Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung von Zeitwahrnehmung für die Beratungsarbeit von Menschen mit psychischen Erkrankungen darzulegen. Dazu stellt sich folgende Forschungsfrage: Welche Erkenntnisse aus der Biologie, Soziologie, Psychiatrie, Psychologie und Philosophie über die Zeitwahrnehmung führen zu einem Erkenntnis- und Anwendungsgewinn für die Soziale Arbeit, speziell die Beratung.
Mittels Literaturanalysen wird deutlich, dass die Chronobiologie, Soziologie, Psychiatrie und Psychologie sowie die Philosophie unterschiedliche Sichtweisen auf die Zeitwahrnehmung haben, insbesondere bei psychischen Erkrankungen. Gemeinsamkeiten ergeben sich bei der Bedeutung der Zeitwahrnehmung, wie der Funktion der Rhythmik und Synchronisierung oder dem Konzept von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Die moderne Entwicklung verändert die Zeitwahrnehmung und führt zu psychischen Erkrankungen. Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Depressionen haben eigene Zeitmuster, die anhand der Disziplinen erklärbar werden und einen eigenen Umgang mit der Bewältigung fordern. Die Beratung von Menschen mit psychischen Erkrankungen setzt professionelle Haltung, Fachwissen und Methodik voraus. Zeitsensitive Beratung zeigt sich auf Seiten der Beratenden in einer besonderen Zeit-Haltung, die zeitethische betrachtet die Sichtweisen auf die Lebensgestaltung, den gesellschaftlichen Kontext, die persönliche Entwicklung und den bewussten Umgang mit der Zeitwahrnehmung erweitert. Zudem fördert Zeit-Bildung, Reflexion und andere Zeit-Haltungsaspekte eine zeitsensitive Haltung. Daneben ist Zeit-Fachwissen über die Zeitwahrnehmung bei psychischen Erkrankungen bedeutend, um Resynchronisation und Zeitigung zu erlangen. Dies geschieht auch durch spezifische Bewältigungsstrategien sowie die zeitachtsame Gestaltung der Beratungssituation.
Unterschiedliche Zeit-Instrumente bieten hier vielfältige Methoden, um mit der veränderten Zeitwahrnehmung umzugehen und diese zu beeinflussen. So vervollständigt die Zeit-Diagnose den Hilfebedarf in der Beratung. Des Weiteren unterstützt zeitsensitive Psychoedukation das Verständnis über die Erkrankung. Durch die Arbeit mit Zeitraumkonzepten, systemischen Zeitfragen und einer Gruppenübung können bei Depressionen, Psychosen und Persönlichkeitsstilen Perspektiven erweitert und Handlungsräume erschlossen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Chronobiologie
- Körperzeit
- Funktionen
- Rhythmen und die innere Uhr
- Chronotypen
- Zeitgeber
- Rhythmusstörungen
- Faktor Stress
- Faktor Schlaf
- Kritik
- Körperzeit
- Soziologische Zeitbetrachtung
- Soziale Zeit
- Zeiträume
- Eigenzeit
- Synchronisation
- Zeittypen
- Negative Zeitauswirkungen
- Gesellschaft und Individuum
- Beschleunigung
- Desynchronisierung
- Pathologie der Zeit
- Kritik
- Soziale Zeit
- Psychologie und Psychiatrie des Zeitgefühls
- Innere Zeit
- Wahrnehmung von Dauer
- Zeiträume
- Zeitpathologie
- Zeittypen
- Innere Zeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Bedeutung von Zeitwahrnehmung in der Beratungsarbeit von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Arbeit untersucht, welche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen wie Biologie, Soziologie, Psychiatrie, Psychologie und Philosophie über die Zeitwahrnehmung für die Soziale Arbeit, insbesondere für die Beratungspraxis, relevant sind.
- Untersuchung der Zeitwahrnehmung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven
- Analyse der Auswirkungen von Zeitwahrnehmung auf Menschen mit psychischen Erkrankungen
- Entwicklung von zeitsensitiven Beratungsansätzen für Menschen mit psychischen Erkrankungen
- Die Bedeutung von zeitlicher Rhythmik und Synchronisierung für die psychische Gesundheit
- Herausforderungen der modernen Lebenswelt für die Zeitwahrnehmung und die psychische Gesundheit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Thematik der zeitsensitiven Sozialen Arbeit einführt und die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit darstellt. Kapitel 2 analysiert die Chronobiologie und beleuchtet die Funktionsweise der inneren Uhr, die Bedeutung von Rhythmen und Synchronisierung sowie die Auswirkungen von Rhythmusstörungen auf die menschliche Gesundheit.
In Kapitel 3 wird die soziologische Zeitbetrachtung betrachtet. Hier werden unterschiedliche Konzepte von sozialer Zeit, wie z.B. Zeiträume, Eigenzeit und Synchronisation, sowie die Auswirkungen der gesellschaftlichen Beschleunigung auf die Zeitwahrnehmung und die psychische Gesundheit beleuchtet.
Kapitel 4 fokussiert auf die Psychologie und Psychiatrie des Zeitgefühls. Hier werden verschiedene Aspekte der inneren Zeit, wie z.B. die Wahrnehmung von Dauer und Zeiträumen, sowie die Zeitpathologie und ihre Auswirkungen auf Menschen mit psychischen Erkrankungen untersucht.
Schlüsselwörter
Zeitwahrnehmung, Beratung, psychische Erkrankungen, Soziale Arbeit, Interdisziplinarität, Chronobiologie, Soziologie, Psychiatrie, Psychologie, Philosophie, Rhythmusstörungen, Zeiträume, Synchronisation, Zeittypen, Zeitpathologie, zeitsensitive Beratung, Zeit-Haltung, Zeit-Bildung, Zeit-Fachwissen, Zeit-Instrumente, Zeit-Diagnose, Psychoedukation.
- Arbeit zitieren
- Sonja Faußner (Autor:in), 2020, Zeitsensitive Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949830