Im Direkt-Marketing unterstützen Kampagnenmanagement-Systeme (KMS) die Optimierung der individuellen Kommunikation durch die Umsetzung integrierter Kontaktketten in Abhängigkeit von Kundenwert, Kundenpotenzial und Kontakthistorie. Vor dem Hintergrund dieser zentralen Bedeutung von KMS für ein integriertes Kampagnenmanagement wird im vorliegenden Beitrag Aufbau, Funktionalität und Anwendung eines Kampagnenmanagement-Systems untersucht.
Aufgabe eines Kampagnenmanagement-Systems ist die systemtechnische Abbildung und Unterstützung aller Phasen im Kreislauf des Kampagnenmanagements von der Planung, über die Durchführung bis hin zur Kampagnenanalyse. Ein idealtypisches Kampagnenmanagement-System besteht aus einem Data Warehouse mit Dateien zu Kunden, Produkten, Kampagnen und Geschäftsregeln (Business Rules), auf die eine Workflow-Komponente, ein Business Rule Engine sowie eine Planungs-, Durchführungs- und Analysekomponente zugreifen (vgl. Abb. 3 Referenz-Architektur von Kampagnenmanagement-Systemen). Die Anwendung von Data Mining ist für die Einführung eines Kampagnenmanagement-Systems nicht zwingend erforderlich, jedoch kann der Nutzen eines KMS erst durch das Zusammenspiel von Data Warehouse, Data Mining Prozessen und operativem CRM-System maximiert werden. Angesichts einer idealtypischen Betrachtungsweise von KMS wird eine Data Mining Komponente daher als Kernfunktionalität für den Analysekreislauf erachtet und in die Referenz-Architektur integriert.
Auch in der Software zum KM findet sich die Closed-Loop-Architecture wieder: neu gewonnene Erkenntnisse aus der Analysekomponente fließen wieder in die Kundendatenbank ein und werden bei späteren Kampagnen von der Planungs- und Durchführungskomponente genutzt.
Durch die Verknüpfung der Daten aus dem Customer Data Warehouse mit den Daten im Kampagnenmanagement-Tool schafft ein KMS die Voraussetzung für eine Personalisierung der Angebote.
Um festzustellen, ob die umfassenden Funktionalitäten eines idealtypischen KMS im Vergleich zu den in CRM-Suites enthaltenen Kampagnenfunktionen tatsächlich einen Mehrwert bieten, werden die Kernfunktionalitäten eines idealtypischen KMS aus Kapitel 3.3.3 sowie die wesentlichen Kampagnenfunktionen eines CRM-Systems in Tabelle 1 zusammengefasst und einander gegenübergestellt […].
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Motivation
- Zielsetzung
- Vorgehensweise
- Konzeptionelle Einordnung im Customer Relationship Management
- Definition und Begriffsklärung
- Einordnung des Kampagnenmanagements im CRM
- Aufbau und Funktionalität von Kampagnenmanagement – Systemen
- Definition eines Kampagnenmanagement-Systems
- Darstellung einer Referenz-Architektur
- Komponenten
- Datenhaltungskomponente
- Customer Data Warehouse
- Produktdaten
- Kampagnendatei
- Business Rule Engine und Rule Repository
- Workflow-Komponente
- Kampagnenmanagement Kernfunktionalität
- Einordnung der KM-Kernfunktionalität
- Planungs- und Durchführungskomponente
- Analysekomponente
- Schnittstellen
- Kommunikationskanäle
- Customer Touch Points
- Weitere Schnittstellen
- Closed-Loop-Architecture
- Anwendung
- Nutzen eines Kampagnenmanagement-Systems
- Kritische Betrachtung
- Softwarelösung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Thema Kampagnenmanagement-Systeme (KMS). Ziel ist es, den Aufbau, die Funktionalität und die Anwendung von KMS im Kontext des Customer Relationship Managements (CRM) zu untersuchen. Die Arbeit verfolgt dabei den Anspruch, einen umfassenden Überblick über die Thematik zu liefern und die Bedeutung von KMS für Unternehmen aufzuzeigen.
- Definition und Einordnung von KMS im CRM
- Architektur und Komponenten von KMS
- Kernfunktionalitäten von KMS, wie Planung, Durchführung und Analyse von Marketingkampagnen
- Schnittstellen und Integration von KMS in Unternehmensprozesse
- Nutzen und Herausforderungen der Anwendung von KMS
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der KMS ein und erläutert die Motivation und Zielsetzung der Arbeit. Sie beschreibt auch die Vorgehensweise, die zur Untersuchung des Themas angewandt wird.
Kapitel 2 beschäftigt sich mit der konzeptionellen Einordnung von KMS im CRM. Es wird eine Definition von KMS gegeben und deren Bedeutung im CRM-Kontext erläutert.
Kapitel 3 befasst sich mit dem Aufbau und der Funktionalität von KMS. Es werden die verschiedenen Komponenten, wie z.B. die Datenhaltungskomponente, die Workflow-Komponente und die Kernfunktionalität von KMS, detailliert vorgestellt.
Schlüsselwörter
Kampagnenmanagement-System, Customer Relationship Management, CRM, Marketingkampagnen, Datenhaltung, Workflow, Kernfunktionalität, Schnittstellen, Integration, Anwendung, Nutzen, Herausforderungen
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Kampagnenmanagement-System (KMS)?
Ein KMS unterstützt Unternehmen bei der Planung, Durchführung und Analyse integrierter Kommunikationsketten im Direkt-Marketing.
Wie sieht die Architektur eines idealen KMS aus?
Sie besteht typischerweise aus einem Customer Data Warehouse, einer Workflow-Komponente, einer Business Rule Engine sowie Planungs- und Analysemodulen.
Was bedeutet „Closed-Loop-Architecture“?
Es beschreibt einen Kreislauf, in dem Analyseergebnisse direkt wieder in die Datenbank einfließen, um zukünftige Marketingkampagnen zu optimieren.
Ist Data Mining für ein KMS zwingend erforderlich?
Zwingend erforderlich ist es nicht, aber der Nutzen eines KMS wird durch das Zusammenspiel mit Data Mining Prozessen erheblich maximiert.
Wie profitieren Kunden von einem KMS?
Durch die Verknüpfung von Kundendaten ermöglicht ein KMS hochgradig personalisierte Angebote, die auf den individuellen Kundenwert und die Kontakthistorie abgestimmt sind.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Quirin (Autor:in), 2007, Kampagnenmanagement-Systeme. Aufbau, Funktionalität und Anwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79063