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Wissensmanagement von Honorarmitarbeitenden im Berliner Krisendienst

Titel: Wissensmanagement von Honorarmitarbeitenden im Berliner Krisendienst

Diplomarbeit , 2006 , 103 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Helene Seitz (Autor:in)

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, wie das Wissensmanagement von Honorarmitarbeitenden des Berliner Krisendienstes (BKD) aussieht. Gemeinnützige Organisationen wurden in der Forschung bislang kaum auf ihren Umgang mit Wissen hin beforscht, obwohl hier eine lange Tradition der Weiterentwicklung von Wissen, z. B. der Supervision, besteht. Die Honorarmitarbeiterinnen nehmen im BKD eine Sonderstellung ein, denn sie bestreiten einen Großteil der Klientinnenkontakte vor Ort; jede einzelne von ihnen hat jedoch nur ca. zwei Mal im Monat Dienst. Der BKD steht vor der besonderen Herausforderung, die ca. 40 Honorarmitarbeiterinnen pro Standort in den Wissensfluss innerhalb der Organisation mit einzubeziehen. Daher wurden vier Honorarmitarbeiterinnen mittels Experteninterviews zu ihrer Sicht auf das Wissen und dem Umgang mit ihm befragt. Die Interviews wurden transkribiert und in Anlehnung an die Grounded Theory von Strauss und Corbin (1996) mithilfe des theoretischen Kodierens ausgewertet. So entstanden die zwei übergeordneten Kategorien „Arbeitsrelevantes Wissen“ und „Strategien im Umgang mit arbeitsrelevantem Wissen“. Vier Positionen, die Honorarmitarbeiterinnen während ihres Dienstes im BKD einnehmen, erlauben die Einteilung des arbeitsrelevanten Wissens in vier unterschiedliche Kategorien. Dies sind die Positionen der Honorarmitarbeiterin, der Helferin, der Honorarkollegin sowie der Vertreterin des BKD. In allen diesen Rollen wird von einem bestimmten Gegenüber unterschiedliches Wissen verlangt. Strategien, die im Umgang mit arbeitsrelevantem Wissen angewandt werden, sind die Nutzung von Wissen, Wissenskommunikation, die Speicherung von Wissen und der Umgang mit fehlendem Wissen. Aus der Analyse der Texte geht hervor, dass theoretischem Wissen im Arbeitsalltag wenig Bedeutung beigemessen wird. Die Mitarbeiterinnen vertrauen auf ihr implizites Wissen. Sie betrauen insbesondere solche Kolleginnen mit fachlichen Fragen oder Informationen, zu denen sie ein Vertrauensverhältnis haben und die sie als zugehörig zu der eigenen Gruppe von Mitarbeiterinnen im Bereich psychosozialer Beratung wahrnehmen. Bei allen Maßnahmen des Qualitätsmanagements ist auf die begrenzten zeitlichen Ressourcen vor allem der Honorarmitarbeiterinnen zu achten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wissensmanagement im wissenschaftlichen Diskurs

