Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen dem postkolonialen Diskurs und dem Konzept der „Weltliteratur“. Der Postkoloniale Diskurs ist ein sich seit Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelter Gegendiskurs und versteht sich als eines der Modi zur Ûberwindung der Marginalisierung zunächst von den Intellektuellen und Migranten aus der „dritten Welt“ oder „Peripherie“. Der Begriff von Weltliteratur ist ein vom späten Goethe(1749-1832) geprägtes Konzept und drückt die „Zukunft- und Wunschvorstellung“ Goethes über die Weltverkehr und die Weltkommunikation aus. Bevor wir dem Verhältnis zwischen dem postkolonialen Diskurs und der Weltliteratur nachgehen, möchten wir vorausgreifend auf die Gründzüge des jeweiligen Begriffs eingehen
HAMADOU ADAMA
THEMA : Der postkoloniale Diskurs und die Weltliteratur
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen dem postkolonialen Diskurs und dem Konzept der „Weltliteratur“. Der Postkoloniale Diskurs ist ein sich seit Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelter Gegendiskurs und versteht sich als eines der Modi zur Ûberwindung der Marginalisierung zunächst von den Intellektuellen und Migranten aus der „dritten Welt“ oder „Peripherie“. Der Begriff von Weltliteratur ist ein vom späten Goethe(1749-1832) geprägtes Konzept und drückt die „Zukunft- und Wunschvorstellung“ Goethes über die Weltverkehr und die Weltkommunikation aus. Bevor wir dem Verhältnis zwischen dem postkolonialen Diskurs und der Weltliteratur nachgehen, möchten wir vorausgreifend auf die Gründzüge des jeweiligen Begriffs eingehen
Der postkoloniale Diskurs
Aus zwei Hauptgründen bildet sich der postkoloniale Diskurs heraus: die neue Lektüre des Imperialismus und ihre Folgen sowohl bei den ehemaligen Kolonisierten als auch bei der Metropole und dem Unbehagen für die Intellektuellen aus der „dritten Welt“ zum Wort zu kommen. Da die Welt auf zwei Teile des „Zentrums“ und der „Peripherie“ geteilt wird. Das Zentrum monopolisiert die Konstruktion von Wissen und spricht für die Peripherie. Das Zentrum, das hier das Abendland repräsentiert, bestimmt was Wissenschaften wären, die oft auf dem marginalisierenden kolonialen Diskurs basieren. Allerdings kommt die Mehrheit von Theoretikern des postkolonialen Diskurses aus den damaligen kolonisierten Ländern. Diese Autoren haben also nicht die Möglichkeit in den abendländischen Ländern zum Wort zu kommen oder wenn es ihnen gelingt, werden sie keine Anerkennung finden, obwohl sie eminenten Wissenschaftler wie ihre okzidentalischen Kollegen sind. Dort herrscht der diskriminierende und einseitige Diskurs der Metropole über die Welt vor. Dieser Diskurs verfährt mit binären Oppositionen, die “ein Denken mit klaren Dichotomien, mit klaren Polaritäten, mit klaren unverrückbaren Identitäten[1],so David Simo, die ermöglichen, zwischen den Gute und den Bösen klar erkennbaren ‚Linien’ in den Sand zu ziehen“[2] Die Theoretiker des postkolonialen Diskurses stützen sich auf ihre Erfahrungen der Kolonisation und des Imperialismus, um die bis dahin konstruierten Wissen hinzufragen.
Die neue Lektüre des Imperialismus führt zu der Erkenntnis, dass es gegenseitige Einflüsse zwischen den Kolonisierenden und den Kolonisierten gegeben hatte. Für die Theoretiker des postkolonialen Diskurses hatte der Imperialist nicht einseitig gegen die kolonisierten Völker ohne Leistung des Widerstandes seitens dieser Völker agiert. Es handelt sich vielmehr um „Interaktion zwischen Angehörigen und Nachfahren ehemals kolonisierter Völker und ehemaliger Kolonialherren“[3].“ Die heutige globalisierte Welt ist also das Resultat dieser gemeinsamen Konstruktion der Geschichte. Achille Mbembe spricht von der „Co-Constitution“.In einem Interview erklärt er dieser Tatbestand mit diesen Wörtern:
[...]
[1] Vgl. David Simo, Subjektposition im Zeitalter der Globalisierung. Postkoloniale Ansätze, unveröffentliches Manuskript.
[2] Stuart Hall,Wann gabt es „das Postkoloniale“? in: Rassismus und kulturelle Identität, Ausgewählte Schriften 2. Hrsg und übersetzt von Ulrich Mehlen u.a. „Argument-Sonderband“ Neue Folge, Band 226, Hamburg, 1994, S.17, Zitiert nach David Simo.
[3] Michael Hoffmann, Interkulturelle Literaturwissenschaft. Eine Einführung, Stuttgart, Wilhelm Frink Verlag, 2006, S.27.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der postkoloniale Diskurs?
Ein Gegendiskurs zur Überwindung der Marginalisierung der "Dritten Welt", der die Folgen des Imperialismus und einseitige abendländische Wissenskonstruktionen hinterfragt.
Wer prägte den Begriff der "Weltliteratur"?
Der Begriff wurde vom späten Johann Wolfgang von Goethe geprägt und drückt seine Vision von globaler Kommunikation und literarischem Austausch aus.
Was bedeutet "Zentrum" und "Peripherie" im postkolonialen Kontext?
Das "Zentrum" (Abendland) monopolisiert oft das Wissen, während die "Peripherie" (ehemals kolonisierte Länder) marginalisiert wird und kaum zu Wort kommt.
Was versteht Achille Mbembe unter "Co-Constitution"?
Die Erkenntnis, dass die heutige globalisierte Welt das Resultat einer gemeinsamen, interaktiven Geschichte von Kolonisierern und Kolonisierten ist.
Welches Ziel verfolgt der postkoloniale Diskurs in der Literatur?
Er möchte binäre Oppositionen und klare Dichotomien ("Wir" gegen "Die Anderen") auflösen und die Anerkennung nicht-westlicher Intellektueller fördern.
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- Hamadou Adama (Author), 2009, Der postkoloniale Diskurs und die Weltliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137142