Die Arbeit stellt den Entwurf einer Unterrichtsreihe im Fach Geschichte der 11. Klasse dar. Die SchülerInnen erarbeiten sich durch das Rollenspiel zu ‚Hart aber fair‘ unterschiedliche Antworten zur Stundenfrage und fällen ein eigenes Urteil.
Thematisch behandelt wird der Ost-West-Konflikt seit 2016 und die Ukrainekrise. Die Unterrichtsreihe befasst sich, auf sechs Stunden aufgeteilt, mit beispielsweise den folgenden Fragen zu diesem Konflikt: Die mögliche NATO-Osterweiterung in der Ukraine- Verschärfung oder Entspannung im Ost-West-Konflikt?, Brennpunkt Ukraine: Einfluss- oder Bedarfsinteressen in Ost und West?
Inhaltsverzeichnis
1. Thema
1.1 Thema der Unterrichtsreihe: Ost-West-Konflikt 2016 – ein neuer Kalter Krieg?
1.2 Thema der Unterrichtsstunde: Die Ukraine-Krise als Ausgangspunkt eines neuen Kalten Krieges?
1.3 Einbettung der Einzelstunde in die Unterrichtsreihe
2. Kompetenzen und Standards
3. Unterrichtsbedingungen
3.1 Lerngruppenanalyse
3.2 Methodische und inhaltliche Vorkenntnisse
3.3 Indivduelle Kompetenzentwicklung der Lernenden
4. Begründung des Themas
5. Didaktische Analyse des fachlich-inhaltlichen Schwerpunkts
5.1 Sachstrukturanalyse
5.2 Didaktische Reduktion
6. Begründung der Lehr- und Lernstruktur
7. Tabellarischer Verlaufsplan
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Unterrichtsentwurfs ist es, den Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe eine fundierte Urteilsbildung zur Frage zu ermöglichen, ob die aktuelle Ukraine-Krise als Auslöser für einen neuen Kalten Krieg zwischen Ost und West betrachtet werden kann. Die Unterrichtsstunde zielt darauf ab, historisches Wissen über den Kalten Krieg mit aktuellen politischen Entwicklungen zu verknüpfen, um ein tieferes Verständnis für geopolitische Konfliktstrukturen und deren Bedeutung für die Gegenwart zu entwickeln.
- Analyse und Vergleich der Merkmale des historischen Kalten Krieges (1945–1991) mit der heutigen Ukraine-Krise.
- Förderung der Urteilskompetenz durch eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit kontroversen Fachpositionen.
- Einsatz der Methode des gelenkten Rollenspiels im TV-Format „Hart aber fair“ zur Simulation diskursiver Prozesse.
- Stärkung der Medienkompetenz und Argumentationsfähigkeit durch die Transformation komplexer Sachverhalte in moderne Kommunikationsformate (Tweets).
Auszug aus dem Buch
5.1 Sachstrukturanalyse
Als im November 2013 der ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union ablehnte, fanden sich in Kiew eine Vielzahl an Ukrainerinnen und Ukrainern auf den zentralen Platz (majdan) der Unabhängigkeit in Kiew zusammen, um gegen diese Entscheidung zu demonstrieren. Letztlich führten diese Demonstrationen und Proteste zur Amtsaufgabe Janukowytsch. Allerdings wurde während der Proteste auch deutlich, dass die ukrainische Bevölkerung zwischen europaorientierten und russlandorientierten Gruppen gespalten ist.
Anschließend daran erfolgte die Ausrufung der beiden „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk durch prorussische Separatisten im Ostteil der Ukraine sowie der völkerrechtlich umstrittene Anschluss der Krim an Russland im März 2014. Insbesondere die Annexion der Krim führte zu erheblichen Störungen des Verhältnisses westlicher, europäischer Staaten und Bündnisse bzw. den USA zu Russland. Dies wird insbesondere durch politische und wirtschaftliche Sanktionen des Westens gegenüber Russland sowie der vehementen Ablehnung des Status quo auf der Krim deutlich.
