Das Thema Globalisierung ist in den Medien omnipräsent. Die Veränderungen der Gesellschaft zu einer Weltgesellschaft und der Erde zu einem globalen Dorf werden zunehmend spürbar.
Globales Lernen stellt die pädagogische Antwort auf den Globalisierungsprozess und die damit einhergehenden Chancen und Risiken dar. Der Geographieunterricht macht Globales Lernen in besonderem Maße möglich.
Die Umsetzung des Konzeptes ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Anlass und Ziel der Arbeit
1.2 Überblick
1.3 Lesebemerkungen
2 Erste Einordnung
2.1 Vorläufiger Definitionsversuch
2.2 Begriffsentwicklung
2.3 Zusammenfassung
3 Theoretische Ansätze
3.1 Das Konzept Globalen Lernens nach BÜHLER
3.2 Das Konzept Globalen Lernens nach SELBY
3.3 Ansatz des Schweizer Forums „Schule für Eine Welt“
3.3.1 Leitideen
3.3.2 Definition
3.4 Zusammenfassung
4 Globales Lernen als Auftrag des Geographieunterrichts
4.1 Globalisierung als Anstoß für ein didaktisches Konzept
4.1.1 Veränderte Lebensbedingungen
4.1.2 Veränderte Unterrichtsbedingungen
4.2 Globalisierung als Gegenstand des GU
4.3 Globales Lernen im GU
4.4 Zusammenfassung
5 Bestandsaufnahme
5.1 Globales Lernen in der Bildungspolitik
5.1.1 Agenda 21
5.1.2 Das BLK-Programm „21“
5.1.3 Globales Lernen in der europäischen Bildungspolitik
5.1.4 Globales Lernen in der deutschen Bildungspolitik
5.2 Globales Lernen in Rahmenplänen
5.2.1 Globales Lernen im Hamburger Rahmenplan
5.2.1.1 Die Hamburger Bildungsagenda
5.2.1.2 Der Hamburger Rahmenplan Geographie
5.2.1.3 Empirische Analyse der Unterrichtsinhalte
5.2.2 Globales Lernen im nordrh.-westf. Rahmenplan
5.2.3 Globales Lernen im saarländischen Rahmenplan
5.2.3.1 Inhaltliche Analyse
5.2.3.2 Empirische Analyse der Unterrichtinhalte
5.3 Empirische Untersuchung zur Umsetzung Globalen Lernens im Geographieunterricht
5.3.1 Fragestellung und Zielsetzung der Untersuchung
5.3.2 Methodische Vorgehensweise
5.3.2.1 Aufbau des Fragebogens
5.3.2.2 Konstruktion des Fragebogens
5.3.3 Durchführung der Untersuchung
5.3.4 Ergebnisse der Untersuchung
5.3.4.1 Definition des Globalen Lernens
5.3.4.2 Stellenwert Globalen Lernens
5.3.4.3 Verankerung Globalen Lernens in Rahmenplänen
5.3.4.4 Globales Lernen im GU
5.4 Zusammenfassung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Umsetzung des Konzepts „Globales Lernen“ im schulischen Geographieunterricht am Gymnasium. Das zentrale Ziel ist es, den Beitrag des Geographieunterrichts zur Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern auf ein Leben in einer globalisierten Welt zu evaluieren und aufzuzeigen, inwieweit bildungspolitische Vorgaben und didaktische Konzepte in die schulische Praxis einfließen.
- Grundlagen und Definitionsansätze des Globalen Lernens
- Die Bedeutung der Globalisierung als didaktischer Anstoß für den Geographieunterricht
- Analyse der bildungspolitischen Rahmenbedingungen und Lehrpläne ausgewählter Bundesländer
- Quantitative empirische Untersuchung zur Einschätzung und Umsetzung durch Geographielehrkräfte
- Evaluation methodischer Potenziale für einen zukunftsorientierten Geographieunterricht
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Konzept Globalen Lernens nach SELBY
David Selby ist einer der wenigen Inhaber eines pädagogischen Lehrstuhls für Globales Lernen weltweit. Er gründete 1992 das International Institute for Global Education an der Universität von Toronto und leitete dieses bis August 2003.
