Wohl jedem ist heutzutage die Magellanstrasse bekannt. Im Spanischen wird sie als Estrecho de Magallanes bezeichnet. Sie befindet sich am südlichsten Punkt des Festlandes von Argentinien und dem Feuerland, als darunter liegende Insel. Durchfahren bzw. entdeckt wurde diese Strasse bei einem der zahlreichen Unternehmen von Seefahrern im 16. Jh. mit dem Ziel, die Gewürzinseln über den westlichen Seeweg zu erreichen. Darüber hinaus spielte natürlich der wirtschaftliche und persönliche Nutzen in Form von Ehre, die Befriedigung der Neugier über andere Kulturen und Landschaften oder nur die Abenteuerlust eine Rolle. Geschichtlich einzuordnen ist dieses Unternehmen somit in die koloniale Epoche Lateinamerikas, die weit über drei Jahrhunderte den „neuen“ Kontinent prägte. Bei diesem Seefahrtunternehmen war neben dem Fernando de Magallanes auch der Seefahrer und Schriftsteller Antonio Pigafetta an Bord, der Tagebuch schrieb und der Nachwelt somit wertvolle Augenzeugenberichte und Informationen über den Verlauf dieser Umseglung hinterließ.
Der Titel dieser Arbeit weist auf zwei wesentliche Aspekte hin. Einerseits auf die kolonialen Eroberungen dieser Zeit, deren Antonio Pigafetta Zeuge wurde, zum anderen auf das Tagebuch als Form des Reisebericht als Spiegel dieses Zeitgeistes.
Zentrales Thema ist das Werk von Antonio Pigafetta: "Primer viaje en torno del globo" sein. Dieses Thema soll im literarischen und geschichtlichen Kontext analysiert werden.
Um das Werk in seinen geschichtlichen Rahmen zu bringen, erfolgt nach der Einleitung ein Überblick über die koloniale Epoche Lateinamerikas. Im zweiten Kapitel der Arbeit wird das Seefahrtunternehmen Magalhães, an dem Antonio Pigafetta teilnahm, näher beleuchtet. Wie ist es einzuordnen im Vergleich zu anderen Seefahrtunternehmen. Welches Ziel steckte dahinter, welche Bedeutung hatte es im Kontext der territorialen Expansion?
Nach diesem thematischen eher geschichtlichen Diskurs über die Kolonisation Spaniens folgt der Einstieg in die literaturwissenschaftliche Sphäre. Dabei sollen Fragen wie : Welche Bedeutung hatte Anfang des 16. Jahrhunderts der Reisebericht? Kann er ein authentisches Bild der Realität schaffen?
Zum Schluss erfolgt dann die Analyse Pigafettas Werkes: Primo Viaggio in torno al Globo Terracqueo. Untersucht werden soll unter anderem sein Schreibstil, das Grundmuster seines Reiseberichtes, religiöse Bezüge, die Beziehung zu seinem Kapitän Magalhães, seine Position zu Frauen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über die koloniale Epoche Hispanoamerikas
2.1 Koloniale Eroberungen bis zur Entdeckung Amerikas
2.2 Die neue Welt unter Spanien und Portugal
3. Das Seefahrtunternehmen von Fernando de Magallanes – Die Reise zu den Gewürzinseln
4. Reiseliteratur der Renaissance
4.1 Die Wandlung
4.2 Der Reisebericht als Text
5. Pigafettas Werk: Primer viaje alrededor del globo
5.1 Der Autor Antonio Pigafetta
5.2 Analyse seines Werkes
5.2.1 Die Editionen
5.2.2 Titelblatt und Vorwort
5.2.3 Eröffnung und Abschluss des Reiseberichtes
5.2.4 Beschreibung des Kapitäns
5.2.5 Die Beschreibung der „neuen“ Welt
5.2.6 Etymologie im Werk
5.2.7 Religiöse Bezüge
5.2.8 Mythos und Legende- Wahrheit oder Fiktion
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die literarische und geschichtliche Analyse des Werkes "Primer viaje alrededor del globo" von Antonio Pigafetta, um es als Zeugnis der kolonialen Epoche und als Repräsentant der Reiseliteratur der Renaissance einzuordnen.
- Koloniale Epoche Hispanoamerikas und die Rolle Spaniens und Portugals.
- Das Seefahrtunternehmen von Fernando de Magallanes.
- Literarische Gattungsmerkmale des Reiseberichtes in der Renaissance.
- Analyse der rhetorischen Mittel und der Authentizität in Pigafettas Werk.
- Integration des "Neuartigen" sowie religiöse und mythologische Bezüge im Text.
