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Kant: Über Pädagogik und Foucault: Die gelehrigen Körper, „Überwachen und Strafen“

Title: Kant: Über Pädagogik und Foucault: Die gelehrigen Körper, „Überwachen und Strafen“

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Master of Education Marc Schneider (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Nietzsche nennt den Menschen ein „nicht festgestelltes Tier“ (1) und meint, dass der größte Unterschied darin bestände, dass sich der Mensch im Gegensatz zum Tier selbst deuten könne und Kant beginnt sein Werk „Über Pädagogik“ mit den Worten: „Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muss.“(2) Der Mensch habe den drang dazu, sich immer zu „verhalten“, also wäre praktisch jede vom Menschen ausgeführte Handlung im Vorfeld überlegt, und nicht wie es eben bei den Tieren der Fall ist, aus dem Instinkt heraus entstanden.
Das Bedeutet, dass der Mensch, bevor er eine Handlung begeht, erstmal einen Plan für diese Handlung machen muss. Dieses nach Plessner (3) besondere Wesensmerkmal, auch „exzentrische Positionalität genannt“, ist ein ganz wesentliche Eigenart der menschlichen Natur überhaupt. Also muss der Mensch, nach Nietzsche gesprochen, „festgestellt“ werden und wie es Kant formulierte, „erzogen“ werden. Der Mensch würde möglicherweise durch seine fehlenden Instinkte ohne eine Erziehung anderer ebenfalls schon erzogener Menschen nicht gegen die Tiere bestehen können und somit wäre dann das Überleben der Menschen insgesamt in frage gestellt. So ist der Mensch gekennzeichnet durch die fundamentale Angewiesenheit auf den Anderen. Hier liegt einerseits die Chance in der Gemeinschaft Schritt für Schritt zur Selbstbestimmung zu gelangen, aber auch die Gefahr, dass innerhalb der erzieherischen Interaktion die letzte Stufe der Selbstgesetzgebung nicht erreicht wird. Für Kant ist der Mensch das, was der Lehrende aus ihm macht. Das zeigt den extrem hohen Stellenwert in Form der Verantwortung für das Zusammenleben der Menschen im Ganzen auf. Die Erziehung sozusagen ist eine Form von mitmenschlicher Hilfe bei der kulturellen Neuerschaffung der Gesellschaft. Ohne eine solche Hilfe ginge der Mensch unaufhaltsam körperlich und geistig zugrunde. Mit der grundsätzlichen Erziehungsbedürftigkeit ist die Verwiesenheit auf den anderen Menschen impliziert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung der beiden Werke

2.1 Kant: „Über Pädagogik“

2.2 Foucault: Die gelehrigen Körper, “Überwachen und Strafen“

3. Begriff der Aufklärung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen menschlicher Erziehung und gesellschaftlicher Machtstrukturen durch die Gegenüberstellung von Immanuel Kants pädagogischen Ansätzen und Michel Foucaults Analysen zur Disziplinargesellschaft.

  • Anthropologische Grundlagen der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen
  • Kants Konzept der Mündigkeit und Selbstbestimmung
  • Foucaults Analyse von Machttechniken und Hierarchien in Institutionen
  • Der historische Wandel von Disziplinierungsformen und gesellschaftlicher Kontrolle
  • Die Rolle der Aufklärung für moderne Erziehungs- und Gesellschaftsziele

Auszug aus dem Buch

2.2 Foucault: Die gelehrigen Körper, “Überwachen und Strafen“

In dem Werk „Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses“ von Foucault wird anhand verschiedenster Institutionen, z.B. durch die Organisationsstruktur eines Gefängnisses oder einer militärischen Kaserne, aber auch durch den Aufbau der Schulen und Krankenhäuser sowie einer Manufaktur, wie sie am Anfang der Industrialisierung beschaffen waren, die moderne Gesellschaft als Disziplinargesellschaft beschrieben und deren Gefüge, die Techniker und Wirkungsweisen der im System integrierten Gruppen und Individuen, beschrieben und bewertet.

