Diese Untersuchung hat die Klärung der Frage, inwieweit die naturwissenschaftlichen Ergebnisse der Neurobiologen Auswirkungen auf die philosophische Debatte um die Willensfreiheit haben können, zum Thema.
Zunächst werden die methodologischen Grundsätze der Neurobiologie dargestellt und die beiden wichtigsten Experimente, die in der Argumentation um die Willensfreiheit insbesondere von den Neurowissenschaftlern Roth und Singer angeführt wurden, vorgestellt (Ziffer 2.1). Dies sind die Libet-Experimente (Ziffer 2.2.1) und die Experimente von Bennett und Hacker (Ziffer 2.2.2).
Danach wird ausgehend von der Unterscheidung von Ursachen und Gründen (Ziffer 3.1) gezeigt, dass die von den Neurowissenschaftlern vorgebrachten „Widerlegungen“ der Willensfreiheit Mängel aufweisen, die vor allem aus der fehlerhaften Rede, die das Gehirn als Akteur bezeichnet, entstehen. Diese Redeweise wird einer Sprachkritik unterzogen, die sich an frühere Untersuchungen von Bennett und Hacker anlehnt (Ziffer 3.2).
Ein Ausblick rundet die Untersuchung ab.
Inhaltsverzeichnis
- Zweck und Anlage der Arbeit
- Allgemeine Grundlagen und relevante Experimente der Neurobiologie
- Naturwissenschaftliche Grundlagen (Methoden)
- Für die Thematik wichtige Experimente
- Die Libet-Experimente
- Die Experimente von Haggard und Eimer (1999)
- Warum die naturwissenschaftlichen Ergebnisse die These von der Willensfreiheit des Menschen nicht widerlegen
- Ursachen vs. Gründe
- Ursachen und Kausalanalyse
- Gründe
- Über Kategorienfehler in der Diskussion
- Ursachen vs. Gründe
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit die Ergebnisse der Neurobiologie Auswirkungen auf die philosophische Debatte um die Willensfreiheit haben. Es wird untersucht, ob die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse die These von der Willensfreiheit des Menschen widerlegen können.
- Methodologischen Grundlagen der Neurobiologie
- Relevante Experimente der Neurobiologie, insbesondere die Libet-Experimente und die Experimente von Haggard und Eimer
- Unterscheidung von Ursachen und Gründen
- Kategorienfehler in der Diskussion um die Willensfreiheit
- Kritik an der Rede vom Gehirn als Akteur
Zusammenfassung der Kapitel
Zweck und Anlage der Arbeit
Dieses Kapitel stellt die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit dar. Es werden die wichtigsten Themengebiete der Untersuchung vorgestellt, die in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet werden.
Allgemeine Grundlagen und relevante Experimente der Neurobiologie
Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der Neurobiologie und stellt zwei wichtige Experimente vor, die in der Debatte um die Willensfreiheit eine zentrale Rolle spielen: Die Libet-Experimente und die Experimente von Haggard und Eimer.
Warum die naturwissenschaftlichen Ergebnisse die These von der Willensfreiheit des Menschen nicht widerlegen
Dieses Kapitel setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Ergebnisse der Neurobiologie die Willensfreiheit des Menschen widerlegen können. Es wird argumentiert, dass die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse nicht in der Lage sind, die Willensfreiheit zu widerlegen, da sie sich auf Ursachen und nicht auf Gründe beziehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Willensfreiheit, Neurobiologie, Ursachen, Gründe, Kategorienfehler, Sprachkritik, Libet-Experimente, Haggard und Eimer, Roth und Singer.
Häufig gestellte Fragen
Widerlegt die Neurobiologie die Willensfreiheit?
Die Arbeit argumentiert, dass neurobiologische Ergebnisse die Willensfreiheit nicht widerlegen können, da sie oft auf einem Kategorienfehler beruhen und Ursachen mit Gründen verwechseln.
Was ist der Unterschied zwischen Ursachen und Gründen?
Ursachen beziehen sich auf kausale, naturwissenschaftliche Abläufe (z.B. neuronale Impulse), während Gründe rationale Motive für menschliches Handeln beschreiben.
Welche Bedeutung haben die Libet-Experimente?
In den Libet-Experimenten wurde festgestellt, dass das Gehirn ein Bereitschaftspotenzial aufbaut, bevor eine bewusste Entscheidung getroffen wird. Neurowissenschaftler wie Roth und Singer nutzen dies als Argument gegen die Willensfreiheit.
Was ist die Kritik an der Rede vom „Gehirn als Akteur“?
Es wird kritisiert, dass dem Gehirn menschliche Eigenschaften (wie „entscheiden“ oder „wollen“) zugeschrieben werden, was ein sprachlicher und logischer Fehler ist, da nur der Mensch als Ganzes handelt.
Wer sind Bennett und Hacker?
Bennett und Hacker sind Forscher, die eine Sprachkritik an den Neurowissenschaften geübt haben und auf die methodischen Mängel bei der Interpretation biologischer Daten hinweisen.
- Quote paper
- Markus Andreas Mayer (Author), 2007, Ursachen versus Gründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83550