Die Arbeit analysiert den Film "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" von Wim Wenders anhand der Kriterien Wahrnehmung, Kommunikation und Identität. Dazu werden sowohl filmsprachliche Mittel wie Kamera, Montage, filmischer Aufbau, Geräuschkulisse / Filmtonmusik und Dialoge untersucht als auch Motive und Metaphern, die sich auf die Analysekategorien beziehen - als da wären für die "Wahrnehmung":
Das Reisen, Fenster und Türen, Das Sehen, Behinderung; für die Kategorie "Kommunikation": Sprechbehinderung, Apparaturen und Automaten, Medien / Mediatisierte Kommunikation. Im Kapitel zur "Identität" werden die Ergebnisse zusammengeführt.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. GENERELLE EINORDNUNG UND ASPEKTE EINER KONTROVERSEN DEBATTE DES FILMS
III. HAUPTTEIL
III.1. WAHRNEHMUNG
III.1.1. Filmsprachliche Mittel
III.1.1.1. Filmischer Aufbau
III.1.1.2. Die Kamera
III.1.1.3. Montage
III.1.1.4. Geräuschkulisse / Filmtonmusik
III.1.2. (Wahrnehmungs-)Motive und Metaphern
III.1.2.1. Das Reisen
III.1.2.2. Fenster und Türen
III.1.2.3. Das Sehen
III.1.2.4. Behinderung
III.2. KOMMUNIKATION
III.2.1. (Kommunikations-)Motive und Metaphern
III.2.1.1. (Sprach-)Behinderung
III.2.1.2. Apparaturen und Automaten
III.2.1.3. Medien / Mediatisierte Kommunikation
III.2.2. Filmsprachliches Mittel: Dialoge
III.3. IDENTITÄT
IV. SCHLUSSTEIL
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Film „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ von Wim Wenders mit dem Ziel, die stilistischen und motivischen Indizien für die Entfremdung des Protagonisten Josef Bloch aufzuzeigen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die gestörte Wahrnehmung, Kommunikation und Identität der Hauptfigur durch filmsprachliche Mittel und Metaphern im Werk abgebildet und variiert werden.
- Analyse der Kategorien Wahrnehmung, Kommunikation und Identität.
- Untersuchung filmtechnischer Mittel wie Montage, Kameraperspektive und Geräuschkulisse.
- Einordnung des Films in das Gesamtwerk von Wim Wenders und Bezugnahme auf die Romanvorlage von Peter Handke.
- Interpretation von Motiven wie das Reisen, Spiegelungen und die Symbolik von Automaten.
- Hinterfragung der gesellschaftlichen Ordnung und des Scheiterns als zentrales Thema.
Auszug aus dem Buch
I. EINLEITUNG
Ein Mann tötet eine Frau – einfach so, beiläufig.
Danach fährt er fort, sein Leben so zu leben wie vorher: ziellos ist es und unverbindlich.
– Dies ist eine mögliche, die naive Lesart des Wim Wenders-Films „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, für dessen Zuschauer die Motivationen des Tormanns und Mörders Josef Bloch zunächst völlig unklar bleiben. Der Mord passiert so beiläufig, dass er einer Randerscheinung gleichkommt. Der ganze Film ähnelt einem fortwährenden Ratespiel: Was für Ziele verfolgt Bloch? Was denkt er, fühlt er? Warum tötet er diese Frau? Etwa weil er – so beginnt die Handlung – als Torwart gescheitert ist? Warum diese Reise, ist sie eine Flucht vor der Polizei? Wird ein zweiter Mord folgen? Sehen wir hier einen Kriminalfilm, oder nicht?
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Films und Vorstellung der zentralen Hypothese über die gestörte Wahrnehmung und Identität der Hauptfigur Josef Bloch.
II. GENERELLE EINORDNUNG UND ASPEKTE EINER KONTROVERSEN DEBATTE DES FILMS: Kontextualisierung des Films im Schaffen von Wim Wenders und kurze Auseinandersetzung mit der Auteur-Thematik sowie der Literaturadaption.
III. HAUPTTEIL: Eingehende Analyse der drei Hauptkategorien Wahrnehmung, Kommunikation und Identität unter Berücksichtigung filmsprachlicher Mittel und Motive.
III.1. WAHRNEHMUNG: Untersuchung der gestörten Wahrnehmungsfähigkeiten Blochs anhand von Kameratechniken, Montage, Ton und zentralen Metaphern wie dem Reisen.
III.2. KOMMUNIKATION: Analyse der Sprachbehinderung und der Bedeutung von Medien sowie Dialogen als Ausdruck der kommunikativen Trennung Blochs von seiner Umwelt.
III.3. IDENTITÄT: Betrachtung der Identitätskrise Blochs vor dem Hintergrund von Heimatlosigkeit, Geschichtslosigkeit und dem Spiegelmotiv.
IV. SCHLUSSTEIL: Fazit der Untersuchung und Beantwortung der Frage nach der Bedeutung des Filmtitels im Kontext der gesellschaftlichen Ordnung.
Schlüsselwörter
Wim Wenders, Peter Handke, Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, Josef Bloch, Wahrnehmung, Kommunikation, Identität, Filmsprache, Entfremdung, Roadmovie, Sprachkritik, Kriminalfilm, Symbolik, Montage, Filmanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Wim Wenders’ Film „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ hinsichtlich der psychologischen und sozialen Entfremdung des Protagonisten Josef Bloch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Störung der menschlichen Wahrnehmung, die Unmöglichkeit echter Kommunikation und der damit einhergehende Identitätsverlust.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die stilistischen und motivischen Hinweise auf Blochs gestörten Zustand aufzuspüren und deren filmische Umsetzung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Filmanalyse, gestützt durch Sekundärliteratur und ein theoretisches Modell von Carlo Avventi.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei systematischen Bereiche Wahrnehmung, Kommunikation und Identität, die jeweils durch Szenen und Motive illustriert werden.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Entfremdung, Sprachkritik, filmsprachliche Mittel, Identitätskrise und die spezifische Ästhetik des frühen Wenders-Kinos.
Warum wird im Film ein Kriminalfilm-Genre auf der Oberfläche gewählt?
Die Autorin diskutiert, dass das Krimi-Genre nur als Oberfläche dient, um eigentlich die Geschichte einer existentiellen Störung von Wahrnehmung und Identität zu erzählen.
Welche Rolle spielt die Sprache im Film?
Die Sprache wird als „unreflektiert“ und „ritualisiert“ dargestellt, was Bloch entfremdet und in die Isolation treibt.
Wird die Literaturvorlage von Peter Handke mit einbezogen?
Ja, die Arbeit zieht Parallelen zwischen Handkes Romanvorlage und Wenders’ Film, um die Thematik der Sprach- und Wahrnehmungsstörung zu verdeutlichen.
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- Anna Katharina Eißel (Author), 2005, Über die Angst, aus der Ordnung zu fallen - die Kategorien Wahrnehmung, Kommunikation und Identität in dem Film „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79419