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Eröffnung und Abschluss des Reiseberichts
Der Reisebericht beginnt mit dem Titel der Person Fernando de Magallanes. Er wird uns als Generalkapitän vorgestellt. Pigafetta eröffnet einen Spannungsbogen mit Erwähnung der bevorstehenden Risiken auf dieser Fahrt.
El capitán general Fernando de Magallanes había resuelto emprender un largo viaje por el Océano, donde los vientos soplan con furor y donde las tempestades son muy frecuentes. Habá resuelto también abrirse un camino que ningún navegante había conocido hasta entonces; pero se guardo bien de dar a conocer este atrevido proyecto temiendo que se procurarse disuardirle en vista de los peligros que había de correr y que le desanimasen las tripulaciones. A los peligros naturalmente inherentes a esta empresa, se unía aún una desventaja para él, y era que los comandantes de las otras cuatro naves, que debían hallarse bajo su mando, eran sus enemigos, por la sencilla razón de que eran españoles y Magallanes portugués.
Bevorstehende Risiken sind die folgenden: die lange Reise über den Ozean, beherrscht von wütenden Winden und furchtbaren Stürmen; einen Weg zu suchen, den bisher kein Seefahrer kannte; er offenbarte keinem seiner Begleiter seinen Plan, um nicht mit Sicht auf die Gefahren davon abgehalten zu werden und als letzter Punkt der Hass der Kapitäne aufgrund seiner Herkunft, die ihm unterstellt waren. So gibt Pigafetta dem Leser eine interessante Eröffnung seines Buches, das Thema seiner Erzählung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema vor, ordnet die Magellan-Expedition in den geschichtlichen Rahmen ein und definiert die methodische Herangehensweise.
2. Überblick über die koloniale Epoche Hispanoamerikas: Das Kapitel bietet einen historischen Kontext zu den kolonialen Eroberungen und der Rivalität zwischen Spanien und Portugal.
3. Das Seefahrtunternehmen von Fernando de Magallanes – Die Reise zu den Gewürzinseln: Dieser Abschnitt beleuchtet die Hintergründe der Magallanes-Reise, die Konflikte an Bord und die Ziele des Unternehmens.
4. Reiseliteratur der Renaissance: Hier erfolgt eine literaturwissenschaftliche Einordnung des Reiseberichtes als spezifische Gattung dieser Epoche.
5. Pigafettas Werk: Primer viaje alrededor del globo: Der Hauptteil analysiert detailliert den Autor, die Textgrundlage, rhetorische Mittel sowie inhaltliche Schwerpunkte wie die "neue" Welt und religiöse Bezüge.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich der Einordnung von Pigafettas Bericht und der Bedeutung der ersten Weltumsegelung.
Schlüsselwörter
Antonio Pigafetta, Fernando de Magallanes, Reiseliteratur, Renaissance, Weltumsegelung, Kolonialismus, Hispanoamerika, Reisebericht, Wahrheit und Fiktion, Expeditionsbericht, Entdeckungsreisen, Christianisierung, Intertextualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Tagebuch "Primer viaje alrededor del globo" von Antonio Pigafetta als historisches Zeugnis der Kolonialzeit und als literarisches Werk der Renaissance.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der kolonialen Eroberungen, die Magallanes-Expedition, die Entwicklung der Reiseliteratur und die literarische Analyse von Pigafettas Aufzeichnungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, das Werk Pigafettas sowohl im geschichtlichen Kontext der Expansion Spaniens und Portugals als auch in seiner literaturwissenschaftlichen Bedeutung zu verorten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Autorin kombiniert historische Diskurse mit literaturwissenschaftlicher Gattungsanalyse, insbesondere durch den Vergleich verschiedener Textstufen und rhetorischer Mittel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte des Textes, die Darstellung von Kapitän und "neuer" Welt, etymologische Aspekte sowie die Verarbeitung von Mythen und Religion im Reisebericht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Pigafettas Werk, Magallanes-Expedition, Reiseliteratur der Renaissance, Kolonialgeschichte und die Frage nach Authentizität im Reisebericht.
Warum spielt die Widmung an Felipe Villiers de L’Isle-Adam eine wichtige Rolle?
Die Widmung dient laut Analyse als rhetorisches Mittel zur Absicherung der Glaubwürdigkeit und zur öffentlichen Ehrung einer einflussreichen Persönlichkeit.
Wie geht die Autorin mit dem Aspekt "Wahrheit oder Fiktion" im Werk um?
Die Autorin argumentiert, dass Pigafetta trotz seines Anspruches auf Wahrheit antike Mythen einflechtet, was den Reisebericht als persönliches, selektives Erlebnisdokument statt als objektives Abbild der Realität ausweist.
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- Janka Wunderlich (Author), 2006, El Primer Viaje alrededor del globo - Zeugnis kolonialer Eroberungen und der Reiseliteratur des 16. Jahrhunderts , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83090