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PUR - Ein Phänomen aus Bietigheim-Bissingen

Zur Distinktion zwischen Fans und Gegnern der Band

Title: PUR - Ein Phänomen aus Bietigheim-Bissingen

Term Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Mischke (Author)

Communications - Miscellaneous
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Pur ist die kommerziell erfolgreichste Band Deutschlands. Daher ist es erstaunlich, dass sie von den großen populären Radiosendern (inzwischen) kaum mehr gespielt werden.

Somit ist zu klären, wie Pur überhaupt ihre Hörerschaft gewinnt. Im Rahmen dieses Aspektes ist natürlich ebenfalls zu analysieren, was den Erfolg der Band überhaupt ausmacht und wie dieser sich im Laufe der langjährigen Bandgeschichte entwickelt hat.

Doch nicht nur der überwältigende kommerzielle Erfolg macht Pur so besonders. Pur ist nämlich zudem die deutsche Band, die wohl wie keine andere die Massen polarisiert (Laut AG, 2006):„Entweder man liebt sie abgöttisch, oder man kann mir ihrer Musik - freundlich ausgedrückt - überhaupt nichts anfangen“ (ebd.).
Im Rahmen dieser Arbeit wird daher sowohl die Gruppe der Pur-Fans auch als auch die Gruppe ihrer Ablehner, zu denen auch die Musikkritiker der Medien zu zählen sind, charakterisiert. Dies geschieht, um begründete Vermutungen anzustellen, warum diese starke Polarisierung vorzufinden ist.

Am Ende dieser Arbeit wird ein Ausblick gegeben, wie die zukünftige Entwicklung der Band, sowohl hinsichtlich der musikalischen Ausrichtung als auch erfolgsmäßig, wahrscheinlich aussehen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie der Band

3. Bedeutung der Band für die deutsche Unterhaltungsmusik

4. Die Erfolgsfaktoren der Band

4.1 Die Musik und ihre Entwicklung

4.2 Die Texte

4.3 Die Konzerte

5. Pur-Fans und Pur-Gegner

5.1 Stil und Distinktion

5.2 Pur-Fans und ihre Lebenswelt

5.3 Pur-Gegner und ihre Lebenswelt

5.4 Zusammenfassende Erklärung der Polarisierung

6. Zukunftsaussichten der Band

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Band Pur, die trotz massiver Kritik und mangelnder Medienpräsenz in den Radiosendern zu den kommerziell erfolgreichsten Bands Deutschlands zählt. Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren der Band zu identifizieren und die soziologische Ursache für die extreme Polarisierung zwischen der treuen Fangemeinde und den meist kritischen Gegnern anhand von Geschmack, Stil und Distinktion zu erklären.

  • Kommerzielle Erfolgsanalyse der Band Pur
  • Die Rolle der Musik, Texte und Live-Konzerte als Erfolgsfaktoren
  • Soziologische Analyse der Fangruppen durch Sozialmilieus
  • Distinktionsmechanismen zwischen Fans und Kritikern
  • Bedeutung von Musikgeschmack und Weltanschauung für die Polarisierung

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Texte

Die Texte nahmen in der Musik von Pur schon immer einen besonders wichtigen Stellenwert ein, der den Erfolg der Band zu großen Teilen determiniert. Die Inhalte bewegen sich meist im „Bürgerlich-Privaten“, es geht um „Karriereangst“, „verlorene Kinderträume“, „einsame Herzen“, „Angst vorm Altern“ und „Selbstmordgefahr“ (Kemper, 1994), immer vermischt mit „ein bisschen Liebe, ein bisschen Hass, ein bisschen Trauer“ (Wellershoff, 1996). Oft werden aber auch gesellschaftspolitische Themen wie z.B. der Umgang mit Behinderten („Mein Freund Rüdi“), rechte Gewalt („Neue Brücken“) oder Krieg („Kein Krieg“) zum Thema gemacht. Die Texte stammen somit immer direkt aus dem Leben und sind häufig moral- und gefühlsbeladen bzw. „durchaus mit einem gewissen pädagogischen Gestus“ behaftet (Lober, 2006). Allerdings sind die Lieder stets so extrem „politisch korrekt“ (Arnu, 1998), dass sie schon mal als „Gutmenschmusik für Aufrechte“ ausgegeben wird (v. Lovenberg, 2000). Ebenso ergeht es der Band selbst, die von der FAZ aufgrund ihrer „Texte aus dem Poesiealbum“ auch mal den Titel „Rock-Ritter der guten Gesinnung“ oder „Die guten Menschen aus Bietigheim“ verliehen bekommen (Kemper, 1994).

