Bei der bestehenden Problematik eines NPD Verbotverfahrens im Rahmen der Konzeption der Streitbaren Demokratie bleibt festzuhalten, dass durch das Scheitern der Weimarer Republik eine Art Schutzfunktion gegenüber Parteien ins Leben gerufen wurde durch das Streitbarkeitsprinzip der wehrhaften oder Streitbaren Demokratie. Dadurch ergibt sich aber auch die Problematik, wann der Zeitpunkt erreicht ist, um eine Partei zu verbieten. Es gibt Autoren oder Politiker, die der Meinung sind, dass alleine das Vorhandensein der NPD schon ausreicht, um sie zu verbieten, aber wiederum andere die behaupten, solange von der Partei keine gewaltsamen Mittel zur Bekämpfung der freiheitlich- demokratischen Ordnung eingesetzt werden, gehe keine akute Gefahr von der NPD aus. Wie diese Mittel im Detail aussehen, ist jedoch ebenso unklar wie nicht ausreichend definiert.
Eine weitere Problematik sind die formalen Fehler der Antragssteller. Das Bundesverfassungsgericht war bereit das Verbot gegen die NPD zu überprüfen, aber aufgrund der nicht zu Beginn aufgedeckten V-Mann Affäre, scheiterte der Antrag auf formaler und nicht inhaltlicher Ebene. Hätte sich die Bundesorgane um eine völlig transparente Antragstellung bemüht und ihre Quellen von vorne herein offen gelegt, wäre es zu solchen formalen Fehlern nicht gekommen. Der Verlierer dieses gescheiterten Verfahrens ist die Streitbare Demokratie selbst. Sie hat sich ihres schärfsten Mittels bedient und ist letztendlich gescheitert.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung in die Problematik
- Die Konzeption der Streitbaren Demokratie.
- Drei ausgewählte Aspekte zur Problematik
- Rechte einer Partei in der Konzeption der streitbaren Demokratie.......
- Voreiliger Aktionismus bei der Antragstellung im Fall des NPD- Verbotsverfahrens...
- Die Rolle der Medien
- Die V- Mann Affäre
- Kein Verbot des Gedankenguts durch ein NPD Verbot möglich.......
- Auswirkungen des gescheiterten NPD- Verbotsverfahrens auf die Konzeption des Streitbaren Demokratie
- Fazit...
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Ausarbeitung befasst sich mit der Problematik des Parteienverbots im Rahmen der Streitbaren Demokratie am Beispiel des NPD-Verbotsverfahrens. Sie analysiert die Herausforderungen, die ein solches Verbot für die demokratischen Grundprinzipien mit sich bringt, insbesondere unter Berücksichtigung der Rechte von Parteien und Bürgern in einer pluralistischen Gesellschaft. Darüber hinaus werden die Schwierigkeiten bei der Antragstellung und die mediale Einflussnahme im NPD-Verbotsverfahren beleuchtet. Abschließend werden die Folgen des gescheiterten Verbotsverfahrens für die Konzeption der Streitbaren Demokratie betrachtet.
- Rechte von Parteien und Bürgern in der Streitbaren Demokratie
- Die Rolle der Medien bei der Antragstellung
- Das Problem des V-Mann-Einsatzes
- Die Grenzen des Verbots von Gedankengut
- Auswirkungen des gescheiterten NPD-Verbotsverfahrens auf die Streitbare Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das NPD-Verbotsverfahren vor und erläutert die Problematik des Parteienverbots im Rahmen der Streitbaren Demokratie. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Konzeption der Streitbaren Demokratie und ihrer Entstehung im Kontext der Weimarer Republik. Es werden die wesentlichen Schutzmaßnahmen der Streitbaren Demokratie vorgestellt, insbesondere die Artikel 18, 79.3 und 21.2 des Grundgesetzes.
Das dritte Kapitel beleuchtet drei Aspekte der Problematik des Parteienverbots: Die Rechte von Parteien und Bürgern, die Schwierigkeiten bei der Antragstellung und die Frage, ob durch ein Parteienverbot das Problem des Rechtsextremismus gelöst werden kann.
Die Auswirkungen des gescheiterten NPD-Verbotsverfahrens auf die Konzeption der Streitbaren Demokratie werden im vierten Kapitel diskutiert.
Schlüsselwörter
Streitbare Demokratie, Parteienverbot, NPD, Grundgesetz, Rechtsextremismus, Medien, V-Mann-Affäre, Demokratie, Freiheitliche demokratische Grundordnung, Pluralismus, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Schutzmaßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Prinzip der "Streitbaren Demokratie"?
Die streitbare oder wehrhafte Demokratie ist ein Konzept zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, das es ermöglicht, Parteien zu verbieten, die diese Ordnung aktiv bekämpfen.
Warum scheiterte das Verbotsverfahren gegen die NPD?
Das Verfahren scheiterte primär an formalen Fehlern der Antragsteller, insbesondere aufgrund der sogenannten V-Mann-Affäre, die erst während des Prozesses bekannt wurde.
Welche Rolle spielte die V-Mann-Affäre im NPD-Verfahren?
Da staatliche Informanten (V-Leute) in der Führungsebene der Partei tätig waren, konnte das Bundesverfassungsgericht nicht zweifelsfrei klären, ob das Handeln der Partei staatlich gesteuert oder eigenständig war.
Kann ein Parteienverbot rechtsextremes Gedankengut verhindern?
Kritiker argumentieren, dass ein Verbot der Organisationsstruktur das zugrunde liegende Gedankengut nicht beseitigt, sondern dieses lediglich in den Untergrund oder andere Strukturen verlagert.
Welche Auswirkungen hatte das gescheiterte Verfahren auf die Demokratie?
Das Scheitern wird oft als Niederlage für das Konzept der streitbaren Demokratie gewertet, da der Staat sein schärfstes Mittel erfolglos einsetzte und die Partei dadurch zeitweise politisch gestärkt wurde.
- Arbeit zitieren
- Michael Reuter (Autor:in), 2007, NPD-Parteienverbot, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92558