2.1 Überlegungen zum Wissensbegriff

2.2 Überlegungen zum Begriff des Managements

2.3 Verbreitete Modelle des Wissensmanagements

2.3.1 Die Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi

2.3.2 Das Baustein–Modell nach Probst, Raub und Romhardt

2.3.3 Das Münchener Modell nach Reinmann-Rothmeier

3 Eigene Fragestellung

3.1 Die Struktur des Berliner Krisendienstes

3.2 Die eigene Forschungsfrage

4 Methodik und Durchführung

4.1 Methoden der Datenerhebung

4.1.1 Eine qualitative Untersuchung

4.1.2 Orientierung an der Grounded Theory als Forschungsdesign

4.1.3 Das Experteninterview als Erhebungsmethode

4.2 Durchführung der Untersuchung

4.2.1 Erstellung und Entwicklung des Leitfadens

4.2.2 Zugang zum Feld

4.2.3 Vorgehen bei der Durchführung der Interviews

4.2.4 Merkmale der Interviewpartnerinnen und der Interviewsituationen

4.3 Datenauswertung

4.3.1 Datengrundlage und Transkription

4.3.2 Analyse der Interviews mit den Honorarmitarbeiterinnen

4.3.3 Auswertung der Texte von den Festangestellten

4.4 Bewertung der Studie

5 Ergebnisse

5.1 Das Phänomen „Wissen“ im Berliner Krisendienst

5.1.1 Wissen in der Position der Honorarmitarbeiterin im Berliner Krisendienst

5.1.2 Wissen in der Position der professionellen Helferin im Berliner Krisendienst

5.1.3 Wissen in der Position der Honorarkollegin im Berliner Krisendienst

5.1.4 Wissen in der Position der Vertreterin des Berliner Krisendienstes

5.2 Strategien im Umgang mit berufsrelevantem Wissen

5.2.1 Wissensnutzung

5.2.2 Wissenskommunikation

5.2.3 Wissensspeicherung

5.2.4 Der Umgang mit Wissensbedarf

5.3 Ein Beispiel für das Zusammenspiel von Wissen und Strategien: Bei fehlendem Wissen eine Kollegin anrufen

6 Diskussion

6.1 Was die Ergebnisse über das Wissen im BKD aussagen

6.1.1 Die Begriffe Erfahrung und Wissen in der Wahrnehmung der Beraterinnen

6.1.2 Implizites Wissen

6.1.3 Die Merkmale von Wissen weisen auf die Wichtigkeit des Metawissens hin

6.2 Die Wissensgemeinschaft der Mitarbeiterinnen im BKD

6.2.1 Möglichkeiten der Wissensspeicherung für den BKD

6.2.2 Wissenskommunikation

6.2.3 Die vertraute Gruppe von Honorarmitarbeiterinnen

6.2.4 Das Bedürfnis nach Konsens in der Arbeitsweise

6.2.5 Unterschiedliche Positionen der Honorarmitarbeitenden und der Festangestellten

6.3 Bedeutung der Ergebnisse für den BKD und für die Forschung im Bereich von lernenden Organisationen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wissensmanagement von Honorarmitarbeitern im Berliner Krisendienst (BKD). Ziel ist es, zu verstehen, wie diese Mitarbeiter – trotz geringer Präsenz in der Organisation – ihr arbeitsrelevantes Wissen identifizieren, anwenden, kommunizieren und speichern, um eine qualitativ hochwertige Krisenintervention zu gewährleisten.

  • Wissensidentifikation bei Honorarmitarbeitern im BKD
  • Einfluss der verschiedenen Rollen (Helfer, Kollege, Vertreter) auf das Wissensbedürfnis
  • Anwendung von Strategien zur Wissenskommunikation und -nutzung
  • Rolle des impliziten Wissens im Berufsalltag
  • Förderung der Wissensgemeinschaft in einer Non-Profit-Organisation

Auszug aus dem Buch

Die Struktur des Berliner Krisendienstes

Der Berliner Krisendienst ist ein Modellprojekt, das im Oktober 1999 in Berlin zur integrierten Krisenversorgung der Berliner Bevölkerung entstanden ist. In Deutschland gibt es bisher kein vergleichbares Modell der Krisenversorgung. Er betreut seit sieben Jahren Menschen in Krisen. Die Einrichtung lebt von den Klientinnen, die sie nutzen aber auch von den Mitarbeiterinnen, die sie tragen. Es arbeiten sowohl Festangestellte (ein oft gebrauchtes Synonym ist „Kernteam“) als auch Honorarmitarbeiterinnen in der Organisation.

Den knapp 40 Festangestellten stehen ca. 200 Honorarmitarbeiterinnen gegenüber (GbR Berliner Krisendienst, S.9). Letztere leisten einen beträchtlichen Anteil an der notwendigen Krisenarbeit. Die Honorarmitarbeiterinnen kommen sie mit dem Hintergrundwissen ihrer hauptberuflichen Arbeitsstelle in den Krisendienst. Sie leisten in demjenigen Bezirk Dienste, in dem sich auch ihre hauptamtliche Arbeitsstelle befindet. Sie nehmen eine Zwischenposition ein: Einerseits übernehmen sie einen großen Anteil der Klientinnenkontakte, andererseits ist jede einzelne von ihnen nur ca. zwei Mal im Monat vor Ort.

