Das Kino ist schon immer den wechselnden Emotionen seiner Zuschauer unterworfen gewesen. In letzter Zeit kehrt der US-amerikanische Western mit Filmen wie „Open Range“ oder „The Missing“ wieder auf die Leinwände zurück. In den 1960er Jahren war der auf Pathos und Heimatgefühlen aufbauende amerikanische Western vom realistischeren und brutaleren italienischen Western abgelöst worden. Nur ein Jahrzehnt später hatte sich das Publikum allerdings übersättigt von der Gewalt und der düsteren Stimmung in den Italowestern gezeigt. Mit E. B. Clucher alias Enzo Barboni fand sich ein Regisseur, der nunmehr mit dem klassischen Italowestern brach und eine neue (oder letzte) Phase des Italowesterns einläutete. Der komische Western, der sich bald ganz vom Italowestern abwand, mit seinen Hauptrepräsentanten Bud Spencer alias Carlo Pedersoli und Terence Hill alias Mario Girotti, war geboren.
Dieser Essay folgt der Fragestellung, welchen Bezug die Filme mit Bud Spencer und Terence Hill zum „klassischen“ Italowestern haben. Klassisch bezeichnet hier die Werke der Regisseure Sergio Corbucci, vor allem „Django“ von 1966 und „Leichen pflastern seinen Weg“ von 1968 und die Sergio Leones, vor allem die „Dollar-Trilogie“. Damit schließe ich mich der Aussage Hans-Christoph Blumenbergs, dass sich die eigentliche Leistung der Gattung und ihre Originalität am besten an den Filmen von Leone und Corbucci demonstrieren lässt, an.
Die herausragenden Merkmale dieser Italowestern vergleiche ich mit den Charakteristika dreier „komischer Western“ à la Bud Spencer und Terence Hill, an denen sich auch die Entwicklung des Spencer/Hill-Duos allgemein nachvollziehen lässt: Ihrem ersten gemeinsamen Film, „Gott vergibt ... wir beide nie“ von 1967 und der aus diesem Film neu entstandenen deutschen Synchronisation „Zwei vom Affen gebissen“, an dem Film „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ von 1970, mit dem der Regisseur E. B. Clucher den komischen Western einläutete und das Erfolgsduo Spencer/Hill endgültig zu dessen Repräsentanten machte und schließlich an dessen Fortsetzung, dem Film „Vier Fäuste für ein Halleluja“ von 1971. Zunächst beschreibt der Essay die herausragenden Merkmale des Italowesterns und geht dann anhand der drei Spencer/Hill-Filme auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des klassischen Italowesterns und des „Spaßwesterns“ ein.
Inhaltsverzeichnis
- Die Spaẞwestern mit Bud Spencer und Terence Hill und ihr Bezug zum „klassischen“ Italowestern
- Der Italowestern als Reaktion auf den amerikanischen Western
- Die herausragenden Merkmale des Italowesterns im Vergleich zu den Charakteristika dreier „komischer Western“ à la Bud Spencer und Terence Hill
- Die Entstehungsgeschichte des Italowesterns
- Die Charakteristika des klassischen Italowesterns im Vergleich zum „Spaßwestern“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay untersucht den Bezug der Filme mit Bud Spencer und Terence Hill zum „klassischen“ Italowestern, der durch die Werke von Sergio Corbucci und Sergio Leone definiert wird. Der Essay analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem klassischen Italowestern und dem „Spaßwestern“ und zeigt auf, wie die Filme von Spencer und Hill die Entwicklung des Genres widerspiegeln.
- Die Entstehung und Entwicklung des Italowesterns
- Die charakteristischen Merkmale des klassischen Italowesterns
- Die Besonderheiten des „Spaßwesterns“
- Der Einfluss des Italowesterns auf die Filme von Bud Spencer und Terence Hill
- Die Rezeption des Italowesterns und seine Bedeutung für die Filmgeschichte
Zusammenfassung der Kapitel
Der Essay beginnt mit einer Einführung in das Thema und stellt die Fragestellung des Essays vor. Im ersten Teil wird die Entstehungsgeschichte des Italowesterns als Reaktion auf den amerikanischen Western dargestellt. Der zweite Teil widmet sich den Charakteristika des klassischen Italowesterns und stellt die wichtigsten Regisseure und Filme des Genres vor. Der dritte Teil analysiert drei Filme mit Bud Spencer und Terence Hill, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem klassischen Italowestern und dem „Spaßwestern“ aufzuzeigen. Schließlich werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Relevanz des Italowesterns für die Filmgeschichte betont.
Schlüsselwörter
Italowestern, Bud Spencer, Terence Hill, Sergio Leone, Sergio Corbucci, Spaghettiwestern, „Spaßwestern“, Antiheld, Gewalt, Moral, Rezeption, Filmgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet den "Spaßwestern" vom klassischen Italowestern?
Während der klassische Italowestern (z. B. von Sergio Leone) brutal und düster war, ersetzten die Spaßwestern Gewalt durch Humor und Slapstick-Prügeleien.
Wer sind die Hauptvertreter des komischen Westerns?
Bud Spencer (Carlo Pedersoli) und Terence Hill (Mario Girotti) sind die ikonischen Gesichter dieses Genres.
Welcher Regisseur läutete die Phase der Spaßwestern ein?
Enzo Barboni, bekannt unter dem Pseudonym E. B. Clucher, gilt mit Filmen wie "Die rechte und die linke Hand des Teufels" als Begründer dieses Stils.
Welchen Bezug haben Spencer/Hill-Filme zu "Django"?
Die Arbeit vergleicht die Merkmale des klassischen Italowesterns (wie in Corbuccis "Django") mit der parodistischen Weiterentwicklung in den Spencer/Hill-Werken.
Wie wichtig war die deutsche Synchronisation für den Erfolg?
Besonders am Beispiel von "Zwei vom Affen gebissen" zeigt der Essay, wie die lockere deutsche Synchronisation den komischen Charakter der Filme verstärkte.
- Citation du texte
- Annira Busch (Auteur), 2008, Die Spaßwestern mit Bud Spencer und Terence Hill und ihr Bezug zum "klassischen" Italowestern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93271