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Kommunikative Gattungen in der institutionellen Kommunikation

Eine emplarische Analyse der defensiven Strategien der Zeugen in der Zeugenbefragung vor Gericht

Título: Kommunikative Gattungen in der institutionellen Kommunikation

Trabajo Escrito , 2007 , 27 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Lydia Prexl (Autor)

Medios / Comunicación - Otros
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In Zeiten einer stets schneller und komplizierter werdenden Welt greift der Mensch zunehmend auf institutionalisierte Prozesse, d.h. auf vorgefertigte Muster zurück, welche Orientierung und somit Entlastung bieten. Dies ist gerade angesichts der viel-fältigen sozialen Interaktionen von hoher Relevanz. Luckmann und Berger stellen fest: „Alles menschliche Tun ist dem Gesetz der Gewöhnung unterworfen.“ Nach Aussage der Wissenschaftler verfestigen sich sämtliche menschliche Handlungen bei häufiger Wiederholung zu Modellen, die für das Individuum wie auch die Gesellschaft eine Er-leichterung darstellen. Die Handlungen werden habitualisiert und der Einzelne durch die Gewöhnung von der „Bürde der Entscheidung“ befreit. Jeder Mensch verfügt somit über einen Wissensvorrat an Mustern und Modellen, welche das Handeln in eine be-stimmte Richtung lenken und Gesellschaft und Kommunikation erst ermöglichen.
Einen Bestandteil dieses gemeinsamen, wenn auch interkulturell unterschiedlichen Wissensvorrats bilden die so genannten kommunikativen Gattungen, welche im Mit-telpunkt dieser Arbeit stehen. Es soll versucht werden, dass Konzept der Kommunika-tiven Gattungen mit dem Konzept der institutionellen Kommunikation zu verbinden. Ziel ist, der Fragestellung nachzugehen, inwieweit kommunikative Gattungen inner-halb institutioneller Kommunikation vorkommen und welche Funktionen sie dort mög-licherweise erfüllen. Die Frage soll exemplarisch am Beispiel der Institution ‚Gericht’ beantwortet werden. Der Fokus liegt dabei auf den defensiven Strategien, auf welche Zeugen vor Gericht zurückgreifen. Hierzu wird im Folgenden zunächst in einem theore-tischen Teil auf das Konzept der Institutionellen Kommunikation und das Konzept der kommunikativen Gattungen eingegangen. Im Anschluss daran soll in einem prakti-schen Teil die Forschungsfrage anhand mehrerer Transkripte von Zeugenbefragungen beantwortet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

2. Institutionelle Kommunikation

2.1. Der Begriff der Institution

2.2. Institutionelle Kommunikation und ihre Besonderheiten

3. Der Begriff der Kommunikativen Gattung

3.1. Kommunikative Gattungen – Eine Definition

3.2. Die Funktion Kommunikativer Gattungen

3.3. Abgrenzung vom Begriff der Kommunikationsform

4. Strukturmerkmale und Strukturebenen kommunikativer Gattungen

5. Kommunikation vor Gericht – Methodische Aspekte der Datenanalyse

5.1. Die Daten

5.2. Die Methode der Konversationsanalyse

6. Kommunikation vor Gericht – Datenanalyse

6.1. Strategische Besonderheiten – Komponenten defensiver Strategien

6.1.1. Vorausschauendes Antwortverhalten

6.1.2. Herunterspielen von Sachverhalten

6.1.3. ‚Ich kann mich nicht erinnern’

6.1.4. Alternative Beschreibungen

6.2. Zwischenfazit

6.3. Formale Besonderheiten

7. Defensive Strategien = Kommunikative Gattungen?

8. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit kommunikative Gattungen innerhalb der institutionellen Kommunikation, spezifisch am Beispiel der Zeugenbefragung vor Gericht, vorkommen und welche Funktionen sie erfüllen, mit einem besonderen Fokus auf die defensiven Strategien der Zeugen.

  • Definition und Konzept der institutionellen Kommunikation
  • Theoretische Grundlagen kommunikativer Gattungen und deren Funktionen
  • Methodik der Konversationsanalyse zur Untersuchung von Gerichtsverhandlungen
  • Analyse defensiver Strategien von Zeugen (z. B. vorausschauendes Antwortverhalten, Herunterspielen)
  • Abgrenzung zwischen defensiven Strategien und eigenständigen kommunikativen Gattungen

Auszug aus dem Buch

6.1. Strategische Besonderheiten – Komponenten defensiver Strategien

Betrachten wir als Einstieg folgendes Beispiel:

Beispiel I

1 A: You saw this newspaper shop being bombed on the front of Divis Street?

2 W: Yes.

3 A: How many petrol bombs were thrown into it?

4 W: Only a couple. I felt that the window was already broken and that there

5 was part of it burning and this was a re-kindling of the flames.

6 A: What did you do at that point?

7 W: I was not in a very good position to do anything. We were under gunfire at

8 the time.

