Von einer guten Pflege hängt die Lebensdauer einer Kontaktlinse, von einer guten
Hygiene die Vermeidung von Augenreizungen und –infektionen ab. In den
Industrienationen steht das Tragen weicher Kontaktlinsen als Trigger der
infektiösen Keratitis mit Abstand an erster Stelle vor Augenverletzungen,
Immunschwächesyndromen und anderen Faktoren.
Im Vergleich zum Nichtlinsentragen ist das Keratitisrisiko bei Trägern weicher Kontaktlinsen bis zu 80mal, im Vergleich zu den besser zu pflegenden, formstabilen Kontaktlinsen bis zu 14mal höher. Das Risiko einer bakteriellen Keratitis steigt dabei mit zunehmender Benutzungsdauer. Jedoch auch das Tragen moderner Tages- bzw. Einmallinsen bedingt ein höheres Infektionsrisiko, denn neben der infektiösen
Belastung spielt die mechanische Irritation eine Rolle, die bei den nicht individuell
angepassten Tageslinsen höher ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Infektionsgefährdung von Trägern weicher Kontaktlinsen
1.3 Bisherige Befunde zur antibakteriellen Wirkung von Kontaktlinsen-pflegesystemen
2 Eigene Untersuchungen
2.1 Methodik
2.1.1 Marktanalyse
2.1.1.1 Literatur- und Internetrecherche
2.1.1.2 Telefonische und schriftliche Befragungen
2.1.2 Tränenfilm
2.1.3 Kontaktlinsendesinfektionsmitteltestung
2.1.3.1 Mikroorganismen, Nährmedien und Laborbedarf
2.1.3.2 Ablauf des quantitativen Suspensionstests
2.1.3.3 Durchgeführte Kontrollen und Aufbereitung der Katalysatoren
2.2 Ergebnisse
2.2.1 Marktanalyse
2.2.1.1 Pflegemittelsystemarten
2.2.1.2 Meistverkaufte Präparate 2005
2.2.2 Tränenfilm
2.2.2.1 Allgemeiner Aufbau und Zusammensetzung
2.2.2.2 Besonderheiten bei Kontaktlinsenträgern
2.2.3 Kontaktlinsendesinfektionsmitteltestung
2.2.3.1 Peroxidsysteme (alphabetisch geordnet)
2.2.3.2 All-in-One-Lösungen (alphabetisch geordnet)
2.2.3.3 Sauerstoffabspalter
2.3 Diskussion
2.3.1 Methodik und Ergebnisse der Marktanalyse
2.3.2 Zusammensetzung des Tränenfilms
2.3.3 Methodik der Pflegemitteltestung
2.3.4 Ergebnisse der Pflegemitteltestung
2.4 Schlussfolgerungen mit weiterführenden Gedanken
3 Zusammenfassung
4 Literaturverzeichnis
5 Anhang
5.1 Untersuchte Kontaktlinsendesinfektionsmittel in alphabetischer Reihenfolge
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mikrobiozide Wirksamkeit von 17 gängigen Kontaktlinsenpflegesystemen auf Basis der DIN ISO 14729, um deren Sicherheit und Zuverlässigkeit im Hinblick auf die Prävention von bakteriellen Keratitiden bei Trägern weicher Kontaktlinsen zu bewerten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die Pflegemittel den hohen Anforderungen an eine wirksame Desinfektion auch unter realitätsnahen Belastungsbedingungen (Eiweiß- und Mucinbelastung) gerecht werden.
