(aus der Einleitung)
Spinozas Werk, die Ethica, umfaßt fünf Bücher, beginnend mit einem Buch über Gott. „In der
Reihenfolge dieser fünf Teile spiegelt sich der Gedanke, daß die Lehre von Gott [...] Grundlage
für alles Folgende ist.“ Ist Gott die notwendige Grundlage aller Dinge, dann scheint der
von Oldenburg geschilderte Eindruck der Leser nicht unbegründet. Wenn alles in der Welt
notwendig aus der einen unendlichen Substanz folgt, ist freier Wille ausgeschlossen. Alles
wäre determiniert und der Mensch hätte keinen Einfluß auf seine Handlungen.
Notwendigkeit und die daraus resultierende Determination in Spinozas Ethica soll Thema
dieser Arbeit sein. Dabei gilt es zunächst, einen Blick auf die Grundlage, Gott, zu werfen.
Nach einer Untersuchung der Notwendigkeit soll betrachtet werden, ob der Mensch einen
freien Willen hat und wenn ja: Worin sieht Spinoza diesen?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Notwendigkeit und Wille - Ethik, Buch I
- Der Spinozanische Gottesbegriff
- Der Nezessitarismus
- Hat der Mensch einen freien Willen?
- Resümee
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept von Notwendigkeit und Willen in Spinozas Ethik, Buch I. Sie untersucht die Grundlage des Spinozanischen Gottesbegriffs und die daraus resultierende Determinierung aller Dinge in der Welt. Darüber hinaus wird die Frage nach der Existenz eines freien Willens im spinozanischen System beleuchtet.
- Der Spinozanische Gottesbegriff als causa sui
- Die Notwendigkeit der Existenz und des Wirkens der Dinge
- Der Nezessitarismus und die Determinierung von Willensakten
- Die Frage nach der Existenz eines freien Willens beim Menschen
- Das Verhältnis von Denken und Ausdehnung im spinozanischen System
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung thematisiert den Anstoß, den Spinozas philosophisches Konzept von Notwendigkeit und Willen bei seinen Zeitgenossen auslöste. Sie stellt die Problematik von Determinismus und Freiheit in Spinozas Werk dar und führt den Leser in die Thematik der Arbeit ein.
Notwendigkeit und Wille - Ethik, Buch I
Der Spinozanische Gottesbegriff
Dieser Abschnitt behandelt den Spinozanischen Gottesbegriff als causa sui und die daraus resultierende Vorstellung eines Substanzmonismus. Die Unendlichkeit der Attribute Gottes und die Abwesenheit eines freien Willens werden erläutert.
Der Nezessitarismus
Der Nezessitarismus in Spinozas Ethik wird in diesem Abschnitt näher beleuchtet. Die Annahme einer Kausalität zwischen den Modi des Denkens und der Ausdehnung sowie die daraus resultierende deterministische Sichtweise werden diskutiert.
Hat der Mensch einen freien Willen?
Dieser Abschnitt befasst sich mit der Frage, ob der Mensch in Spinozas System einen freien Willen besitzt. Die Verbindung von Wille und Kausalität wird beleuchtet, und es wird diskutiert, inwiefern der Mensch in seinen Handlungen determiniert ist.
Schlüsselwörter
Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Spinoza, Ethik, Gott, Substanz, Attribut, Notwendigkeit, Determinismus, freier Wille, Kausalität, Denken, Ausdehnung, Modi, Substanzmonismus, Nezessitarismus, Parallelismus.
Häufig gestellte Fragen
Besitzt der Mensch nach Spinoza einen freien Willen?
Nein, im System von Spinoza folgt alles mit absoluter Notwendigkeit aus der göttlichen Substanz. Der menschliche Wille ist somit ebenso determiniert wie alle anderen Naturereignisse.
Was bedeutet "Substanzmonismus" bei Spinoza?
Es ist die Lehre, dass es nur eine einzige, unendliche Substanz gibt (Gott oder Natur), von der alles andere lediglich Attribute (wie Denken und Ausdehnung) oder Modi (einzelne Dinge) sind.
Was ist der spinozanische Gottesbegriff?
Gott ist bei Spinoza die "causa sui" (Ursache seiner selbst) und nicht ein persönlicher Schöpfer außerhalb der Welt, sondern die immanente Ursache aller Dinge.
Was versteht man unter Nezessitarismus?
Nezessitarismus ist die philosophische Auffassung, dass alles, was geschieht, notwendig geschieht und es keine Zufälle oder alternativen Möglichkeiten gibt.
Wie hängen Denken und Ausdehnung zusammen?
Für Spinoza sind Denken und Ausdehnung zwei verschiedene Attribute derselben Substanz. Es gibt einen Parallelismus: Die Ordnung der Dinge ist dieselbe wie die Ordnung der Ideen.
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- Melanie Zimmermann (Autor), 2007, Notwendigkeit und Wille in Spinozas Ethik, Buch I, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83374