Zudem bieten die Texte häufig Lebensberatung für bestimmte Situationen, in die man geraten kann. Die SZ meint hierzu: „Pur holen den Deutschen da ab, wo er mit seinem Gefühlshaushalt nicht mehr zu Rande kommt [...]. Mut machen, in den Arm nehmen, es wird schon wieder, das ist Pur.“ (Weigend, 2003).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den kommerziellen Erfolg von Pur trotz fehlender Radio-Präsenz und führt in die Thematik der starken gesellschaftlichen Polarisierung ein.

2. Biographie der Band: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Band von der Gründung als Schülerband "Crusade" in Bietigheim-Bissingen bis zu ihrem Status als etablierte Chart-Größe nach.

3. Bedeutung der Band für die deutsche Unterhaltungsmusik: Es wird erörtert, dass Pur zwar ein gewaltiges Publikum erreicht, ihr musikhistorischer Einfluss jedoch eher gering einzustufen ist.

4. Die Erfolgsfaktoren der Band: Dieses Kapitel analysiert die wesentlichen Säulen des Erfolgs: die musikalische Gestaltung, die inhaltliche Ausrichtung der Texte sowie das besondere Gemeinschaftserlebnis bei Live-Auftritten.

5. Pur-Fans und Pur-Gegner: Hier werden die gegensätzlichen Sozialmilieus von Fans und Kritikern anhand soziologischer Theorien über Geschmack, Distinktion, kognitive Differenziertheit und Handlungsstile analysiert.

6. Zukunftsaussichten der Band: Auf Basis von Umfragen wird prognostiziert, dass Pur aufgrund der starken sozialen Verankerung in ihrer Fangemeinde auch zukünftig erfolgreich bleiben wird.

7. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen, Artikel und Webressourcen auf, die der Analyse zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Pur, Bietigheim-Bissingen, Unterhaltungsmusik, Pop-Rock, Sozialmilieu, Distinktion, Gerhard Schulze, Erlebnisgesellschaft, Polarisierung, Hartmut Engler, Fan-Kultur, Musikrezension, Erfolgsfaktoren, Lebenswelt, Musikgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Gründe für den anhaltenden kommerziellen Erfolg der Band Pur sowie die soziologischen Hintergründe der starken Polarisierung, die diese Band in der Öffentlichkeit hervorruft.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Erfolgsfaktoren (Musik, Texte, Konzerte) und der soziologischen Differenzierung zwischen den Lebenswelten von Pur-Fans und Pur-Gegnern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum Pur trotz massiver Kritik und einer oft ablehnenden Haltung in Medien und Fachkreisen über Jahrzehnte hinweg zu den erfolgreichsten Künstlern Deutschlands gehört.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine qualitative, nicht-repräsentative Befragung von Pur-Fans, um die soziologischen Theorien (insbesondere nach Gerhard Schulze) mit der Realität abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bandgeschichte, die Beschreibung der musikalischen und textlichen Erfolgsmerkmale sowie die tiefgehende soziologische Analyse der unterschiedlichen Sozialmilieus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Pur, Polarisierung, Sozialmilieu, Distinktion, Erfolg, Lebenswelt, Fan-Kultur und Erlebnisgesellschaft.

Warum spielt die mediale Nichtbeachtung für den Erfolg der Band keine Rolle?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Pur ihre Fans nicht über das Radio, sondern primär durch "Weitervererbung" in sozialen Netzwerken, Familien und Freundeskreisen gewinnt, was sie unabhängig von klassischer Radio-Rotation macht.

Wie lässt sich der Unterschied zwischen Fans und Kritikern soziologisch erklären?

Der Unterschied wird über die von Gerhard Schulze beschriebenen Denk- und Handlungsstile definiert: Pur-Fans zeichnen sich durch ein Bedürfnis nach Ordnung und Einfachheit aus, während Pur-Gegner sich über Komplexität und eine distinktionsorientierte Spontaneität definieren.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der zukünftigen Entwicklung von Pur?

Der Autor prognostiziert, dass Pur aufgrund ihrer tiefen Verwurzelung in der Lebenswelt ihrer Fans weiterhin erfolgreich bleiben wird, ungeachtet dessen, ob sich ihr musikalischer Stil experimentell weiterentwickelt oder traditionell bleibt.

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Details

Title
PUR - Ein Phänomen aus Bietigheim-Bissingen
Subtitle
Zur Distinktion zwischen Fans und Gegnern der Band
College
Academy of Music and Arts Hanover  (Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung)
Course
Die Geschichte der deutschen Unterhaltungsmusik
Grade
1,0
Author
Christoph Mischke (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V78041
ISBN (eBook)
9783638828864
Language
German
Tags
Phänomen Bietigheim-Bissingen Geschichte Unterhaltungsmusik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Mischke (Author), 2006, PUR - Ein Phänomen aus Bietigheim-Bissingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78041
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