In dieser Arbeit soll die Forschungsfrage beantwortet werden, wie die Haltung der EU zur Zwei-Staaten-Regelung im israelisch-palästinensischen Konflikt zu bewerten ist. Dieses Konzept der Konfliktlösung ist in den Augen der Europäischen Union immer noch vielversprechend, da es das Existenzrecht Israels und der PalästinenserInnen gewährleisten könne. Die Relevanz und Aktualität der Frage lässt sich daran ermessen, dass es aus vielfältigen Gründen bis heute nicht gelungen ist, den Nahost-Konflikt auf der Basis der Zwei-Staaten-Regelung zu lösen. Deshalb ist es das Ziel dieser Arbeit, die Position der Europäischen Union zur Konfliktlösung und die Widerstände zu der von der EU favorisierten Alternative zu erklären.
Dazu wird zunächst in Kapitel 2 die Nahost-Politik der Europäischen Union im Überblick vorgestellt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Motiven des europäischen Engagements und den verschiedenen Phasen friedenspolitischer Aktivitäten. In Kapitel 3 werden das Konzept der zwei souveränen Staaten und die Haltung der EU dazu erläutert. Es schließt sich eine kritische Betrachtung der Zwei-Staaten-Regelung an, in der die Kriterien der Staatlichkeit Palästinas und Vorbehalte und Widerstände gegenüber der Zweistaatlichkeit untersucht werden.
Der Nahe Osten und Europa stehen seit Jahrhunderten in besonderer Beziehung zueinander. Als Beleg hierfür können die Kreuzzüge im Mittelalter, die Kolonialpolitik Frankreichs und Englands sowie der Beitrag Europas zur Gründung des Staates Israels und dem daraus resultierenden Konflikt angeführt werden. Und auch in der zweiten Dekade des neuen Jahrtausends sucht die Europäische Union nach Möglichkeiten, zur Stabilität in dieser Region beizutragen im Bewusstsein, dass der Frieden in Europa auch von einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten abhängig ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Nahost-Politik der Europäischen Union im Überblick
- Motive europäischen Handelns
- Etappen friedenspolitischer Aktivitäten bis 1993
- Unterstützung für den Friedensprozess nach Oslo
- Engagement der EU im Nahen Osten seit 2000
- Die Zwei-Staaten-Perspektive als Basis der Konfliktregelung
- Das Konzept der zwei souveränen Staaten
- Die Haltung der Europäischen Union
- Kritische Betrachtung der Zwei-Staaten-Regelung
- Kriterien der Staatlichkeit Palästinas
- Vorbehalte und Widerstände gegenüber der Zweistaatlichkeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Haltung der Europäischen Union zur Zwei-Staaten-Regelung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Sie analysiert die Motive und Etappen des europäischen Engagements im Nahen Osten, beleuchtet das Konzept der Zwei-Staaten-Lösung und die Position der EU dazu sowie die kritischen Punkte und Herausforderungen dieser Lösung.
- Die Rolle der Europäischen Union im Nahost-Konflikt
- Motive und Ziele des europäischen Engagements
- Das Konzept der Zwei-Staaten-Lösung
- Die Position der EU zur Zwei-Staaten-Lösung
- Kritik an der Zwei-Staaten-Lösung
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit untersucht die Haltung der EU zur Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt und stellt die Relevanz und Aktualität dieses Themas dar. Sie skizziert die Ziele und den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 2: Die Nahost-Politik der Europäischen Union im Überblick: Dieses Kapitel beleuchtet die Motive des europäischen Engagements im Nahen Osten und die verschiedenen Phasen friedenspolitischer Aktivitäten der EU. Es geht auf die strategische, geopolitische und ökonomische Bedeutung der Region für Europa ein, die zu einem strategischen Denken in Bezug auf die Ordnung im Nahen Osten geführt hat.
Kapitel 3: Die Zwei-Staaten-Perspektive als Basis der Konfliktregelung: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der zwei souveränen Staaten und die Haltung der EU dazu. Es geht auf die Kriterien der Staatlichkeit Palästinas und die Vorbehalte und Widerstände gegenüber der Zwei-Staaten-Lösung ein.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Europäische Union, Nahost-Politik, Zwei-Staaten-Lösung, israelisch-palästinensischer Konflikt, Friedenspolitik, Staatlichkeit Palästinas, Vorbehalte und Widerstände.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Zwei-Staaten-Regelung im Nahost-Konflikt?
Die Zwei-Staaten-Regelung sieht die Gründung eines unabhängigen Staates Palästina neben dem Staat Israel vor, um beiden Völkern nationale Selbstbestimmung und Sicherheit zu garantieren.
Welche Position vertritt die Europäische Union in diesem Konflikt?
Die EU befürwortet die Zwei-Staaten-Lösung als einzig realistischen Weg zu einem dauerhaften Frieden. Sie unterstützt den Aufbau palästinensischer Institutionen und fordert ein Ende des Siedlungsbaus.
Warum engagiert sich die EU so stark im Nahen Osten?
Motive sind geopolitische Stabilität, wirtschaftliche Interessen und die historische Verantwortung. Zudem ist die Sicherheit Europas eng mit dem Frieden in der Nachbarregion verknüpft.
Was sind die größten Hindernisse für die Zwei-Staaten-Lösung?
Zu den Hindernissen gehören der fortschreitende Siedlungsbau, die ungelöste Frage des Status von Jerusalem, Sicherheitsbedenken auf beiden Seiten und die politische Spaltung innerhalb der palästinensischen Gebiete.
Was wurde im Oslo-Friedensprozess (1993) erreicht?
Oslo markierte eine Phase der Annäherung, in der die Palästinensische Autonomiebehörde geschaffen wurde. Die EU leistete seitdem massive finanzielle Hilfe zum Aufbau der Infrastruktur und Staatlichkeit.
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- Markus Lüske (Author), 2020, Haltung der EU zur Zwei-Staaten-Regelung im Nahost-Konflikt. Europäische Union als Akteurin im Nahen Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/973867