Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Die Ministererlaubnis in der deutschen Fusionskontrolle

Titel: Die Ministererlaubnis in der deutschen Fusionskontrolle

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Anni Heimann (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine kritische Analyse des deutschen Ministererlaubnisverfahrens nach § 42 GWB in der Fusionskontrolle am Beispiel der Fusion E.ON/Ruhrgas.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Allgemein

1.2 Anmeldung der geplanten Fusion beim Bundeskartellamt

1.3 Der Bundeswirtschaftsminister

1.4 Entwicklung des § 42 GWB

2. Voraussetzungen für eine Ministererlaubnis

2.1 Formelle Voraussetzungen für eine Ministererlaubnis

2.2 Materielle Voraussetzungen für eine Ministererlaubnis

2.2.1 Gesamtwirtschaftliche Vorteile

2.2.2 Überragendes Interesse der Allgemeinheit

3. Ministererlaubnis-Verfahren

3.1 Fristen und Schriftform

3.2 Bekanntmachung und Stellungnahmen

3.3 Verhandlung

3.4 Bedingungen und Auflagen

3.5 Anfechtung

3.6 Drittschutz bei einer erteilten Ministererlaubnis

4. Die Vor- und Nachteile einer Ministererlaubnis

4.1 Vorteile

4.2 Nachteile

5. Das E.ON/Ruhrgas-Verfahren

5.1 Die beteiligten Unternehmen

5.2 Der Antrag zum Ministererlaubnis-Verfahren

5.3 Vorverfahren

5.4 Hauptverfahren

5.5 Auflagen

5.6 Folgen und Probleme der Ministererlaubnis E.ON/Ruhrgas

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Instrument der Ministererlaubnis innerhalb der deutschen Fusionskontrolle und analysiert, unter welchen Voraussetzungen der Bundeswirtschaftsminister Fusionen genehmigen kann, die zuvor vom Bundeskartellamt untersagt wurden. Zentral ist dabei die Abwägung zwischen wettbewerblichen Aspekten und gesamtwirtschaftlichen Interessen oder dem überragenden Interesse der Allgemeinheit am Beispiel prominenter Fälle.

  • Rechtliche Grundlagen der Ministererlaubnis nach § 42 GWB.
  • Formelle und materielle Anforderungen an das Erlaubnisverfahren.
  • Analyse der Vor- und Nachteile dieses rechtsstaatlichen Instruments.
  • Detaillierte Untersuchung des umstrittenen E.ON/Ruhrgas-Verfahrens.
  • Diskussion über Transparenz, Korruptionsrisiken und politische Einflussnahme.

Auszug aus dem Buch

4.2 Nachteile

Abgesehen von den bereits genannten Vorzügen einer Ministererlaubnis gibt es jedoch wie so oft auch eine Kehrseite der Medaille. Denn es ist fraglich, ob die unabhängige und objektive Wettbewerbskontrolle durch das Kartellamt nicht durch die Einzelinteressen des politischen Geschäftes beeinflusst bzw. gefährdet wird. Folge der Institution einer Ministererlaubnis ist die Entmachtung einer Kartellamtsentscheidung durch die nur schwer zu definierenden Kriterien des Allgemeininteresses und tendiert zu einer Bevorzugung von Großzusammenschlüssen. Dies wird lediglich durch § 42 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 40 Abs. 3 Satz 2 GWB und § 42 Abs. 1 Satz 3 GWB eingeschränkt. Durch den Gebrauch der unbestimmten Rechtsbegriffe „gesamtwirtschaftliche Vorteile“ und „überragendes Interesse der Allgemeinheit“ im § 42 GWB eröffnet dies dem Bundeswirtschaftsminister einen zumindest theoretisch weiten Ermessensspielraum, der jedoch in der Praxis unter besonderem Augenschein steht. Hinzu kommt ein nicht zu verachtendes hohes Risiko der Korruption. So kann der Anreiz sehr hoch liegen, gegen eine entsprechende Gegenleistung einen geplanten Unternehmenszusammenschluss zu gestatten. Da beide Seiten eines korrupten Geschäftes natürlich kein Interesse an einer Bekanntmachung haben, bleibt dies grundsätzlich im Verborgenen. Es können also nur Mutmaßungen angestellt werden inwieweit die Ministererlaubnis von der Korruption befallen ist. Zu nennen wäre hier die Erlaubnis im Fall E.ON/Ruhrgas. Da jedoch vergleichbar mit den Fusionsuntersagungen wenige Unternehmenszusammenschlüsse freigegeben werden, kann diesem Punkt keine besondere Schwere zugemessen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die ökonomische Relevanz von Unternehmenszusammenschlüssen erläutert und das Instrument der Ministererlaubnis als Ausnahme von der kartellbehördlichen Fusionskontrolle eingeführt.

