchten Gesellschaftsromane und dient als Fallbeispiel für eine etablierte Schriftstellerin, die trotz eigener Überzeugungen zur Geschlechterdifferenz ein komplexes Bild der Frau in der Moderne entwirft.

Wie unterscheidet sich Audacia Dangyereyes von anderen Frauenfiguren?

Audacia wird als eine Art "Antiheldin" dargestellt, die gesellschaftliche Konventionen ignoriert, wirtschaftlich unabhängig agiert und somit eine radikale Abkehr vom viktorianischen Frauenideal verkörpert.

Welche Bedeutung hat die Figur der Gouvernante Jean Muir?

Jean Muir ist eine ambivalente Figur der Sensational Fiction, die durch ihre Intelligenz und Schauspielkunst soziale Grenzen überschreitet und das starre Klassensystem sowie patriarchale Strukturen herausfordert.

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Details

Title
Die Antiheldin in der viktorianischen Literatur
Subtitle
Das Weiblichkeitsideal in Texten von Harriet Beecher Stowe und Louisa May Alcott
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für England- und Amerikastudien )
Grade
1,7
Author
Claudia Schraut (Author)
Publication Year
2009
Pages
95
Catalog Number
V141083
ISBN (eBook)
9783640501816
ISBN (Book)
9783640501724
Language
German
Tags
Gender Studies Harriet Beecher Stowe Louisa May Alcott Geschlechterforschung Geschlechtsdiskurs We And Our Neighbors Behind A Mask My Wife and I Weiblichkeitsideal Frauenliteratur Domestic Fiction Angel in the House New Woman Victoria Woodhull Viktorianische Literatur American Women Studies Sensational Fiction Sensationsliteratur Geschlechterdifferenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Schraut (Author), 2009, Die Antiheldin in der viktorianischen Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141083
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