Bei der von Foucault beschriebenen Form von gesellschaftlichem Zusammenleben zieht sich quasi das Machtgefüge durch alle Institutionen und Gruppierungen und erreicht am Ende jede einzelne Person. Somit üben die vorhandenen Machtmechanismen auf jeden Menschen einen großen Einfluss aus und verhindern jede Form von individueller, von der Allgemeinheit losgelöster, Entwickeln des Einzelnen. Nur ganz wenige können sich diesem System entziehen. Jeder ist auf eine Art und Weise in die Struktur eingegliedert und hat nicht mehr viel Spielraum, um seine persönlichen Gedanken und Ideen in die Tat umzusetzen.

Im Großen und Ganzen kann man die vorhandenen Machttechniken in wenigen übergeordnete Gruppen einteilen und jede dieser Gruppen für sich einer genaueren Betrachtung unterziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit von Erziehung basierend auf der menschlichen Instinktreduziertheit und führt in den anthropologischen Rahmen der Arbeit ein.

2. Einordnung der beiden Werke: Hier werden die Kerngedanken von Kants pädagogischem Ideal der Selbstbestimmung und Foucaults Analyse der fremdbestimmten Disziplinargesellschaft gegenübergestellt.

3. Begriff der Aufklärung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die intellektuellen Bewegungen der Aufklärung, die den Ausgang des Menschen aus der Unmündigkeit forderten.

Schlüsselwörter

Erziehung, Kant, Foucault, Pädagogik, Aufklärung, Disziplinargesellschaft, Unmündigkeit, Machttechniken, Anthropologie, Mündigkeit, Exzentrische Positionalität, Machtgefüge, Selbstbestimmung, Gesellschaft, Überwachung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung, wie der Mensch durch Erziehung geformt wird und wie gesellschaftliche Institutionen gleichzeitig durch Machtmechanismen auf das Individuum einwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die pädagogische Anthropologie bei Immanuel Kant und die soziologische Analyse von Macht und Disziplinierung bei Michel Foucault.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verknüpfung von pädagogischer Verantwortung und gesellschaftlichen Machtstrukturen zu analysieren und den Wandel des Freiheitsbegriffs von der Aufklärung bis zur modernen Disziplinargesellschaft aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophische Text- und Theorieanalyse sowie die Gegenüberstellung klassischer und postmoderner Ansätze zur Beschreibung des menschlichen Körpers und Handelns.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Auseinandersetzung mit Kants Werk „Über Pädagogik“, eine Analyse von Foucaults „Überwachen und Strafen“ sowie die Einordnung des historischen Aufklärungsbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erziehung, Mündigkeit, Disziplinargesellschaft, Machttechniken, Aufklärung und Anthropologie.

Inwiefern beeinflusst Kants Bildungsbegriff die moderne Erziehung?

Kants Forderung nach Mündigkeit und dem Gebrauch des eigenen Verstandes gilt heute als fundamentaler Grundpfeiler demokratischer Bildungsziele und der gesellschaftlichen Selbstbestimmung.

Was versteht Foucault unter einer „panoptischen Überwachung“?

Foucault beschreibt damit eine effiziente Kontrollform, in der das Individuum ständig überwacht werden kann, ohne selbst zu wissen, ob es gerade beobachtet wird, was zur Internalisierung der Normen führt.

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Details

Title
Kant: Über Pädagogik und Foucault: Die gelehrigen Körper, „Überwachen und Strafen“
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Philosophie)
Course
Transformation des Körpers
Grade
2,7
Author
Master of Education Marc Schneider (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V118641
ISBN (eBook)
9783640220649
Language
German
Tags
Kant Pädagogik Foucault Körper Strafen“ Transformation Körpers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Education Marc Schneider (Author), 2007, Kant: Über Pädagogik und Foucault: Die gelehrigen Körper, „Überwachen und Strafen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118641
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