Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, welche Aspekte der verschiedenen Dimensionen von nachhaltiger Entwicklung in den Ausgestaltungsprozess des Europäischen Emissionshandels eingeflossen sind. Die Untersuchungsebene ist somit die Planungsebene im gesetzgebenden Prozess innerhalb der Europäischen Union.
Zunächst beschäftigt sich der theoretische Teil der Arbeit im zweiten Kapitel mit dem Leitbild von nachhaltiger Entwicklung. Die empirische Analyse im dritten Kapitel stellt den Kern der vorliegenden Arbeit dar. Zunächst wurde dazu auf die Selektion von natürlichen Daten zurückgegriffen. Es handelt sich hierbei um offizielle Textdokumente der EU-Organe, die den Emissionshandel auf der Konzeptionsebene betreffen. Sie wurden nach ihrer wissenschaftlichen Relevanz bezüglich des Forschungsgegenstandes ausgewählt und können einen gezielten Einblick in die Planungsphase des Emissionshandels vermitteln. Die Schlussbetrachtung, mit der sich das vierte Kapitel beschäftigt, fasst die Ergebnisse der empirischen Analyse zusammen und stellt sie in einen weitläufigeren Kontext. Es soll diskutiert werden, warum es sinnvoll ist, politische Maßnahmen einer "Nachhaltigkeitsprüfung" zu unterziehen und welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
Der Begriff Nachhaltigkeit ist heute ein geflügeltes Wort: Er begegnet uns in der Werbung, im Tourismus und in der Politik und macht nun mehr keinen Halt vor diversen Joghurt- und Teeverpackungen. Trotz der inflationären Gebrauchsweise des Begriffs wirft die nüchterne Bilanz über eine konkrete Umsetzung durch globale Abkommen und nationale Parteiprogramme große Zweifel auf. Die weltweiten Veränderungen der Ökosysteme haben zwar zum allgemeinen Wohlstand und zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen, doch würden diese Errungenschaften zu einem hohen Preis erkauft.
Dazu gehören Umweltschäden, aber auch diverse Probleme, die wirtschaftliche und soziale Fragen betreffen. Ebenso wie Klimaveränderungen sich über kurz oder lang auch auf die ökonomische (z. B. durch häufiger auftretende Starkwettereignisse, die zu Schäden in der Landwirtschaft führen) und auf die soziale Ebene (z. B. durch den Meeresspiegelanstieg, der Küstenstädte bedroht) auswirken, wird eine Bevölkerung, die in Armut lebt, anfälliger für ökologische und soziale Katastrophen sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fragestellung und Forschungsinteresse
- Forschungsstand
- Konzeption der Arbeit
- Theoretischer Hintergrund
- Nachhaltigkeit: ein weitläufiger Begriff
- Ökologische Nachhaltigkeit
- Ökonomische Nachhaltigkeit
- Soziale Nachhaltigkeit
- Kriterienkatalog
- Empirische Analyse
- Der Europäische Emissionshandel: ein Überblick
- Die verschiedenen Komponenten des Emissionshandels in Bezug auf Nachhaltigkeit
- Obergrenze der Emissionen
- Erstvergabe der Zertifikate
- Sektoren und Verbindlichkeit
- Linking
- Der Europäische Emissionshandel und die Nachhaltigkeitskriterien: eine vergleichende Bilanz
- Ökologische Dimension
- Ökonomische Dimension
- Soziale Dimension
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern der Europäische Emissionshandel den globalen Nachhaltigkeitsstandards entspricht. Sie untersucht, ob in der Planung des Emissionshandels die ökologische, ökonomische und soziale Dimension berücksichtigt wurden oder ob das primäre Ziel darin bestand, die Kyoto-Vereinbarungen zu erfüllen. Ziel ist es, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten, ob marktbasierte Instrumente wie der Emissionshandel aus einer multidimensionalen Perspektive betrachtet werden und ob sich die Europäische Union auf diese Weise um ein ganzheitliches Konzept der nachhaltigen Entwicklung bemüht.
- Der Europäische Emissionshandel als marktbasiertes Instrument zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen
- Die Einbeziehung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten in der Planung des Emissionshandels
- Die Vergleichbarkeit des Europäischen Emissionshandels mit den globalen Nachhaltigkeitsstandards
- Die Bedeutung des Emissionshandels im Kontext der Kyoto-Vereinbarungen
- Die Herausforderungen und Chancen eines nachhaltigen Emissionshandels in der Europäischen Union
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und beleuchtet den aktuellen Forschungsstand zu den Themen Nachhaltigkeit und Emissionshandel. Sie führt in das Forschungsinteresse ein und erläutert die Konzeption der Arbeit.
- Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Nachhaltigkeit in seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen. Es wird ein Kriterienkatalog vorgestellt, der zur Beurteilung der Nachhaltigkeit des Europäischen Emissionshandels dienen soll.
- Empirische Analyse: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den Europäischen Emissionshandel und analysiert seine verschiedenen Komponenten, wie Obergrenze der Emissionen, Erstvergabe der Zertifikate, Sektoren und Verbindlichkeit sowie Linking. Es werden auch die einzelnen Nachhaltigkeitskriterien in Bezug auf den Emissionshandel untersucht, wobei ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen berücksichtigt werden.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Europäischen Emissionshandel im Kontext globaler Nachhaltigkeitsstandards. Zentral sind dabei die Themen Nachhaltigkeit, Klimawandel, Treibhausgasemissionen, Marktbasierte Instrumente, Kyoto-Protokoll, Agenda 21, ökologische Nachhaltigkeit, ökonomische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit, sowie die verschiedenen Komponenten des Emissionshandels wie Obergrenze der Emissionen, Erstvergabe der Zertifikate, Sektoren und Verbindlichkeit, und Linking.
- Arbeit zitieren
- Seraphina Roos (Autor:in), 2020, Der Europäische Emissionshandel im Kontext globaler Nachhaltigkeitsstandards. Faktoren der Effektivität, Effizienz und Fairness, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948981