Unbestritten ist die Tatsache, dass nationale Märkte aufgebrochen, wirtschaftliche Grenzen gefallen oder im Fallen begriffen sind und Volkswirtschaften mit ihren Unternehmen zunehmend zusammenwachsen. Diese Globalisierung hat sich nicht zuletzt durch die Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes verstärkt. Auch die Landschaft der Konzernrechnungslegung in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren zunehmend durch das Thema der Internationalisierung geprägt, und es ist zu beobachten, dass sich dieser Trend ungebremst fortsetzt. So führte der Gesetzgeber in einem ersten Schritt im Jahr 1998 die Öffnungsklausel des § 292a HGB ein, der Mutterunternehmen in Deutschland die Möglichkeit eröffnete, unter den im Gesetz spezifizierten Voraussetzungen anstelle eines handelsrechtlichen Konzernabschlusses einen befreienden Abschluss nach international anerkannten Vorschriften zu erstellen (§ 292a Abs. 2 HGB), sofern diese in Einklang mit der sogenannten 7. EG-Richtlinie stehen. Der Gesetzgeber vermied es dabei festzulegen, welche Rechnungslegungsnormen konkret als international anerkannt anzusehen sind. Es wurde allerdings allgemein angenommen, dass die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die US-Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) dieses Kriterium erfüllen. In einem zweiten Schritt weitete der Gesetzgeber durch das KapCoRiLiG im Jahr 2000 die Anwendung auch auf nicht börsennotierte Unternehmen aus. Schließlich ist in einem dritten Schritt im Juli 2002 die allgemeine Umstellung der Rechnungslegung auf die IFRS durch das Europäische Parlament (EP) und den Rat der Europäischen Union (EU) beschlossen worden. Danach haben alle Unternehmen mit Sitz in der EU, die den öffentlichen Kapitalmarkt in Anspruch nehmen, für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2005 beginnen, ihren Konzernabschluss unter Berücksichtigung der IFRS zu erstellen.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Untersuchung
- Ertragsteuerliche Grundlagen für Kapitalgesellschaften in Deutschland
- Besteuerung von inländischen Erträgen
- Laufende und latente Ertragsteuern im Jahresabschluss
- Ausweis nach HGB, IFRS und US-GAAP
- Die Ertragsteuerabgrenzung
- Zweck der Abgrenzung latenter Ertragsteuern
- Ansatz, Bewertung und Ausweis latenter Ertragsteuern - Ein rechnungslegungsübergreifender Vergleich
- Ertragsteuerliche Grundlagen für Konzerne mit Sitz in Deutschland
- Rahmenbedingungen der Konzernbesteuerung
- Die Konzernsteuerquote als steuerliche Kennzahl
- Determinanten der Konzernsteuerquote
- Kurz- und mittelfristige Determinanten
- Steuerlich nicht-abzugsfähige Aufwendungen/ steuerfreie Erträge
- Latente Steuern
- Andere
- Strukturelle Determinanten
- Steuerlich nicht-abzugsfähige Aufwendungen/ steuerfreie Erträge
- Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen
- Internationale Verteilung operativer Aktivitäten
- Konsolidierung
- Grundlegendes
- Kapitalkonsolidierung
- Schuldenkonsolidierung
- Zwischenergebniseliminierung
- Aufwands- und Ertragskonsolidierung
- Off-Balance-Sheet Strukturen
- Bedeutung und Aussagefähigkeit der Konzernsteuerquote
- Empirische Analyse steuerlicher Angaben
- Untersuchungsgegenstand
- Datenbereitstellung
- Unregelmäßigkeiten bei der Datenauswertung
- DAX-30 Konzerne im Überblick
- MDAX-50 Konzerne im Überblick
- Vergleichbarkeit steuerlicher Angaben (DAX und MDAX)
- Gewinn und Verlustrechnung
- Bilanz
- Kapitalflussrechnung
- Überleitungsrechnung
- Abweichungsanalysen zur Informationsbereitstellung
