Nach einer über Jahrzehnte andauernden Diskussion um die Bestimmung eines allgemein anerkannten
geldpolitischen makroökonomischen Ziels, ist es zumindest in Europa nahezu unumstritten,
dass sich die Geldpolitik primär am Ziel der Geldwertstabilität orientieren sollte. In
diesem Zusammenhang stellt sich vor allem die Frage, wie die Geldpolitik eines Landes idealerweise
konzeptionell beschaffen sein sollte, um dieses vorgegebene makroökonomische Ziel
mit möglichst geringen Friktionen erreichen zu können.
Mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im März 1973, welches jeder Notenbank
außerhalb der USA eine stabile und einfache geldpolitische Konzeption bot, und der damit
entstehenden Notwendigkeit einer weltweiten grundlegenden konzeptionellen Neuorientierung
entschieden sich zahlreiche Länder dazu, die bereits in den fünfziger und sechziger Jahren
entwickelte Strategie des Monetary Targeting zu verfolgen. Diese auch als Geldmengensteuerung
bezeichnete Konzeption versucht dabei das Endziel der Stabilität des Geldes zu realisieren,
indem sie es indirekt über die als Zwischenziel fungierende Geldmenge steuert.
Dagegen gingen in den neunziger Jahren eine Reihe von Ländern infolge relativ schlechter Erfahrungen
mit Monetary oder Exchange Rate Targeting dazu über, eine neue geldpolitische
Konzeption der direkten Inflationssteuerung, das sogenannte Inflation Targeting, zu praktizieren.
Statt über traditionelle Zwischenziele wird das Endziel der Geldwertstabilität dabei direkt
durch Formulierung eines expliziten, quantitativen Inflationsziels gesteuert.
Angesichts dieses Strategiewandels auch aufgrund negativer Erfahrungen mit Monetary Targeting
entstand zwischen den Verfechtern des Monetary Targeting und den Vertretern des Inflation
Targeting die zentrale geldpolitische Debatte, welche der Strategien die optimalere bzw.
effizientere sei, wobei die Diskussion insbesondere im Zuge der geldpolitischen Ausgestaltung
der Europäischen Zentralbank an Intensität gewann.
Befürworter des Inflation Targeting begründen die Überlegenheit dieser Strategie gegenüber
dem Monetary Targeting hauptsächlich mit der Effizienz der Zwischenzielwahl, einem höheren
Grad an Transparenz und Rechenschaftslegung und infolge der daraus resultierenden
Glaubwürdigkeit einer besseren Eignung zur Inflationsbiasbekämfung, weshalb ich im Rahmen
dieser Arbeit die beiden Strategien neben bisherigen praktischen Erfahrungen hinsichtlich dieser
Aspekte miteinander vergleichen werde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Einführung
- Die Funktion der geldpolitischen Konzeption
- Entstehung der Debatte um Monetary versus Inflation Targeting
- Geldpolitische Strategien
- Monetary Targeting
- Konzeptioneller Rahmen
- Offene konzeptionelle Fragen
- Inflation Targeting
- Konzeptioneller Rahmen
- Offene konzeptionelle Fragen
- Monetary Targeting
- Monetary versus Inflation Targeting
- Praktische Erfahrungen
- Effizienz der Zwischenzielwahl
- Das Problem der Zeitkonsistenz
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche geldpolitische Strategie - Monetary Targeting oder Inflation Targeting - sich zur Erreichung der Geldwertstabilität besser eignet. Die Autorin analysiert die beiden Strategien und deren konzeptionelle Rahmenbedingungen, wobei sie auch auf die jeweiligen offenen Fragen eingeht. Im Vergleich der beiden Strategien untersucht sie insbesondere die Effizienz der Zwischenzielwahl, das Problem der Zeitkonsistenz und die praktischen Erfahrungen mit beiden Strategien.
- Analyse der konzeptionellen Rahmenbedingungen von Monetary Targeting und Inflation Targeting
- Vergleich der Effizienz der Zwischenzielwahl bei beiden Strategien
- Beurteilung der Zeitkonsistenz von Monetary Targeting und Inflation Targeting
- Bewertung der praktischen Erfahrungen mit beiden Strategien
- Bewertung der Eignung der beiden Strategien zur Inflationsbekämpfung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Geldwertstabilität und die damit verbundene Frage nach der optimalen geldpolitischen Konzeption ein. Sie beschreibt die Entwicklung von Monetary Targeting und Inflation Targeting und die Entstehung der Debatte um die beste Strategie.
- Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Funktion der geldpolitischen Konzeption und das Ziel der Geldwertstabilität. Es wird die Bedeutung einer stabilen und strukturierten Handlungsanweisung für die Notenbank hervorgehoben. Weiterhin wird die Entstehung der Debatte um Monetary versus Inflation Targeting im Kontext des Bretton-Woods-Systems und den Erfahrungen mit traditionellen geldpolitischen Strategien beleuchtet.
- Geldpolitische Strategien: Dieser Teil der Arbeit stellt die beiden Strategien Monetary Targeting und Inflation Targeting vor. Für beide Konzeptionen wird der konzeptionelle Rahmen und die zugehörigen offenen Fragen dargestellt.
- Monetary versus Inflation Targeting: In diesem Kapitel erfolgt der Vergleich der beiden Strategien, wobei die Autorin auf die Effizienz der Zwischenzielwahl, das Problem der Zeitkonsistenz und die bisherigen praktischen Erfahrungen mit beiden Strategien eingeht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse der beiden geldpolitischen Strategien Monetary Targeting und Inflation Targeting. Dabei werden zentrale Konzepte wie Geldwertstabilität, Zwischenzielwahl, Zeitkonsistenz, Inflationssteuerung und praktische Erfahrungen in der Geldpolitik behandelt. Die Arbeit betrachtet die Eignung der beiden Strategien zur Inflationsbekämpfung und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Volkswirtin Anna D. Schipler (Autor:in), 2004, Optimale geldpolitische Strategie , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88750