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Ziele, Inhalte und Methoden der politischen Bildung

Title: Ziele, Inhalte und Methoden der politischen Bildung

Scientific Essay , 1998 , 27 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Dr. Marc Oprach (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Die Frage nach der Notwendigkeit der politischen Bildung sowie nach den möglichen Zielen und Methoden der Vermittlung ist Gegenstand dieser Ausarbeitung, die sich schwerpunktmäßig auf die Herausstellung von konsensfähigen Forderungen zur politischen Bildungsarbeit konzentriert.
Um diese Frage beantworten zu können, ist es erforderlich, zuerst die Notwendigkeit, die Grundmuster sowie die verfassungsrechtlichen Vorschriften der politischen Bildung darzustellen, sodann sind die Ziele und Inhalte der politischen Bildung zu analysieren. Anschließend wird der Beutelsbacher Konsens als bedeutender Schritt bei der Formulierung eines Konsenses bezüglich der Methoden der politischen Bildung dargestellt. Hieran anknüpfend zeigt die Ausarbeitung konsensfähige Forderungen zur politischen Bildungsarbeit auf, und analysiert die Relevanz verschiedene Unterrichtsmethoden. Eine abschließende Beurteilung und Stellungnahme bildet den Endpunkt der Arbeit.
Seit der Gründung der Bundesrepublik hat die politische Bildung eine zentrale Funktion in der Entwicklung und Festigung unserer Demokratie übernommen. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus sollte die politische Bildung als Fundament der Demokratie den Aufbau und die Festigung des deutschen Staates entscheidend unterstützen.
Sander formulierte, dass jede Gesellschaft die Aufgabe hat, die politischen Strukturen den Gesellschaftsmitgliedern, insbesondere der jungen Generation, in Lernprozessen zu vermitteln.
Diese politische Sozialisation, die nicht von dem allgemeinen Sozialisationsprozeß zu trennen ist, beabsichtigt die Vermittlung von Werten, Einstellungen, Überzeugungen, Wissensständen und Handlungsdispositionen, die für die Stabilität der politischen Ordnung einer Gesellschaft erforderlich sind.
Die Politische Bildung im Unterricht hat sich jedoch seit ihrer Einführung in der Bundesrepublik kontinuierlich der institutionellen Dimension der Politik zugewandt. Die Verfassung, die Rechtsordnung, die Institutionen sowie die wechselseitige Abhängigkeit der Institutionen voneinander wurden derart intensiv behandelt, dass hier von einer reinen "Institutionenkunde" gesprochen werden könnte.
Eine Gesellschaft bedarf jedoch nicht nur eines "Minimums" an Grundwissen, sondern auch einer Basis von gemeinsamer Grundüberzeugung ohne die sie nicht existieren könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Notwendigkeit der politischen Bildung

3. Grundmuster der politischen Bildung

4. Verfassungsrechtliche Vorschriften zu den Zielen der politischen Bildung

5. Ziele und Inhalte der politischen Bildung

5a. Förderung und Festigung des politischen Bewußtseins

5b. Die Inhalte des politischen Bewußtseins

5c. Mitwirkung als Ziel

6. Beutelsbacher Konsens

6.a. Das Überwältigungsverbot

6.b. Kontroversität

6.c. Analyse- und Entscheidungsfähigkeit

7. Forderungen zur politischen Bildungsarbeit:

7.a. Kontroversität

7.b. Unparteilichkeit

7.c. Indoktrinationsverbot

7.d. Kommunikationsgebot

7.e. Toleranzgebot

7.f. Konsens in Grundrechten

8. Methoden der politischen Bildung

8a. Frontalunterricht

8b. Gruppenunterricht

9. Beurteilung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit den theoretischen und methodischen Grundlagen der politischen Bildung, wobei das primäre Ziel darin besteht, den Weg zur Mündigkeit der Lernenden durch konsensfähige Ansätze aufzuzeigen und zu analysieren.

  • Grundlagen und Notwendigkeit politischer Bildungsarbeit
  • Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik
  • Die drei Grundprinzipien des Beutelsbacher Konsens
  • Forderungen an die Gestaltung politischer Bildung
  • Methodenvergleich zwischen Frontalunterricht und Gruppenarbeit

Auszug aus dem Buch

6.a. Das Überwältigungsverbot

Das Überwältigungsverbot wird mit den Worten Friedrich Missens definiert als das Verbot, das Individuum, durch "Konditionierung, Einschüchterung, Überredung, Emotionalisierung, durch Verzerrung oder Verkürzung eines Sachverhaltes", an seiner Entfaltung der Persönlichkeit oder der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern. 34

Danach ist es nicht zulässig, den Schüler im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und ihn dadurch in seiner eigenen Meinungsbildung einzuschränken. Hier verläuft die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination ist unvereinbar mit der Rolle der Politischen Bildung in einer demokratischen Gesellschaft und der daraus resultierenden Zielvorstellung von der Mündigkeit des Bürgers.

