„Wenn wir einen Gegenstand repräsentieren, dann kopieren wir nicht solch ein Konstrukt oder eine Interpretation – wir stellen sie her.“ Sagte N. Goodman in seinem kunsttheoretischen Hauptwerk „Sprachen der Kunst“.
Er grenzt somit den Gegenstand, worunter neben materiellen Dingen auch Ereignisse fallen, von der Wahrnehmung des Gegenstandes ganz klar ab. Er behauptet, dass jede Wahrnehmung der Wirklichkeit auch gleichzeitig von Interpretation, Erfahrung, Interessen, etc. beeinflusst wird und somit die Grenze von Realität und Deutung verschwimmen lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Exemplifikation
- Verbindung zwischen Gegenstand und Bedeutung
- Logische Semantik
- Referenzausdrücke
- Denotation
- Exemplifikation
- Metaphorische Bezugnahme
- Intension und Extension
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert das Konzept der Exemplifikation, wie es von Nelson Goodman in seinem Werk „Sprachen der Kunst“ vorgestellt wird. Die Diskussion beleuchtet die Beziehung zwischen Gegenständen, Begriffen, Bedeutung und Interpretation, indem sie verschiedene Konzepte der logischen Semantik einbezieht.
- Die Verbindung zwischen einem Gegenstand und seiner Bedeutung
- Die Rolle von Symbolsystemen in der Kommunikation
- Die Beziehung zwischen Intension (Sinn) und Extension (Menge der erfüllten Gegenstände) eines Begriffs
- Die Unterscheidung zwischen Denotation (Beziehung zwischen Wort und bezeichnetem Gegenstand) und Exemplifikation (Beziehung zwischen Symbol und Eigenschaft)
- Metaphorische Bezugnahme in der Exemplifikation
Zusammenfassung der Kapitel
- Exemplifikation: Der Text beginnt mit der Einleitung von Goodmans Konzept, dass Repräsentation nicht eine Kopie eines Konstrukts ist, sondern eine Herstellung desselben. Er stellt die Unterscheidung zwischen Gegenstand und Wahrnehmung heraus und argumentiert, dass jede Wahrnehmung von Interpretation, Erfahrung und Interessen beeinflusst wird.
- Verbindung zwischen Gegenstand und Bedeutung: Der Text erklärt, wie Goodman verschiedene Symbolsysteme zur Herstellung dieser Verbindung nutzt, wobei er Kommunikation als ein solches System hervorhebt. Die logische Semantik wird als Fundament für die korrekte Anwendung dieser Systeme vorgestellt, wobei "syntaktisch wohlgeformte Ausdrücke" vorausgesetzt werden, die der Wahrheitsfunktion entsprechen.
- Logische Semantik: Der Text erläutert die Verwendung von Begriffen (logischen Prädikaten) in der logischen Semantik, um Gegenstände oder Ereignisse in der realen Welt zu bezeichnen. Die Unterscheidung zwischen Intension (Sinn) und Extension (Menge der erfüllten Gegenstände) eines Begriffs wird eingeführt, um die Verbindung zwischen Begriff und bezeichnetem Gegenstand zu verstehen.
- Referenzausdrücke und Denotation: Der Text definiert Referenzausdrücke als Gegenstände, die unter einen Begriff fallen, und erklärt, dass sie auch die Extension des Begriffs bilden. Denotation wird als die Beziehung zwischen Wort und bezeichnetem Gegenstand eingeführt, wobei ein Bild als Beispiel verwendet wird.
- Exemplifikation: Der Text stellt Exemplifikation als eine weitere Bezugnahmeform neben Denotation vor, die sich auf die Beziehung zwischen Symbol und Eigenschaft bezieht. Im Gegensatz zur Denotation kann ein Gegenstand immer nur eine Eigenschaft exemplifizieren, die er auch selbst besitzt, abhängig vom jeweiligen Bezugnahmegebiet.
- Metaphorische Bezugnahme: Der Text erläutert, wie Exemplifikation metaphorisch verstanden werden kann, indem er das Beispiel des Bildes "Der Schrei" von Edvard Munch verwendet. Das Bild exemplifiziert den Expressionismus und vermittelt metaphorisch die Gefühle von Einsamkeit und Angst, ohne diese direkt darzustellen.
- Intension und Extension: Der Text fasst zusammen, dass Intension und Extension in einer Beziehung zueinander stehen und sich gegenseitig bedingen. Denotation und Exemplifikation dienen als Mittel, um diese Beziehung zu verdeutlichen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselbegriffe des Textes sind: Exemplifikation, Denotation, Intension, Extension, logische Semantik, Symbolsysteme, Kommunikation, Gegenstand, Bedeutung, Wahrnehmung, Interpretation, Bezugnahmegebiete, Referenzausdrücke, metaphorische Bezugnahme, Kunst, Wissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Nelson Goodman unter Exemplifikation?
Exemplifikation ist eine Form der Referenz, bei der ein Symbol (z. B. ein Kunstwerk) eine Eigenschaft besitzt und gleichzeitig auf diese Eigenschaft verweist.
Wie unterscheidet sich Denotation von Exemplifikation?
Denotation ist die Beziehung zwischen einem Wort und dem bezeichneten Gegenstand. Exemplifikation hingegen ist die Beziehung zwischen einem Gegenstand und einer Eigenschaft, die er selbst verkörpert.
Was bedeutet der Satz „Wahrnehmung ist Herstellung“?
Laut Goodman kopieren wir die Welt nicht einfach, sondern unsere Wahrnehmung wird durch Interpretation, Erfahrung und Interessen aktiv konstruiert.
Was sind Intension und Extension in der Semantik?
Die Intension beschreibt den Sinn oder die Bedeutung eines Begriffs, während die Extension die Menge aller Gegenstände ist, die unter diesen Begriff fallen.
Wie funktioniert metaphorische Exemplifikation?
Ein Beispiel ist das Bild „Der Schrei“ von Munch: Es exemplifiziert metaphorisch Gefühle wie Angst und Einsamkeit, ohne sie direkt abzubilden.
Welche Rolle spielen Symbolsysteme?
Symbolsysteme sind die Grundlage der Kommunikation. Sie ermöglichen es uns, Verbindungen zwischen Gegenständen und Bedeutungen logisch und semantisch herzustellen.
- Arbeit zitieren
- Sinikka Föllner (Autor:in), 2006, Exemplifikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83368