„Während Moskau die Ursachen des Konfliktes unter anderem in den EU- und NATO-Osterweiterungen der vergangenen Jahre sieht, werfen die westlichen Staaten der russischen Führung vor, in Kategorien des Kalten Krieges zu denken und mit der verdeckten Unterstützung der prorussischen Separatisten sowie der geplanten ‚Eurasischen Union‘ eine aggressive Einmischungspolitik in der Ukraine zu betreiben.“
Angesichts dieser derzeitige Krise in der Ukraine wird in der politikwissenschaftlich bzw. geschichtswissenschaftlichen Auseinandersetzung zusehends die Frage aufgeworfen, ob oder inwiefern bei dieser Krise zwischen Ost und West Parallelen zu den früheren Konflikten zwischen der Sowjetunion bzw. dem Warschauer Pakt einerseits und den USA bzw. NATO andererseits vorhanden sind und ein neuer Kalter Krieg bevorsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema: Festlegung des Rahmens durch Einbettung der Unterrichtsreihe und der konkreten Fragestellung zum neuen Kalten Krieg in den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II.
2. Kompetenzen und Standards: Darlegung der fachspezifischen Kompetenzziele, insbesondere der Deutungs- und Urteilskompetenz im Rahmen des Berliner Rahmenlehrplans.
3. Unterrichtsbedingungen: Detaillierte Analyse der Lerngruppe hinsichtlich ihrer Leistungszusammensetzung sowie der methodischen und inhaltlichen Vorkenntnisse zur Vorbereitung auf das Rollenspiel.
4. Begründung des Themas: Herleitung der curricularen Legitimation und des angestrebten Gegenwarts- sowie Zukunftsbezugs für die Schülerinnen und Schüler.
5. Didaktische Analyse des fachlich-inhaltlichen Schwerpunkts: Untersuchung der historischen Sachlage zur Ukraine-Krise (Sachstrukturanalyse) und Reduktion der Komplexität für den Unterricht (didaktische Reduktion).
6. Begründung der Lehr- und Lernstruktur: Rechtfertigung des didaktischen Zugangs über Kontroversität und der Methode des gelenkten Rollenspiels zur Förderung der Urteilsbildung.
7. Tabellarischer Verlaufsplan: Detaillierte zeitliche und methodische Planung der Unterrichtsstunde mit den Phasen Einstieg, Erarbeitung und Sicherung.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Ukraine-Krise, Kalter Krieg, Ost-West-Konflikt, Rollenspiel, Urteilskompetenz, NATO-Osterweiterung, Krim-Krise, Geopolitik, Politikdidaktik, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Bipolarität, Internationale Beziehungen, Didaktische Reduktion, Kontroversität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Geschichte-Stunde in der gymnasialen Oberstufe dar, der die Frage untersucht, ob die aktuelle Ukraine-Krise als Beginn eines neuen Kalten Krieges interpretiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Ost-West-Konflikt, die politische Situation in der Ukraine, die Rolle der NATO und EU sowie der Vergleich historischer Machtstrukturen des 20. Jahrhunderts mit modernen geopolitischen Konfliktlinien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, eine eigene, argumentativ gestützte Urteilsbildung zu der kontroversen Frage eines „neuen Kalten Krieges“ zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Methodisch liegt der Schwerpunkt auf einem gelenkten Rollenspiel im Fernsehformat „Hart aber fair“, ergänzt durch die Arbeit mit Experten-Rollenkarten und die Zusammenfassung von Ergebnissen in Twitter-ähnlichen Kurznachrichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die didaktische und fachliche Analyse des Themas, eine Lerngruppenanalyse, die Begründung der Lehr- und Lernstruktur sowie einen detaillierten tabellarischen Verlaufsplan der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ukraine-Krise, Kalter Krieg, Urteilskompetenz, Multiperspektivität und politikdidaktische Methoden wie das Rollenspiel charakterisiert.
Warum wurde das Format „Hart aber fair“ für das Rollenspiel gewählt?
Das Format wurde gewählt, weil es den Schülerinnen und Schülern aus ihrem Alltag bekannt ist und eine Struktur bietet, die es ermöglicht, verschiedene kontroverse Standpunkte und Expertenperspektiven innerhalb einer Sendung geordnet darzustellen.
Welche Rolle spielen die Protokollanten in diesem Unterrichtsmodell?
Die Protokollanten haben die Aufgabe, während der Diskussion die Argumente der verschiedenen Rollenfiguren zu ordnen und an der Tafel zu visualisieren, um allen Lernenden eine strukturierte Grundlage für die anschließende Urteilsbildung zu bieten.
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- Christopher Borns (Author), 2016, Die Ukraine-Krise als Ausgangspunkt eines neuen Kalten Krieges?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987888