Schmiederer formulierte als Ergänzung des Überwältigungsverbotes ein "Tabuisierungsverbot". Denn auch eine Tabuisierung, also ein Weglassen bestimmter gesellschaftlich relevanter Themen und Tatbestände, kann ebenso wie eine Überwältigung den Schüler an der Gewinnung eines selbständigen Urteils hindern. 35

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der politischen Bildung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Fokus auf konsensfähige Forderungen der Bildungsarbeit.

2. Notwendigkeit der politischen Bildung: Dieses Kapitel begründet die Bedeutung der politischen Bildung für die Stabilität der Demokratie und die politische Sozialisation der jungen Generation.

3. Grundmuster der politischen Bildung: Hier werden die historischen Grundmuster der Herrschaftslegitimation, der Mission und der Mündigkeit unterschieden.

4. Verfassungsrechtliche Vorschriften zu den Zielen der politischen Bildung: Es wird dargelegt, dass das Grundgesetz keine direkten Erziehungsziele vorgibt, sondern den Rahmen für eine freiheitliche politische Bildung setzt.

5. Ziele und Inhalte der politischen Bildung: Dieses Kapitel erläutert die Förderung des politischen Bewusstseins und die Bedeutung der Mitwirkung als zentrales Ziel der Bildungsarbeit.

6. Beutelsbacher Konsens: Der Konsens von 1976 wird als entscheidender Minimalkonsens der politischen Didaktik mit seinen Kernprinzipien vorgestellt.

7. Forderungen zur politischen Bildungsarbeit:: Detaillierte Auflistung der normativen Forderungen wie Kontroversität, Unparteilichkeit und Toleranz.

8. Methoden der politischen Bildung: Vergleich der methodischen Ansätze Frontalunterricht und Gruppenunterricht im Hinblick auf ihre Eignung für politische Lernziele.

9. Beurteilung: Die abschließende Stellungnahme resümiert die Notwendigkeit einer methodischen Kombination zur Erreichung der Bildungsziele.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Demokratie, Beutelsbacher Konsens, Mündigkeit, Überwältigungsverbot, Kontroversität, Politische Sozialisation, Gruppenunterricht, Frontalunterricht, Indoktrinationsverbot, Partizipation, Urteilsfähigkeit, Grundgesetz, politische Didaktik, Werteerziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ziele, Inhalte und methodischen Ansätze der politischen Bildung in Deutschland unter Berücksichtigung historischer und verfassungsrechtlicher Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Fokus stehen die Notwendigkeit politischer Bildung, der Beutelsbacher Konsens, die didaktischen Prinzipien der Mündigkeit und die unterrichtspraktische Umsetzung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die konsensfähigen Forderungen an die politische Bildungsarbeit herauszuarbeiten, die den Lernenden zur eigenständigen Analyse und politischen Mündigkeit befähigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen politikdidaktischen Werke sowie der kritischen Auswertung von Dokumenten zum politischen Unterricht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundmuster, die Analyse des Beutelsbacher Konsens, die Behandlung der normativen Anforderungen an Lehrende sowie den Vergleich von Unterrichtsmethoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Überwältigungsverbot, die Kontroversität, das Indoktrinationsverbot und die politische Mündigkeit der Lernenden.

Welche Rolle nimmt der Lehrer gemäß dem Beutelsbacher Konsens ein?

Der Lehrende soll nicht missionieren, sondern als Moderator auftreten, der Kontroversen offenlegt und den Schüler zur eigenen Urteilsbildung anregt.

Wie unterscheidet sich der Gruppenunterricht vom Frontalunterricht in der politischen Bildung?

Während der Frontalunterricht der Wissensvermittlung dient, fördert der Gruppenunterricht zusätzlich soziale Kompetenzen, Solidarität und die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung.

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Details

Title
Ziele, Inhalte und Methoden der politischen Bildung
Grade
1,00
Author
Dr. Marc Oprach (Author)
Publication Year
1998
Pages
27
Catalog Number
V87811
ISBN (eBook)
9783638033152
ISBN (Book)
9783638930697
Language
German
Tags
Ziele Inhalte Methoden Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Marc Oprach (Author), 1998, Ziele, Inhalte und Methoden der politischen Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87811
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