- Vergleichende Analyse der mikrobioziden Wirksamkeit von Peroxid- und All-in-One-Systemen
- Einfluss von Tränenfilm-Belastungsfaktoren auf die Desinfektionsleistung
- Methodische Bewertung nach DIN ISO 14729 und erweiterten Sicherheitsstandards
- Evaluierung innovativer Wirkstoffklassen wie Sauerstoffabspaltern
- Diskussion von Risiken durch unzureichende Pflegemittelhygiene und bakterielle Kontamination
Auszug aus dem Buch
2.1.3.2 Ablauf des quantitativen Suspensionstests
Als Grundlage für die Testung diente die DIN 14729 für Kontaktlinsenpflegemittel. Aufgrund geänderter Testanforderungen und bestimmter Umwelt- bzw. Laborbedingungen wurden jedoch einige Modifikationen vorgenommen. So wurden die Ausgangskoloniezahlen für Bakterien auf 10^9 KbE/ml und für Pilze auf 10^8 KbE/ml erhöht, um die geforderten Reduktionsfaktoren von 5 für Bakterien bzw. 4 für Pilze sicher abbilden zu können. Gemäß DIN 14729 wurde davon ein Inokulum von 0,1 ml in 10 ml Kontaktlinsendesinfektionsmittel übertragen und für die vom Hersteller empfohlene Mindesteinwirkzeit (i.d.R. 4 h bei All-in-One-Lösungen und 6 h bei Peroxiden) sowie für 8 h (entspricht der Herstellerangabe „über Nacht“) im Wasserbad bei 25 °C inkubiert. Eine Ausnahme hiervon bildete der Sauerstoffabspalter Anovis Oxidice, der bei lediglich 30 min und 60 min Einwirkzeit getestet wurde. Nach der Desinfektionsphase wurden je 1 ml der noch aktiven Lösungen in 9 ml Inaktivator überführt und bei 25 °C für 30 min neutralisiert. Danach wurden eine dezimale Verdünnungsreihe in CSL hergestellt und auf jeder Stufe 0,1 ml auf geeignetem Agar in Doppelbestimmung ausplattiert. Die meisten Bakterien sowie C. albicans wurden anschließend bei 37 °C, S. marcescens bei 30 °C und F. solani bei 25 °C im Brutschrank inkubiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die medizinische Relevanz der Kontaktlinsenhygiene, die hohe Infektionsgefährdung durch unsachgemäße Pflege und den Forschungsbedarf bei bestehenden Pflegesystemen.
2 Eigene Untersuchungen: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die methodische Herangehensweise der Marktanalyse, die Bestimmung der Tränenfilmzusammensetzung und die Durchführung der quantitativen Suspensionstests sowie die gewonnenen Ergebnisse für verschiedene Pflegemittelgruppen.
3 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die mangelnde Wirksamkeit vieler All-in-One-Lösungen und empfiehlt den bevorzugten Einsatz von Peroxidsystemen sowie die Erforschung innovativer Ansätze.
4 Literaturverzeichnis: Umfassendes Quellenverzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur und Studien.
5 Anhang: Detaillierte Liste der untersuchten Kontaktlinsendesinfektionsmittel inklusive ihrer Inhaltsstoffe, Chargen und technischen Spezifikationen.
Schlüsselwörter
Kontaktlinsen, Pflegemittel, Desinfektion, bakterielle Keratitis, DIN ISO 14729, Suspensionstest, Peroxidsysteme, All-in-One-Lösungen, Sauerstoffabspalter, mikrobiozide Wirksamkeit, Tränenfilm, Albuminbelastung, Mucin, Augenhygiene, Keimreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der in-vitro-Prüfung der Wirksamkeit von Kontaktlinsenpflegemitteln, um deren Fähigkeit zur Keimreduktion bei weichen Kontaktlinsen zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die hygienischen Anforderungen an die Kontaktlinsenpflege, die Risiken einer bakteriellen Keratitis sowie der Vergleich unterschiedlicher Pflegesysteme (All-in-One vs. Peroxid) unter Belastungsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis der DIN ISO 14729 wissenschaftlich fundierte Aussagen über die antimikrobielle Sicherheit der am häufigsten genutzten Präparate zu treffen und auf unzureichende Desinfektionsleistungen hinzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Suspensionstest unter Einhaltung und Modifikation der DIN ISO 14729 durchgeführt, der zudem eine praxisnahe Belastung durch Albumin und Mucin beinhaltet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Marktanalyse, die physikalische und chemische Untersuchung der Tränenflüssigkeit, die systematische Testung der 17 Pflegemittel gegen spezifische Testorganismen sowie die detaillierte Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kontaktlinsenhygiene, mikrobiozide Wirkung, DIN ISO 14729, Bakterienreduktion und Peroxidsysteme.
Warum ist die Belastung durch Proteine und Mucin in der Studie so wichtig?
Frühere Studien deuteten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe der Tränenflüssigkeit die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln negativ beeinflussen können; daher stellt die Testung unter diesen Bedingungen eine realitätsnahe „Worst-Case“-Analyse dar.
Was macht das Mittel "Anovis Oxidice" in der Untersuchung besonders?
Anovis Oxidice hebt sich im Test als innovativer Sauerstoffabspalter hervor, der eine sehr hohe Wirksamkeit bei deutlich kürzerer Einwirkzeit zeigte und somit als vielversprechende Alternative bewertet wird.
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- Dipl.-Kfm. Andreas Schneider (Author), 2007, In-vitro-Prüfung der mikrobioziden Wirksamkeit von 17 Kontaktlinsenpflegesystemen für weiche Linsen auf Basis der DIN ISO 14729 , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88734