- Branchenspezifische Abweichungen
- Indizesbedingte Abweichungen
- Rechnungslegungsbedingte Abweichungen
- Konzernspezifische Abweichungen
- Bewertungssystematik
- Konzernspezifische Bewertung
- Gesamtbeurteilung (Konzernanalyse)
- Aussagekraft steuerlicher Angaben (DAX und MDAX)
- Grundlegendes
- Gewinn- und Verlustrechnung
- Bilanz
- Latente Steuern: Absolute Höhe
- Latente Steuern: Relative Höhe
- Latente Steuern: Zusammensetzung
- Kapitalflussrechnung
- Überleitungsrechnung
- Analyse der steuerlichen Angaben in den Konzernabschlüssen deutscher Konzerne
- Bewertung der Aussagekraft und Vergleichbarkeit der steuerlichen Angaben
- Untersuchung der Determinanten der Konzernsteuerquote
- Empirische Analyse der steuerlichen Angaben von DAX-30 und MDAX-50 Konzernen
- Identifizierung von Abweichungen und deren Ursachen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung der steuerlichen Angaben in den Konzernabschlüssen deutscher Konzerne und analysiert die Aussagekraft und Vergleichbarkeit dieser Angaben.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Problemstellung ein und skizziert den Gang der Untersuchung. Kapitel 2 beleuchtet die ertragsteuerlichen Grundlagen für Kapitalgesellschaften in Deutschland, mit Fokus auf die Besteuerung inländischer Erträge und die Abgrenzung von laufenden und latenten Ertragsteuern im Jahresabschluss. Kapitel 3 erweitert den Fokus auf die Konzernebene und untersucht die Rahmenbedingungen der Konzernbesteuerung, die Determinanten der Konzernsteuerquote und die Bedeutung der Konsolidierung für die steuerlichen Angaben. Kapitel 4 beinhaltet die empirische Analyse der steuerlichen Angaben in den Konzernabschlüssen von DAX-30 und MDAX-50 Konzernen, einschließlich der Untersuchung von Abweichungen und deren Ursachen.
Schlüsselwörter
Konzernabschluss, Steuerliche Angaben, Aussagekraft, Vergleichbarkeit, Konzernsteuerquote, Determinanten, Empirische Analyse, DAX-30, MDAX-50, Abweichungen, Branchenspezifische Unterschiede, Rechnungslegungsstandards
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Konzernsteuerquote?
Die Konzernsteuerquote ist eine Kennzahl, die das Verhältnis des Steueraufwands zum Konzernergebnis ausdrückt und zur Analyse der Steuerbelastung eines Konzerns dient.
Warum sind latente Steuern im Konzernabschluss wichtig?
Latente Steuern gleichen Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen Ergebnis und dem steuerlichen Ergebnis aus, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertragslage zu vermitteln.
Wie unterscheiden sich HGB, IFRS und US-GAAP bei steuerlichen Angaben?
Die Regelwerke haben unterschiedliche Ansätze zur Bewertung und zum Ausweis von latenten Steuern, was die Vergleichbarkeit der Abschlüsse internationaler Konzerne erschweren kann.
Welche Faktoren beeinflussen die Steuerquote eines DAX-Konzerns?
Wichtige Determinanten sind steuerfreie Erträge, nicht abzugsfähige Aufwendungen, die internationale Verteilung der Aktivitäten sowie Konsolidierungsvorgänge.
Was besagt die empirische Analyse von DAX-30 und MDAX-50 Unternehmen?
Die Untersuchung zeigt Unregelmäßigkeiten und Unterschiede in der Aussagekraft der steuerlichen Angaben auf, die oft durch branchenspezifische oder rechnungslegungsbedingte Faktoren entstehen.
- Citar trabajo
- Marco Canipa-Valdez (Autor), 2005, Empirische Untersuchung der steuerlichen Angaben in den Konzernabschlüssen deutscher Konzerne und kritische Analyse der Aussagekraft und Vergleichbarkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93918