In der vorliegenden Arbeit wird herausgearbeitet, dass es sich bei der Tetrarchie um ein unter Einbeziehung der im 3. Jahrhundert gemachten Erfahrungen allmählich entwickeltes Herrschaftssystem und nicht um ein bloßes Reagieren auf jeweils akute politische oder militärische Notlagen durch improvisierte Einzelmaßnahmen handelt. Dabei wird weitestgehend die Argumentation, die Kolb in seiner überzeugenden Monographie "Diocletian und die Erste Tetrarchie" von 1987 vorbrachte, anhand der Quellen nachvollzogen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Quellen
- I. Quellen
- II. Sekundärliteratur
- III. Argumentation für die Existenz eines tetrarchischen Systems
- 1. Die Entstehung der Tetrarchie
- 2. Die Abdankung der Augusti am 1. Mai 305
- 3. Traditionelle Versatzstücke in neuer Gestalt
- IV. Fazit
- V. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und den Charakter des tetrarchischen Systems, das Kaiser Diocletian im späten 3. Jahrhundert n. Chr. im Römischen Reich einführte. Sie argumentiert, dass die Tetrarchie kein improvisiertes Notbehelf war, sondern ein planvoll entwickeltes Herrschaftssystem, das auf den Erfahrungen des 3. Jahrhunderts und der Krise des Prinzipats beruhte.
- Die Entstehung der Tetrarchie und die Rolle Diocletians
- Die Abdankung der beiden Augusti Diocletian und Maximian am 1. Mai 305
- Die Elemente des tetrarchischen Systems und ihre Bedeutung für die römische Herrschaft
- Die Quellen zur Tetrarchie und ihre Interpretation
- Die Kontroverse um die Systemhaftigkeit der Tetrarchie in der modernen Forschung
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung stellt die Person Diocletians und seine Bedeutung für die römische Geschichte vor. Sie beleuchtet die Entstehung der Tetrarchie und die unterschiedlichen Ansichten der Forschung zur Systemhaftigkeit dieser Herrschaftsform.
II. Quellen
Dieses Kapitel widmet sich der kritischen Analyse der wichtigsten Quellen für die Tetrarchie: Aurelius Victors Liber de Caesaribus und Eutropius' Breviarium ab Urbe Condita. Die beiden Autoren werden hinsichtlich ihrer Person, ihrer Quellen und ihrer Sichtweise auf das 3. Jahrhundert beleuchtet.
III. Argumentation für die Existenz eines tetrarchischen Systems
Dieses Kapitel argumentiert, dass die Tetrarchie kein Notbehelf, sondern ein planvolles Herrschaftssystem war. Es wird die Ernennung des Maximian zum Augustus, die Ernennung von Constantius Chlorus und Galerius zu Caesares sowie die Abdankung der Augusti analysiert, um die systematischen Elemente der Tetrarchie herauszuarbeiten.
Schlüsselwörter
Tetrarchie, Diocletian, Maximian, Constantius Chlorus, Galerius, Prinzipat, Krise des 3. Jahrhunderts, Herrschertheologie, Quellenkritik, Aurelius Victor, Eutropius, Systemhaftigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Tetrarchie im Römischen Reich?
Die Tetrarchie war ein von Kaiser Diocletian eingeführtes Herrschaftssystem, bei dem das Reich von vier Herrschern (zwei Augusti und zwei Caesares) geleitet wurde.
War die Tetrarchie ein improvisiertes System?
Die Arbeit argumentiert, dass es sich um ein planvoll entwickeltes System handelte und nicht nur um eine Reaktion auf akute Notlagen.
Welche Rolle spielten die Augusti und Caesares?
Die beiden Augusti (Diocletian und Maximian) waren die Hauptherrscher, während die Caesares (Constantius Chlorus und Galerius) als Unterkaiser und Nachfolger fungierten.
Welche Bedeutung hatte die Abdankung im Jahr 305?
Die freiwillige Abdankung der Augusti am 1. Mai 305 gilt als Beweis für die systematische Planung der Nachfolgeregelung innerhalb der Tetrarchie.
Welche antiken Quellen werden analysiert?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Werke von Aurelius Victor (Liber de Caesaribus) und Eutropius (Breviarium ab Urbe Condita).
- Citation du texte
- Eberhard Thörel (Auteur), 2005, Über die Existenz eines tetrarchischen Systems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82117