„Auch in Österreich hört man immer wieder den Wunsch nach Vergessen und Verdrängen. Beide Aufforderungen sind falsch: Nur Menschen mit einem schlechten Gewissen, die Angst vor der Verantwortung haben, suchen das Verdrängen und solche, die nicht bereit sind, aus der Vergangenheit zu lernen, rufen unentwegt nach dem Vergessen.“ (Vranitzky 1995). Dieses Zitat stammt aus dem Vorwort des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Frantz Vranitzky, zum Buch „Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen“ von Hans Maršálek. Mit diesem Satz habe ich schon in meiner Fachbereichsarbeit zum Thema „Das Konzentrationslager Mauthausen und seine Nebenlager Melk und Großraming“ versucht meine Motivation, zu diesem Thema zu arbeiten, darzulegen. Auch bei dieser Arbeit war ein wichtiger Aspekt für mich, zu einem Thema zu arbeiten, dass in Österreich in der breiten Öffentlichkeit wenig Beachtung findet, obwohl es doch ein ganz zentraler Bestandteil der österreichischen Geschichte ist. Und gerade im Anschluss an ein Gedankenjahr (2005), indem die „Österreicher“ zwar aller möglichen Dinge gedenken, wo aber viel mehr Dinge doch unbedacht bleiben, war es eine Motivation mich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu beschäftigen. In der näheren Auseinandersetzung mit dem Thema bin ich dann zum Schluss gekommen, dass ich mich auf den rechten Widerstand, also auf den katholisch-konservativ-bürgerlichen Widerstand spezialisieren möchte, um das so umfangreiche Thema einzuschränken. Der Grund warum ich mich näher mit dem rechten Widerstand auseinandergesetzt habe, war der, dass mein Wissenstand (im Gegensatz zum linken Widerstand) eher gering war, und ich deshalb mehr zu diesem Thema erfahren wollte.
Inhaltsverzeichnis
- Widerstand - Eine Begriffsbestimmung..
- Probleme und Besonderheiten des Widerstands in Österreich........
- DER WIDERSTAND DES KATHOLISCH, BÜRGERLICHEN LAGERS.
- Vorraussetzungen..
- Die drei großen Freiheitsbewegungen.
- Gruppe um Roman Scholz
- Gruppe um Dr. Karl Lederer.
- Gruppe um Dr. Jakob Kastelic.
- Die Zerschlagung der drei großen Widerstandsgruppen........
- Andere Bewegungen des katholisch, bürgerlichen Lagers.
- Die Gruppe Kühnl – Meithner .
- Die Gruppe um Anselm Grand..
- DER WIDERSTAND DER LEGITIMISTEN
- Legitimistische Widerstandsgruppen
- Die Gruppe „Burian“.
- Die Gruppe „Hebra“.
- Die Gruppe „Zemljak“.
- Die Gruppe,,Müller-Thanner“.
- Gruppe,,Freiheit Österreich"
- Die Gruppe um Leopold Mahr.
- Die „Illegale Österreichische Kaisertreue Front“:
- Die,,Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreich“.
- ZUSAMMENFASSUNG..
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Widerstand gegen das NS-Regime in Österreich und widmet sich insbesondere dem rechten, katholisch-konservativ-bürgerlichen Widerstand. Sie untersucht verschiedene Widerstandsgruppen und analysiert ihre Motivationen, Ziele und Aktionen. Der Fokus liegt dabei auf den drei großen Freiheitsbewegungen und den Widerstandsgruppen der Legitimisten.
- Die unterschiedlichen Formen und Motivationen des Widerstands in Österreich
- Die Rolle der katholischen Kirche und bürgerlichen Kreise im Widerstand
- Die Organisation und Aktivitäten der wichtigsten Widerstandsgruppen
- Die Bedeutung des Widerstands für die österreichische Geschichte
- Die Herausforderungen und Probleme des Widerstands im österreichischen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung thematisiert den Widerstand im Allgemeinen und fokussiert auf die Definition des Begriffs sowie die spezifischen Herausforderungen des Widerstands in Österreich. Sie beleuchtet die Entwicklung der Widerstandsforschung im Land und die unterschiedlichen Perspektiven auf den Widerstand im Nachkriegsösterreich.
Das zweite Kapitel widmet sich dem Widerstand des katholisch-bürgerlichen Lagers. Es beleuchtet die Voraussetzungen und die Entstehung der drei großen Freiheitsbewegungen, die von Roman Scholz, Karl Lederer und Jakob Kastelic geführt wurden. Die Kapitel beschreibt die Organisation, Ziele und Aktionen dieser Gruppen und analysiert ihre Zerschlagung durch das NS-Regime. Es behandelt auch weitere, weniger bekannte Widerstandsgruppen aus dem katholischen, bürgerlichen Lager, wie etwa die Gruppe Kühnl – Meithner und die Gruppe um Anselm Grand.
Das dritte Kapitel untersucht den Widerstand der Legitimisten, auch Monarchisten genannt. Es stellt verschiedene Widerstandsgruppen vor, darunter die Gruppen „Burian“, „Hebra“, „Zemljak“ und „Müller-Thanner“. Die Gruppe „Freiheit Österreich“ und die Gruppe um Leopold Mahr sowie die „Illegale Österreichische Kaisertreue Front“ und die „Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreich“ werden ebenfalls vorgestellt und ihre Ziele und Aktionen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Der rechte Widerstand, katholisch-konservativ-bürgerliches Lager, Freiheitsbewegungen, Legitimisten, Monarchisten, NS-Regime, Widerstandsgruppen, Österreichische Geschichte, politische Repression, illegale Aktivitäten, Zerschlagung der Widerstandsgruppen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem „rechten Widerstand“ in Österreich?
Damit ist der katholisch-konservativ-bürgerliche Widerstand gegen das NS-Regime gemeint, der oft aus religiösen oder monarchistischen Motiven handelte, im Gegensatz zum linksorientierten (kommunistischen/sozialistischen) Widerstand.
Wer waren die Anführer der drei großen bürgerlichen Freiheitsbewegungen?
Die zentralen Gruppen bildeten sich um Roman Scholz, Dr. Karl Lederer und Dr. Jakob Kastelic. Diese Gruppen wurden jedoch vom NS-Regime zerschlagen.
Welche Rolle spielten die Legitimisten im Widerstand?
Legitimisten (Monarchisten) strebten die Wiederherstellung des Kaiserreichs an. Gruppen wie „Burian“, „Hebra“ oder „Zemljak“ arbeiteten illegal gegen die Nationalsozialisten, um eine eigenständige österreichische Identität zu bewahren.
Warum wurde dieser Teil des Widerstands lange wenig beachtet?
Die Arbeit weist darauf hin, dass in der österreichischen Öffentlichkeit oft ein Wunsch nach Verdrängen herrschte. Während der linke Widerstand präsenter war, blieb das Wissen über das katholisch-bürgerliche Lager oft gering.
Was war das Ziel der Gruppe „Freiheit Österreich“?
Wie viele legitimistische Gruppen zielte sie auf die Befreiung Österreichs vom NS-Regime und die Wiedererlangung der staatlichen Souveränität ab, oft verknüpft mit kaisertreuen Idealen.
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- Leonhard Kern (Author), 2006, Der politische Widerstand gegen das NS-Regime, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85124