Der Autor vertritt die These, dass die Vermittlung sozialer Kompetenzen vorwiegend in Sozialisations- und Erziehungsprozessen stattfindet und daher im Erwachsenenalter nur in begrenzten Teilbereichen möglich ist. Daraus wird eine Kritik begründet, an der Begrifflichkeit sowie am zeitgeistlichen Trend der Vermittlung sozialer Kompetenzen im Erwachsenenalter.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Soziale Kompetenz - ein konturloser Begriff
- Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen
- Kritik
- Der Ausweg: Die Abgrenzung sozialer Fertigkeiten
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Autor untersucht den Begriff der sozialen Kompetenz und argumentiert, dass die Vermittlung sozialer Kompetenzen in erster Linie durch Sozialisationsprozesse stattfindet und nicht durch gezieltes Training im Erwachsenenalter.
- Unschärfe des Begriffs „soziale Kompetenz“
- Die begrenzte Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen im Erwachsenenalter
- Kritik an der Überbewertung von Sozialkompetenz-Trainings
- Die Bedeutung von Sozialisationsprozessen für die Entwicklung sozialer Kompetenzen
- Die Abgrenzung von erlernbaren „sozialen Fertigkeiten“
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Der Autor stellt seine These vor, dass soziale Kompetenz hauptsächlich durch Sozialisation und Erziehungsprozesse entwickelt wird und nicht durch gezieltes Training.
- Soziale Kompetenz - ein konturloser Begriff: Der Autor analysiert den Begriff „soziale Kompetenz“ und zeigt auf, wie er in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich interpretiert wird. Er argumentiert, dass der Begriff aufgrund seiner weitreichenden und unscharfen Definition kaum fassbar ist.
- Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen: Der Autor beleuchtet wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Sozialkompetenz-Trainings untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Trainings vor allem im Kindesalter effektiv sind, während ihre Wirkung im Erwachsenenalter deutlich geringer ausfällt.
- Kritik: Der Autor kritisiert den Trend, soziale Kompetenz als universelles Erfolgsrezept zu propagieren und kritisiert die vermeintliche Erlernbarkeit dieser Kompetenzen im Erwachsenenalter.
- Der Ausweg: Die Abgrenzung sozialer Fertigkeiten: Der Autor schlägt vor, zwischen sozialen Kompetenzen und erlernbaren „sozialen Fertigkeiten“ zu unterscheiden. Er argumentiert, dass nur letztere effektiv trainiert werden können, während die Entwicklung von sozialen Kompetenzen vorwiegend in frühen Sozialisationsprozessen stattfindet.
Schlüsselwörter
Soziale Kompetenz, Sozialisation, Erziehung, Erlernbarkeit, Training, Fertigkeiten, Werthaltungen, Persönlichkeitseigenschaften, Kritik, Zeitgeist
Häufig gestellte Fragen
Warum wird soziale Kompetenz als „konturloser Begriff“ bezeichnet?
Der Begriff wird in verschiedenen Disziplinen (Pädagogik, Psychologie, Wirtschaft) unterschiedlich definiert. Es fehlt eine einheitliche wissenschaftliche Abgrenzung, was genau alles unter soziale Kompetenz fällt.
Sind soziale Kompetenzen im Erwachsenenalter erlernbar?
Der Autor argumentiert, dass grundlegende soziale Kompetenzen tief in der frühen Sozialisation und Erziehung verwurzelt sind. Im Erwachsenenalter lassen sich zwar Techniken trainieren, die Kernpersönlichkeit ändert sich jedoch kaum.
Was ist der Unterschied zwischen sozialen Kompetenzen und sozialen Fertigkeiten?
Soziale Kompetenzen sind tief sitzende Werthaltungen und Persönlichkeitsmerkmale. Soziale Fertigkeiten hingegen sind erlernbare Techniken (z. B. Rhetorik oder Konfliktmanagement-Methoden), die gezielt trainiert werden können.
Welche Kritik übt der Autor an Sozialkompetenz-Trainings?
Er kritisiert den „Zeitgeist“, der suggeriert, dass jeder Mensch durch kurze Seminare empathischer oder teamfähiger werden kann. Studien zeigen, dass solche Trainings oft nur kurzfristige Effekte haben.
Wann findet die wichtigste Vermittlung sozialer Kompetenzen statt?
Die entscheidende Phase ist die Kindheit. Durch Erziehungsprozesse und soziale Interaktion in der Familie und Schule werden die Grundlagen für das spätere Sozialverhalten gelegt.
Was sind Beispiele für soziale Fertigkeiten?
Dazu gehören Gesprächsführungstechniken, Präsentationsfertigkeiten oder das Wissen um Höflichkeitsregeln. Diese können im Gegensatz zu Empathie oder Grundvertrauen leichter im Erwachsenenalter erworben werden.
- Arbeit zitieren
- Martin Rossol (Autor:in), 2008, Soziale Kompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93983