Sein Modell Globalen Lernens stellt vor allem die Modifikation der individuellen Perspektive in den Vordergrund. Er geht davon aus, dass in der Gesellschaft ein eingeschränkter Horizont vorherrscht, der im Zuge Globalen Lernens in Richtung Ganzheitlichkeit erweitert werden soll. Die Behandlung globaler Probleme vollzieht sich eher am Rande des Modells.
Selby (2000) fasst Globales Lernen in seiner „Essenz“ folgendermaßen zusammen: „Global education is a holistic paradigm of education predicated upon the interconnectedness of communities, lands, and peoples, the interrelatedness of all social, cultural and natural phenomena, the interpenetrative nature of past, present and future, and the complementary nature of the cognitive, affective, physical and spiritual dimensions of the human being. It addresses issues of development, equity, peace, social and environmental sustainability. Its scope encompasses the personal, the local, the national and the planetary. Congruent with its precepts and principles, its pedagogy is experiential, interactive, children-centred, democratic, convivial, participatory, and change-oriented. Global education is nothing less than the educational expression of an ecological, holistic or systemic paradigm.“ (Selby 2000, S. 2)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Ziel der Arbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der fachdidaktischen Studie.
2 Erste Einordnung: Hier erfolgt eine erste Annäherung an den Begriff „Globales Lernen“ durch Wortsinnanalyse und einen Abriss der historischen Begriffsentwicklung.
3 Theoretische Ansätze: Dieses Kapitel stellt unterschiedliche theoretische Konzepte (Bühler, Selby, Schweizer Forum) gegenüber, um eine allgemeingültige Definition für den schulischen Kontext zu finden.
4 Globales Lernen als Auftrag des Geographieunterrichts: Das Kapitel fokussiert auf den Bezug zum Fach Geographie, thematisiert veränderte Lebens- und Unterrichtsbedingungen und die Rolle der Globalisierung als Unterrichtsgegenstand.
5 Bestandsaufnahme: Dieser Teil umfasst die bildungspolitische Analyse, die Untersuchung von Rahmenplänen verschiedener Bundesländer sowie die detaillierte Vorstellung der empirischen Fragebogenstudie.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bereicherung durch das Konzept für den Geographieunterricht und benennt notwendige Bedingungen für eine erfolgreiche Etablierung in der Praxis.
Schlüsselwörter
Globales Lernen, Globalisierung, Geographieunterricht, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Fachdidaktik, Gymnasium, Gestaltungskompetenz, Weltgesellschaft, Weltprobleme, Lehrerbefragung, Methodik, Lehrplananalyse, Agenda 21, interkulturelles Lernen, Unterrichtspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der fachdidaktischen Umsetzung des Konzepts „Globales Lernen“ im Geographieunterricht an Gymnasien und prüft, wie dieses Konzept in der schulischen Realität verankert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Globalen Lernens, die Analyse bildungspolitischer Rahmenbedingungen, Lehrplanuntersuchungen sowie eine empirische Bestandsaufnahme bei Geographielehrkräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Evaluation der praktischen Umsetzung des Globalen Lernens und die Untersuchung, ob und wie der Geographieunterricht zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf eine globalisierte Welt beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie einer quantitativen empirischen Fragebogenerhebung unter gymnasialen Geographielehrkräften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze, die Begründung des Globalen Lernens als Auftrag des Geographieunterrichts und eine umfassende Bestandsaufnahme, die Rahmenpläne analysiert und eine empirische Studie auswertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Globales Lernen, Geographieunterricht, Nachhaltige Entwicklung, Gestaltungskompetenz und Lehrerbefragung.
Welche Rolle spielen die Bundesländer in der Analyse?
Die Rahmenpläne der Bundesländer Hamburg, Nordrhein-Westfalen und des Saarlandes wurden analysiert, um Unterschiede in der expliziten Verankerung des Konzepts Globales Lernen aufzuzeigen.
Was zeigt die empirische Untersuchung hinsichtlich der Methoden?
Die Befragung verdeutlicht, dass obwohl kooperative Methoden (wie Gruppenarbeit oder Exkursionen) für Globales Lernen als geeignet angesehen werden, im Unterrichtsalltag weiterhin lehrerzentrierter Frontalunterricht dominiert.
- Arbeit zitieren
- Marie Burger (Autor:in), 2006, Globales Lernen im Geographieunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77821