Diese Arbeit stellt die beiden Literaturtheorien gegenüber und untersucht sie auf evtl. Zusammenhänge oder Unterschiede, mit einem leichten Bezug zu Kafkas "Das Urteil".
Inhaltsverzeichnis
1. Psychoanalyse
2. Dekonstruktion
3. Psychoanalytische Literaturinterpretation und Dekonstruktion im Vergleich
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die methodischen Ansätze der Psychoanalyse und der Dekonstruktion in der Literaturwissenschaft gegenüberzustellen und ihre gegenseitige Abgrenzung sowie etwaige Berührungspunkte kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen der psychoanalytischen Literaturinterpretation nach Freud und Lacan
- Philosophischer Ursprung und methodische Ansätze der Dekonstruktion
- Analyse der Paradoxien innerhalb der literarischen Textdeutung
- Untersuchung der theoretischen Kompatibilität beider Ansätze
- Kritische Reflexion über die Suche nach der "perfekten" Interpretationsmethode
Auszug aus dem Buch
3. Psychoanalytische Literaturinterpretation und Dekonstruktion im Vergleich
Durch die schon bei Freud auftauchenden Ansätze einer dekonstruktiven Betrachtung, beispielsweise in seiner „Notiz über den ‚Wunderblock’“, liegt eine enge Verzahnung auf der Hand. Beide Methoden bedürfen einer vorangehenden, quasi elementaren Untersuchung des Textes nach hermeneutischer oder strukturalistischer Tradition. Unternimmt man jedoch den Versuch, sie miteinander zu vergleichen, landet man meiner Ansicht nach in einer „dekonstruktiven Sackgasse“. Denn die Dekonstruktion definiert sich über die Negation von allem anderen und ist demzufolge ‚Nicht-psychoanalytisch’. Das schließt jegliche Übereinstimmung aus und ist der Grund für die per definitionem gegebene Unangreifbarkeit der Dekonstruktion.
Sie verliert dadurch allerdings auch ihre Eigenständigkeit und ist dadurch als Methode der Literaturinterpretation eher ungeeignet, was wohl auch nie das Ziel von Derrida gewesen ist. Der Begriff der ‚Supertheorie’ ist hier treffender und macht ihr Verdienst deutlich. Der besteht meiner Meinung nach in der Ablehnung einer endgültigen, einzig möglichen interpretatorischen Sinngebung eines Textes. Dies verleiht der Literaturwissenschaft gewissermaßen einen menschlichen, sterblichen Charakter, so dass die Suche nach dem „Heiligen Gral“ der Literaturwissenschaft, die perfekte Methode der Interpretation, aufgegeben werden kann und eher in der Diskussion und Kritik aller methodischen Möglichkeiten, die größtmögliche Ästhetik eines Textes herausgearbeitet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Psychoanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Psychoanalyse für die Literaturwissenschaft, insbesondere durch Freuds Theorien zur Sublimierung und Lacans Verknüpfung von Unbewusstem und Sprache.
2. Dekonstruktion: Hier werden die Ursprünge der Dekonstruktion bei Jacques Derrida sowie deren Anwendung auf literarische Texte durch die Hinterfragung binärer Oppositionen und die Aufdeckung von Sinn-Paradoxien dargestellt.
3. Psychoanalytische Literaturinterpretation und Dekonstruktion im Vergleich: Dieses Kapitel setzt beide Methoden in Beziehung zueinander, kritisiert den Versuch einer Synthese als "dekonstruktive Sackgasse" und diskutiert die Rolle der Dekonstruktion als ablehnende "Supertheorie".
Schlüsselwörter
Psychoanalyse, Dekonstruktion, Literaturinterpretation, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Jacques Derrida, Sublimierung, Literaturtheorie, Poststrukturalismus, Hermeneutik, Textanalyse, Bedeutung, Sinngebung, Supertheorie, Ästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theoretische Verhältnis zwischen psychoanalytischer Literaturinterpretation und der dekonstruktiven Methode.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Anwendung psychologischer Deutungsmuster auf Texte sowie die dekonstruktive Hinterfragung von Bedeutungsebenen und linguistischen Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Vergleich beider methodischer Ansätze, um zu klären, ob und wie diese innerhalb der Literaturwissenschaft koexistieren oder sich gegenseitig ausschließen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung theoretischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Methoden sowie eine abschließende kritische Gegenüberstellung im dritten Kapitel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Psychoanalyse, Dekonstruktion, Sublimierung, Bedeutungskonstitution und Literaturinterpretation geprägt.
Was meint der Autor mit der "dekonstruktiven Sackgasse"?
Damit beschreibt er die Unmöglichkeit, die Dekonstruktion mit anderen Methoden zu vereinen, da sie sich fundamental über die Negation anderer interpretatorischer Ansätze definiert.
Warum wird die Dekonstruktion als "Supertheorie" bezeichnet?
Der Begriff unterstreicht, dass die Dekonstruktion weniger eine Methode zur Findung einer einzigen Wahrheit ist, sondern vielmehr die endgültige Sinngebung ablehnt und damit über der klassischen Methodenbildung steht.
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- Patrick Hillegeist (Author), 2007, Dekonstruktion und psychoanalytische Literaturinterpretation - ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82390