Obiges Beispiel veranschaulicht zwei Komponenten defensiven Verhaltens: Das Herunterspielen von Sachverhalten (Zeile 4) und vorausschauende Beteuerungen der Unschuld (Zeile 7-8). So beantwortet der Zeuge die Frage, wie viele Bomben geworfen wurden, nicht mit einer konkreten Zahl, wie es die Frageformulierung eigentlich erfordert. Vielmehr entgegnet er vage (‚Nur ein paar’) und bestreitet somit indirekt die Schwere des Vorfalls. Eine zweite Auffälligkeit ist die Rechtfertigung seines Handelns, welche der Zeuge streng genommen ohne Aufforderung gibt. So beteuert er auf die einfache Frage danach, was er in dem Moment getan habe, dass er nicht in der Lage gewesen sei, irgendetwas zu tun, da er und sein Team unter Beschuss standen. Der Zeuge antizipiert also im Vorfeld mögliche Anschuldigungen und versucht, diesen vorzugreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das Thema der institutionalisierten Prozesse und Definition der zentralen Fragestellung bezüglich der Funktion kommunikativer Gattungen vor Gericht.

2. Institutionelle Kommunikation: Theoretische Herleitung des Begriffs der Institution und Erläuterung der Besonderheiten institutioneller Kommunikation als zielgerichtetes Handeln.

3. Der Begriff der Kommunikativen Gattung: Darstellung der Konzepte von Luckmann sowie Günthner und Knoblauch und Abgrenzung von allgemeinen Kommunikationsformen.

4. Strukturmerkmale und Strukturebenen kommunikativer Gattungen: Untersuchung der Merkmale Verfestigung und Formalisierung sowie der strukturellen Ebenen (Binnen-, Außenstruktur und situative Realisierungsebene).

5. Kommunikation vor Gericht – Methodische Aspekte der Datenanalyse: Vorstellung der Konversationsanalyse als Untersuchungsmethode für die Zeugenbefragung und Erörterung der Besonderheiten des angloamerikanischen Rechtssystems.

6. Kommunikation vor Gericht – Datenanalyse: Analyse konkreter Strategien wie vorausschauendes Antwortverhalten, Herunterspielen, Ausweichen und formale Besonderheiten in Zeugenbefragungen.

7. Defensive Strategien = Kommunikative Gattungen?: Kritische Überprüfung, ob defensive Strategien als eigene kommunikative Gattungen klassifiziert werden können.

8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Fazit, dass defensive Strategien selbst keine Gattungen sind, aber Teil der Gattung 'Verhör' darstellen können.

Schlüsselwörter

Kommunikative Gattungen, Institutionelle Kommunikation, Zeugenbefragung, Konversationsanalyse, Defensive Strategien, Gericht, Strukturmerkmale, Formalisierung, Verfestigung, Sozialstruktur, Ethnomethodologie, Kommunikation, Institution, Verhör, Rechtfertigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Kommunikation im institutionellen Rahmen, speziell die defensiven Strategien von Zeugen in Gerichtsverhandlungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Theorie der kommunikativen Gattungen, die Analyse institutioneller Interaktion und die Anwendung der Konversationsanalyse auf juristische Daten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die beobachteten defensiven Strategien von Zeugen als eigenständige kommunikative Gattungen betrachtet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die Konversationsanalyse, um anhand von Transkripten die Interaktionsmuster in Zeugenbefragungen empirisch zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Gattungsanalyse, die methodische Einordnung und die detaillierte Analyse von Transkriptbeispielen aus Zeugenbefragungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind kommunikative Gattungen, institutionelle Kommunikation, defensive Strategien, Konversationsanalyse und Zeugenbefragung.

Warum gelten defensive Strategien laut der Autorin nicht als eigene kommunikative Gattungen?

Sie erfüllen nicht die notwendigen Kriterien der "sozial verfestigten und formalisierten Muster", da sie kontextabhängig variieren und keinem strikten Abfolgemuster folgen.

Wie lässt sich die Rolle des "Verhörs" als kommunikative Gattung definieren?

Das Verhör zeichnet sich durch definierte Rollen der Akteure, eine klare Gliederung sowie spezifische formale und sprachliche Register innerhalb der Institution Gericht aus.

Welche Bedeutung haben "alternative Beschreibungen" in der Zeugenaussage?

Sie dienen dazu, konkrete Antworten zu vermeiden und eine eigene Version der Ereignisse zu präsentieren, ohne dem Anwalt direkt zu widersprechen.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Kommunikative Gattungen in der institutionellen Kommunikation
Subtítulo
Eine emplarische Analyse der defensiven Strategien der Zeugen in der Zeugenbefragung vor Gericht
Universidad
University of Mannheim
Calificación
1,7
Autor
Lydia Prexl (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
27
No. de catálogo
V128145
ISBN (Ebook)
9783640349296
ISBN (Libro)
9783640349029
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kommunikative Gattungen Kommunikation Eine Analyse Strategien Zeugen Zeugenbefragung Gericht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lydia Prexl (Autor), 2007, Kommunikative Gattungen in der institutionellen Kommunikation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128145
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