Die Arbeit vergleicht die radikale wirtschaftliche Transformation der Sowjetunion (bzw. Russlands) anfang der 90er Jahre mit der schrittweisen, marktwirtschaftliche Öffnung Chinas seit den spätern 70er Jahren. Sie stellt dabei die Frage in den Mittelpunkt, wie die sehr unterschiedlichen Erfolge begründet werden können und welche Rolle die Ausgangssituationen und die Wahl der Reformansätze dabei spielten. Die tiefgreifenden Veränderungen, die Russland und China in den letzten zwanzig Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebten, standen in vielfacher Hinsicht unter ähnlichen Vorzeichen und hätten unterschiedlicher doch nicht sein können. Auf der einen Seite die Erosion des einstigen Sowjet-Imperiums, in dem ein dramatischer, ökonomischer Niedergang mindestens ebenso schnell Einzug hielt, wie westliche Wirtschaftsberater und konventionelle, kapitalistische Wirtschaftspolitik. Auf der anderen Seite das zunächst ökonomisch praktisch bedeutungslose China, das mittels einer vorsichtigen, schrittweisen Öffnung für marktwirtschaftliche Ansätze eine Phase atemberaubenden ökonomischen Aufschwungs herbeiführte, der nicht nur an sich schon alles zuvor Bekannte in den Schatten stellt, sondern der eine wirtschaftliche Supermacht hervorbrachte, die heute eine ernstzunehmende Herausforderungen für die etablierten Industrienationen darstellt. Zwar sind heute – beispielsweise in Form massiver Umweltverschmutzungen – Makel am 'chinesischen Wirtschaftswunder' offenbar geworden; Zwar hat Russland wohl den Tiefpunkt seiner ökonomischen Krise überwunden und fordert – begünstigt durch steigende Rohstoffpreise – seinen Platz im oberen Drittel der Weltwirtschaft zurück. Dennoch aber zeugt die Transformation der beiden größten kommunistischen Volkswirtschaften, hin zu marktorientierteren Systemen, von gravierenden Unterschieden, die einer Erklärung bedürfen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten - Die Ausgangslage im Vergleich
- Der wirtschaftliche Niedergang der Sowjetunion
- Die Hinterlassenschaften von Mao Zedong
- Die Reformpolitik im Vergleich
- Die Reformen in der Sowjetunion und Russland
- Die Reformen in China
- Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Reformen
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die wirtschaftliche Transformation von China und Russland im Vergleich, indem sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Reformpolitik und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung untersucht. Die Arbeit zielt darauf ab, die Ursachen für den unterschiedlichen Erfolg der Reformen in den beiden Ländern aufzudecken.
- Die Ausgangslage der beiden Länder zu Beginn der Reformen
- Die verschiedenen Reformansätze in China und Russland
- Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Reformen
- Der Einfluss der Ausgangslage und der Reformansätze auf die wirtschaftliche Entwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Ausgangslage in China und der Sowjetunion zu Beginn der Reformen. Es analysiert die Herausforderungen, denen die beiden Länder gegenüberstanden, und vergleicht die wirtschaftlichen und politischen Hinterlassenschaften der vorherigen Regime. Das zweite Kapitel stellt die verschiedenen Reformansätze in China und der Sowjetunion gegenüber und beleuchtet die wichtigsten Unterschiede in ihrer Strategie und Umsetzung. Das dritte Kapitel skizziert die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Länder während ihrer jeweiligen Reformphasen und analysiert die Auswirkungen der Reformmaßnahmen auf das Wachstum, die Lebensstandards und die wirtschaftliche Struktur.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Transformation, den Reformpolitik, dem wirtschaftlichen Niedergang der Sowjetunion, dem Aufstieg Chinas, dem Vergleich der Ausgangslagen, der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reformansätze, den wirtschaftlichen Ergebnissen und dem Einfluss der Ausgangslage und der Reformansätze auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterschieden sich die Reformansätze in China und Russland?
Russland wählte anfang der 90er Jahre eine radikale Transformation (Schocktherapie), während China seit Ende der 70er Jahre einen schrittweisen, kontrollierten Weg der marktwirtschaftlichen Öffnung verfolgt.
Welche Rolle spielte die Ausgangslage in der Sowjetunion?
Die Sowjetunion litt unter einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Niedergang und einer Erosion des Imperiums, was den Druck für schnelle, oft überhastete Reformen erhöhte.
Was war Chinas Strategie unter Deng Xiaoping?
China öffnete sich schrittweise für marktwirtschaftliche Elemente, ohne das politische System sofort radikal umzustürzen, was zu einem beispiellosen ökonomischen Aufschwung führte.
Welche wirtschaftlichen Ergebnisse zeigen sich heute?
China hat sich zu einer globalen Supermacht entwickelt. Russland durchlief eine schwere Krise, konnte sich aber später durch steigende Rohstoffpreise wieder stabilisieren.
Welche Schattenseiten hat das „chinesische Wirtschaftswunder“?
Massive Umweltverschmutzung und soziale Ungleichheiten gelten als wesentliche Makel der rasanten chinesischen Entwicklung.
Warum scheiterte die russische Transformation zunächst?
Die Kombination aus ökonomischem Zusammenbruch, politischer Instabilität und der schnellen Einführung kapitalistischer Methoden ohne stabile Institutionen führte zu einem dramatischen Niedergang.
- Arbeit zitieren
- Stefan Weidemann (Autor:in), 2007, Aufschwung und Niedergang: Die wirtschaftliche Transformation Chinas und Russlands im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92244