2. Voraussetzungen für eine Ministererlaubnis: Dieses Kapitel erläutert die formellen Anforderungen an den Antrag und definiert die materiellen Kriterien, namentlich gesamtwirtschaftliche Vorteile und das überragende Interesse der Allgemeinheit.

3. Ministererlaubnis-Verfahren: Hier werden die verfahrensrechtlichen Schritte beschrieben, die von der Bekanntmachung über die Anhörung bis hin zu möglichen Auflagen und Anfechtungsoptionen reichen.

4. Die Vor- und Nachteile einer Ministererlaubnis: Das Kapitel wägt den Nutzen der politischen Korrekturmöglichkeit gegen Gefahren wie politische Einflussnahme, Wettbewerbsverzerrung und Korruptionsrisiken ab.

5. Das E.ON/Ruhrgas-Verfahren: Eine Fallstudie, die den Verlauf der umstrittenen Genehmigung dieses Zusammenschlusses sowie die auferlegten Auflagen und die daraus resultierenden Probleme detailliert beleuchtet.

6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Dringlichkeit einer Reform des § 42 GWB angesichts veränderter globaler Wirtschaftsbedingungen.

Schlüsselwörter

Ministererlaubnis, Fusionskontrolle, Bundeskartellamt, Bundeswirtschaftsminister, § 42 GWB, Wettbewerbsschutz, Gesamtwirtschaftliche Vorteile, Überragendes Interesse der Allgemeinheit, E.ON/Ruhrgas, Marktbeherrschende Stellung, Kartellrecht, Unternehmenszusammenschluss, Auflagen, Monopolkommission, Korruptionsrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Ausgestaltung und die praktische Anwendung der Ministererlaubnis gemäß § 42 GWB innerhalb der deutschen Fusionskontrolle.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Verfahren der Ministererlaubnis, die materiellen Zulassungsvoraussetzungen, der Drittschutz, die politische Abwägung bei Fusionen sowie eine detaillierte Fallstudie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Instrument der Ministererlaubnis als Ausnahme zum allgemeinen Wettbewerbsrecht funktioniert und welche kritischen Aspekte dabei beachtet werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse der gesetzlichen Grundlagen (§ 42 GWB) sowie einer rechtswissenschaftlichen Aufarbeitung von Fachliteratur und Fallbeispielen.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der formellen und materiellen Voraussetzungen, die verfahrensrechtliche Abwicklung, die kritische Diskussion der Vor- und Nachteile sowie die Fallanalyse E.ON/Ruhrgas.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ministererlaubnis, Bundeskartellamt, GWB, gesamtwirtschaftliche Vorteile, politisches Ermessen und Wettbewerbskontrolle.

Warum wird im Dokument das E.ON/Ruhrgas-Verfahren so ausführlich behandelt?

Dieses Verfahren gilt als besonders spektakulär und umstritten, da es die Problematik der politischen Entscheidungsgewalt über wettbewerbliche Ergebnisse exemplarisch aufzeigt.

Welche Bedenken äußert die Autorin hinsichtlich der Korruption?

Die Autorin weist darauf hin, dass der weite Ermessensspielraum des Wirtschaftsministers und die Intransparenz politischer Deals ein theoretisches Korruptionsrisiko bergen, auch wenn konkrete Nachweise schwer zu führen sind.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ministererlaubnis in der deutschen Fusionskontrolle
Hochschule
Fachhochschule Trier - Hochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung
Note
1,0
Autor
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Anni Heimann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
27
Katalognummer
V88595
ISBN (eBook)
9783638028486
ISBN (Buch)
9783638926850
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ministererlaubnis Fusionskontrolle wettbewerb kartell kartellrecht europa fusion zusammenschluss § 42 GWB EGV Fusionsvorhaben verschmelzung Immenga Zusammenschlusskontrolle Veba IBH/Wibau E.ON/Ruhrgas Bundeswirtschaftsminister Monopolkommission efficiency defence Kollegialorgan Springer/ProSiebenSat. 1 Fusionskontrollrecht gesamtwirtschaftliche Vorteile Gelsenberg VIAG Gasmarkt Legal Unbundling Müller Tacke Staatssekretär Europarecht Binnenmarkt Wettbewerbsrecht Hardcore Kernbeschränkung Schwarze Klausel Freistellung Tochtergesellschaft Energiemarkt Monopol Monopolstellung öffentliches Interesse Gemeinwohl GWB AEUV Bundeskartellamt BKartA § 1 GWB § 2 GWB Freigabe EON FKVO Kommission marktbeherrschende Stellung Missbrauch BMWi Wirtschaftsminister Wettbewerb Kollmann Anni marktstark Behinderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH) Anni Heimann (Autor:in), 2007, Die Ministererlaubnis in der deutschen Fusionskontrolle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88595
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum