Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Bewertungs- und Preisbildungsprozess unter AMNOG im Hinblick auf die Versorgungsqualität von Patienten und Patientinnen mit Typ- 2- Diabetes. Ziel der Hausarbeit wird es demnach sein, die Änderungen im Gesundheitsmarkt durch das AMNOG am Beispiel dieser Erkrankung kritisch zu hinterfragen. Das AMNOG betrifft zwar auch die privaten Krankenversicherungen, die folgenden Ausführungen beschränken sich allerdings dennoch auf die GKV.
Die Entwicklung der Gesundheitsausgaben ist in Deutschland ein häufig diskutiertes Thema, sowohl in der Politik als auch in den Medien. Bei der Veranschaulichung der vollständigen Gesundheitsausgaben zeigt sich eine Verdopplung der Ausgaben, stellt man die Jahre 1992 und 2015 gegenüber. Hierbei müssen jedoch die Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung und der allgemeinen Preissteigerung mit beachtet werden. Somit haben sich nicht nur die Gesundheitsausgaben erheblich vermehrt, sondern die gesamte wirtschaftliche Leistung der Bundesrepublik Deutschland ist angestiegen.
Der Arzneimittelmarkt ist einer derjenigen Bereiche im Gesundheitssystem, der die meisten Regulationen seitens des Staates erfährt. Um einem weiteren Kostenanstieg entgegenzuwirken, trat am 01.01.2011 unter der Koalition der CDU/CSU und FDP das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) in Kraft. Es soll dazu beitragen, Menschen im Krankheitsfall die besten und wirksamsten Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Der Pharmamarkt sowie der mit ihm verbundene gesamte Gesundheitsmarkt ist unumstritten einer der größten Wachstumsmärkte der Welt. Besonders im letzten Jahrzehnt gab es vielfältige Änderungen, durch die der wirtschaftliche Druck und die staatlichen Regulierungen zugenommen haben. Im Therapiegebiet Diabetes wurden einige neue Medikamente unter AMNOG vom Markt genommen oder gar nicht eingeführt. Da die Erkrankung eine hohe Prävalenz aufweist, führt sie zu hohen Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und eignet sich für die Darstellung von Auswirkungen durch AMNOG.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Inhalte des deutschen Arzneimittelmarktes
- 2.1 Definition Arzneimittel
- 3 Grundlagen zum AMNOG
- 3.1 Hintergrund und Zielsetzung vom AMNOG
- 3.2 Die Grundzüge der Preisfindung
- 4 Die Auswirkungen vom AMNOG auf Typ-2-Diabetes
- 4.1 Der Zusatznutzen
- 4.2 Die Versorgungsqualität für Patienten und Patientinnen mit Typ-2-Diabetes
- 5 Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Bewertungs- und Preisbildungsprozess unter dem AMNOG im Hinblick auf die Versorgungsqualität von Patienten und Patientinnen mit Typ-2-Diabetes. Sie analysiert die Auswirkungen des AMNOG auf den deutschen Arzneimittelmarkt und speziell auf die Behandlung von Typ-2-Diabetes.
- Die Einführung des AMNOG und seine Auswirkungen auf den Arzneimittelmarkt
- Der Bewertungs- und Preisbildungsprozess für neue Arzneimittel
- Die Folgen des AMNOG für die Versorgung von Patienten mit Typ-2-Diabetes
- Die Auswirkungen des AMNOG auf die Versorgungsqualität
- Die kritische Auseinandersetzung mit dem AMNOG im Hinblick auf die Patientenversorgung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel dieser Hausarbeit führt in die Thematik der Arzneimittelversorgung und die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland ein. Es wird deutlich, dass der Arzneimittelmarkt einem hohen Kostendruck unterliegt und das AMNOG eine Reaktion auf diese Entwicklung darstellt. Das zweite Kapitel erläutert die Definition von Arzneimitteln und unterteilt sie in verschiedene Kategorien. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterscheidung zwischen apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Medikamenten.
Das dritte Kapitel behandelt die Grundlagen des AMNOG. Es werden die Hintergründe und Zielsetzungen des Gesetzes erläutert, sowie die Grundzüge der Preisfindung für Arzneimittel dargestellt. Im vierten Kapitel werden die Auswirkungen des AMNOG auf die Behandlung von Typ-2-Diabetes analysiert. Der Fokus liegt dabei auf dem Konzept des Zusatznutzens und der Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.
Schlüsselwörter
AMNOG, Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, Typ-2-Diabetes, Versorgungsqualität, Zusatznutzen, Preisbildung, Gesundheitsausgaben, Arzneimittelversorgung, GKV, Gesetzliche Krankenversicherung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG)?
Das AMNOG soll dazu beitragen, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu begrenzen und sicherzustellen, dass Patienten Zugang zu den besten und wirksamsten Arzneimitteln mit nachgewiesenem Zusatznutzen erhalten.
Wie wirkt sich das AMNOG auf Patienten mit Typ-2-Diabetes aus?
Durch das AMNOG wurden einige neue Diabetes-Medikamente vom Markt genommen oder gar nicht erst eingeführt, wenn kein ausreichender Zusatznutzen gegenüber bestehenden Therapien nachgewiesen werden konnte, was die Versorgungsqualität beeinflusst.
Was versteht man unter dem "Zusatznutzen" bei Arzneimitteln?
Der Zusatznutzen beschreibt den therapeutischen Mehrwert eines neuen Medikaments im Vergleich zu einer zweckmäßigen Vergleichstherapie. Er ist die Basis für die Preisverhandlungen zwischen Pharmaherstellern und dem GKV-Spitzenverband.
Warum wird der Arzneimittelmarkt in Deutschland so stark reguliert?
Aufgrund der rasant steigenden Gesundheitsausgaben (Verdopplung zwischen 1992 und 2015) versucht der Staat durch Gesetze wie das AMNOG, die Wirtschaftlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu sichern.
Gilt das AMNOG auch für privat versicherte Patienten?
Obwohl das AMNOG Auswirkungen auf den gesamten Markt hat, konzentriert sich die vorliegende Analyse primär auf die Auswirkungen innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
- Arbeit zitieren
- Nadine Schnier (Autor:in), 2018, Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Bewertungs- und Preisbildungsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978485