Diese Art der Einbindung in den Krisendienst bringt bezogen auf den Wissenshaushalt der Organisation Vorteile und Nachteile mit sich. Ein Vorteil ist, dass die große Gruppe der Honorarmitarbeiterinnen durch ihre Arbeitserfahrung, ihre jeweils unterschiedlichen Berufsausbildungen sowie Zusatzausbildungen einen immensen Wissensschatz mit in die Organisation einbringen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie direkt von Einrichtungen kommen, die eine Stakeholder-Funktion für den BKD haben oder bekommen können: Der BKD ist auch für professionelle Helfer eine Anlaufstelle bei akuten schwer bewältigbaren Problemstellungen.

Ein Nachteil ist, dass Honorarmitarbeiterinnen selten beim Krisendienst sind und so interne Prozesse und Beschlüsse nicht zeitgleich mitbekommen können. So müssen die Festangestellten sich darum bemühen, neue Entwicklungen und Entscheidungen schnellstmöglich an eine große Gruppe von Honorarmitarbeiterinnen heranzutragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Wissensmanagements in psychosozialen Einrichtungen und führt in die Fragestellung zur Untersuchung des BKD ein.

2 Wissensmanagement im wissenschaftlichen Diskurs: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen und stellt bekannte Wissensmanagement-Modelle vor.

3 Eigene Fragestellung: Hier werden die Struktur des Berliner Krisendienstes sowie die spezifischen Forschungsfragen der Untersuchung detailliert dargelegt.

4 Methodik und Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign in Anlehnung an die Grounded Theory und erläutert die Datenerhebung durch Experteninterviews.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren das Phänomen „Wissen“ im Krisendienst und analysieren verschiedene Wissenspositionen sowie Strategien zum Umgang mit berufsrelevantem Wissen.

6 Diskussion: Die Diskussion beleuchtet die Ergebnisse im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Praxis, insbesondere im Kontext von Wissensgemeinschaften und lernenden Organisationen.

Schlüsselwörter

Wissensmanagement, Berliner Krisendienst, Honorarmitarbeiter, psychosoziale Versorgung, Experteninterviews, Grounded Theory, implizites Wissen, Wissenskommunikation, Wissensnutzung, Wissensspeicherung, Krisenintervention, Arbeitsgemeinschaft, Beraterinnen, Wissensgemeinschaft, Wissensidentifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Honorarmitarbeitende des Berliner Krisendienstes (BKD) mit arbeitsrelevantem Wissen umgehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Wissensidentifikation, Wissensnutzung, Wissenskommunikation, Wissensspeicherung und der Umgang mit fehlendem Wissen im Arbeitsalltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Sichtweise der Honorarmitarbeitenden zu erfassen und zu verstehen, wie sie trotz ihrer nur punktuellen Anwesenheit im BKD zum Wissensfluss innerhalb der Organisation beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung folgt einem qualitativen Ansatz, orientiert an der Grounded Theory von Strauss und Corbin, wobei Experteninterviews mit fünf Mitarbeitenden geführt wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Wissensmanagements, die Beschreibung der Methodik, die detaillierte Ergebnisdarstellung basierend auf vier Rollenpositionen und eine abschließende Diskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Wissensmanagement, Berliner Krisendienst, Experteninterviews, Grounded Theory, implizites Wissen und Wissenskommunikation aus.

Welche Rolle spielt das implizite Wissen für die Honorarmitarbeiterinnen?

Die Arbeit zeigt, dass sich die Beraterinnen stark auf ihr implizites Wissen verlassen, welches sie schwer in explizite Formate übertragen können, weshalb es oft informell über kollegiale Gruppen ausgetauscht wird.

Warum ist der Wissensaustausch für den Krisendienst eine Herausforderung?

Da die Honorarmitarbeitenden nur sehr selten (ca. zweimal monatlich) vor Ort sind, gestaltet sich die systematische Integration in den organisationalen Wissensfluss und die zeitnahe Kommunikation von Arbeitsvorgaben schwierig.

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wissensmanagement von Honorarmitarbeitenden im Berliner Krisendienst
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Helene Seitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
103
Katalognummer
V82628
ISBN (eBook)
9783638861267
ISBN (Buch)
9783638861328
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement Honorarmitarbeitenden Berliner Krisendienst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helene Seitz (Autor:in), 2006, Wissensmanagement von Honorarmitarbeitenden im Berliner Krisendienst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82628
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Leseprobe aus  103  Seiten
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