Erste grundsätzliche Stellungnahme zu und Erweiterung der Trias von Emil Staiger auf eine vierte "publikumsbezogene" Grundhaltung, in der alle übrigen Gattungen untergebracht werden können.
Inhaltsverzeichnis
- Reflexion über die Grundhaltungen in der Poetik
- Die Dreiheit "lyrisch-episch-dramatisch"
- Die "artistische" Grundhaltung
- Die artistische Grundhaltung im Chanson
- Staigers Ansichten und unsere Koordinierung
- Der "Abstand" bei Staiger und die "Distanzhaltung"
- Gerichtetes Sprechen und die Sprechsituation
- Staiger und die "vierte Grundhaltung"
- Komik und Tragik als "artistische" Elemente
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Artikel befasst sich mit der Frage, ob es neben den drei Grundhaltungen der Poetik (lyrisch, episch, dramatisch) eine vierte, die "artistische", Grundhaltung gibt. Dabei wird der Fokus auf die Distanz des Dichters zum Stoff und die bewusste Gestaltung der Wirkung auf das Publikum gelegt.
- Untersuchung der "artistischen" Grundhaltung in der Dichtung
- Analyse der "artistischen" Grundhaltung im Chanson
- Vergleich der "artistischen" Grundhaltung mit Staigers Ansichten
- Bedeutung der Sprechsituation für die "artistische" Grundhaltung
- Zusammenhänge zwischen der "artistischen" Grundhaltung und Komik/Tragik
Zusammenfassung der Kapitel
- Reflexion über die Grundhaltungen in der Poetik: Der Autor stellt die These auf, dass sich in der Dichtung vier menschliche Grundeinstellungen spiegeln: lyrisch, episch, dramatisch und "artistisch".
- Die "artistische" Grundhaltung: Der Autor beschreibt die "artistische" Grundhaltung als Bewusstheit des Dichters für die eigene Wirkung auf den Adressaten und seine Distanz zum Stoff. Diese Grundhaltung lässt sich in verschiedenen Vortragsgattungen beobachten, z.B. im Chanson.
- Die artistische Grundhaltung im Chanson: Der Autor analysiert die "artistische" Grundhaltung am Beispiel des Chansons und zeigt auf, wie diese sich in der Sprechsituation und in den mimischen Künsten manifestiert.
- Staigers Ansichten und unsere Koordinierung: Der Autor stellt Staigers Ansichten zur Poetik und den drei Grundbegriffen gegenüber und zeigt, wie sich seine eigene Sichtweise mit Staigers Ansichten koordinieren lässt.
- Der "Abstand" bei Staiger und die "Distanzhaltung": Der Autor erklärt, wie Staigers Begriff des "Abstands" mit der "Distanzhaltung" des Dichters zusammenhängt und wie diese durch die "artistische" Grundhaltung ersetzt wird.
- Gerichtetes Sprechen und die Sprechsituation: Der Autor beleuchtet die Bedeutung des gerichteten Sprechens und der Sprechsituation für die "artistische" Grundhaltung und die Gestaltung sprachlicher Gebilde.
- Staiger und die "vierte Grundhaltung": Der Autor zeigt auf, dass Staiger selbst die Grenzen seiner Dreiheit erkannt hat und die "vierte Grundhaltung" als eigenständige Qualität beschrieben hat.
- Komik und Tragik als "artistische" Elemente: Der Autor argumentiert, dass Komik und Tragik als "artistische" Elemente verstanden werden können, da sie ihre Wirkung durch die Interaktion mit dem Publikum entfalten.
Schlüsselwörter
Poetik, Grundhaltungen, lyrisch, episch, dramatisch, artistisch, Chanson, Sprechsituation, Distanzhaltung, Publikum, Staiger, Komik, Tragik, Wirkung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die "vierte Grundhaltung" in der Poetik?
Zusätzlich zu Emil Staigers Trias (lyrisch-episch-dramatisch) schlägt der Autor eine vierte, "artistische" oder "publikumsbezogene" Grundhaltung vor.
Wie definiert der Autor die artistische Grundhaltung?
Sie zeichnet sich durch die Bewusstheit des Dichters für seine Wirkung auf das Publikum und eine gewisse Distanz zum Stoff aus.
In welcher Gattung ist die artistische Grundhaltung besonders gut erkennbar?
Der Text analysiert diese Grundhaltung insbesondere am Beispiel des Chansons und der mimischen Künste.
Wie hängen Komik und Tragik mit der artistischen Grundhaltung zusammen?
Komik und Tragik werden als artistische Elemente betrachtet, da sie ihre volle Wirkung erst durch die gezielte Interaktion mit dem Adressaten entfalten.
Welchen Standpunkt vertrat Emil Staiger zu dieser Erweiterung?
Der Autor zeigt auf, dass Staiger selbst die Grenzen seiner Dreiheit erkannte und Ansätze für eine eigenständige vierte Qualität in der Dichtung beschrieb.
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- Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author), 1975, Reflexion über die 'Grundhaltungen' in der Poetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82639