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Lernen bei Präsenz von Ablenkungen - Ein Experiment

Titel: Lernen bei Präsenz von Ablenkungen - Ein Experiment

Magisterarbeit , 2006 , 107 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christian Krizak (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn ein Student eine Arbeit verfasst, ein Schüler seine Hausaufgaben macht oder für eine Klausur lernt oder eine andere beliebige Person seiner aktuellen Arbeit nachgeht, implizieren diese Handlungen, dass sich die genannten Personen zwischen mehreren Handlungsoptionen für eben genau diese eine entschieden haben. Dadurch muss nun jedoch zumindest während der Primärhandlung auf weitere Handlungsoptionen verzichtet werden. Der Theorie motivationaler Handlungskonflikte (Hofer et al., 2004), aber auch weiteren Theorien der Lernmotivation zufolge, ist hierbei aber das Problem gegeben, dass eine mögliche Handlungsalternative einen negativen Effekt auf die aktuelle Handlung ausübt, da die alternativen Tätigkeiten zu einer Konkurrenz für die Primärhandlung werden und diese in ihrer Qualität leiden muss.
Verschiedene Theorien der Lernmotivation versuchen zu erklären, aus welchen Gründen unterschiedliche Personen eine Lernhandlung entweder ausführen oder unterlassen. In dieser Arbeit gilt es herauszufinden, unter welchen Bedingungen es zu Konflikten während einer Lernhandlung kommen kann und wie sich diese wiederum auf die Lernaktivität auswirken

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen

2. Theorie

2.1. Die Rolle der motivationalen Interferenz in der Motivationspsychologie

2. 2. Das Phänomen der motivationalen Interferenz

Personale Faktoren:

Situationale Faktoren:

2. 3. Motivationale Konflikte in der Motivationsforschung

2. 4. Motivationsforschung und der Bezug zur motivationalen Interferenz

2. 5 Motivationale Handlungskonflikte in klassischen Motivationstheorien

2. 5. 1 Das Rubikonmodell

2. 5. 2. Die Fiat-Tendenz im Rubikon-Modell

2. 5. 3. Motivationale Handlungskonflikte im Rubikon-Modell

2. 5. 4. Die dynamische Handlungstheorie von Atkinson und Birch

2. 5. 5. Motivationale Handlungskonflikte in der Dynamischen Handlungstheorie von Atkinson & Birch

2. 5. 6. Das Erwartungs-Wert-Modell von Wigfield & Eccles

2. 5. 7. Motivationale Handlungskonflikte in der Goal System Theory

2. 6. Allgemeine Entstehungsfaktoren motivationaler Interferenz

2. 7. Motivationale Interferenz bei der Untersuchungsgruppe

3. Das Experiment: Lernen bei Präsenz von Ablenkungen

3.1. Methode

3. 1. 1. Fragestellung und Hypothesenbildung

3. 1. 2. Versuchspersonen:

3. 1. 3. Operationalisierung und Variation der Versuchsbedingungen:

3. 2. Durchführung

3. 3. Versuchsablauf:

4. Ergebnisse

5. Fazit und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der motivationalen Interferenz, bei dem das Wissen um eine attraktive Handlungsalternative die Qualität und Performanz einer aktuell ausgeführten Lernhandlung negativ beeinträchtigen kann. Das primäre Ziel ist es, unter empirischen Gesichtspunkten zu klären, unter welchen Bedingungen motivationale Konflikte bei Schülern und Studenten auftreten und welche Auswirkungen diese auf den Lernerfolg haben.

  • Theorie motivationaler Handlungskonflikte und ihre Anwendbarkeit auf Lernprozesse.
  • Konkurrenzverhältnis zwischen leistungsorientiertem Lernen und freizeitorientierten Aktivitäten.
  • Einfluss von Personalfaktoren und situativen Gegebenheiten auf die Motivationsstärke.
  • Experimentelle Untersuchung zur Auswirkung von Ablenkungsangeboten (Musikvideos) auf die Lernleistung.
  • Analyse von Opportunitätskosten und ihrer Rolle bei der Handlungsentscheidung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen

Stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Sie sitzen an einem wunderschönen Sommervormittag in Ihrem Büro und erledigen die ungeliebte, schon viel zu lange vor Ihnen hergeschobene Arbeit, die eigentlich schon längst fertiggestellt sein sollte. Plötzlich klopft es an der Tür und zwei Kollegen fragen Sie, ob Sie eventuell Lust haben eine Pause einzulegen und mit ihnen einen Kaffee auf der sonnigen Terrasse trinken zu gehen. Sie kommen kurzzeitig ins Grübeln, beschließen dann jedoch, lieber im Büro zu bleiben und die angefangene Arbeit zu beenden. Sie lehnen das Angebot dankbar ab. Kurze Zeit später bemerken Sie, dass es Ihnen immer schwerer fällt, konzentriert bei der Arbeit zu bleiben. Sie werden unaufmerksam und Ihre Gedanken schweifen zu den Kollegen ab, die wahrscheinlich gerade in diesem Moment auf der sonnigen Terrasse sitzen, miteinander plaudern und einen frisch gebrühten Kaffee trinken. Sie können schon beinahe den Kaffee riechen. Auf einmal erscheint Ihnen Ihre Arbeit weitaus langweiliger und anstrengender. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

An Ihrer eigentlichen Grundsituation hat sich nichts geändert. Sie machen weiterhin Ihre Arbeit wie zuvor. An Ihrer Handlung und der zu erledigenden Arbeit hat sich doch nichts verändert. Doch eine nicht zu vernachlässigende Kleinigkeit hat sich sehr wohl geändert: Sie wissen nun über eine attraktive Alternativtätigkeit bescheid, an der Sie ohne einen großen Aufwand auch teilnehmen könnten. Lediglich die Kenntnis über eine weitere Handlungsmöglichkeit bringt Sie dazu, nun wesentlich unkonzentrierter zu arbeiten und einen motivationalen Konflikt ans Tageslicht zu befördern, der die Performanz der ursprünglich begonnenen Tätigkeit negativ beeinflusst. Doch wie ist dieser Konflikt zustande gekommen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen: Einführung in die Problematik, wie das Wissen um attraktive Handlungsalternativen die Konzentration bei der Arbeit stören kann.

2. Theorie: Detaillierte Darstellung verschiedener motivationspsychologischer Ansätze und der Entstehungsfaktoren motivationaler Interferenz.

3. Das Experiment: Lernen bei Präsenz von Ablenkungen: Beschreibung des Versuchsaufbaus, der Fragestellung und der experimentellen Manipulation der Versuchsgruppen.

4. Ergebnisse: Statistische Auswertung der durchgeführten Untersuchung und Darstellung der Leistungsparameter.

5. Fazit und Diskussion: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Gründe für die nicht signifikante Bestätigung der Hypothesen.

Schlüsselwörter

motivationale Interferenz, Lernmotivation, Handlungskonflikt, Opportunitätskosten, Leistungsmotivation, Rubikonmodell, Handlungsablauf, Konzentrationsstörung, Ablenkung, kognitive Interferenz, volitionale Steuerung, Selbstregulation, Leistungstest, Versuchsdesign.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und empirischen Untersuchung von motivationalen Konflikten, die entstehen, wenn eine Person während einer laufenden Lernhandlung Kenntnis von attraktiven Alternativtätigkeiten erlangt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Motivationspsychologie, die Theorie motivationaler Handlungskonflikte, der Einfluss von Freizeitangeboten auf die Konzentrationsfähigkeit beim Lernen und die Bedeutung von subjektiven Valenzen für den Handlungsverlauf.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, empirisch nachzuweisen, dass bereits das bloße Wissen um eine ansprechende Alternativhandlung die Qualität und den Erfolg einer Lernleistung beeinträchtigt, auch wenn die Alternative nicht aktiv gewählt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine computergestützte experimentelle Untersuchung mit 60 Studenten durchgeführt, bei der die Probanden Bildbeschreibungen anfertigten, während ihnen mit unterschiedlicher Frequenz Musikvideos als Ablenkung angeboten wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfangreichen theoretischen Part, der klassische Modelle (Rubikonmodell, Atkinson & Birch) diskutiert, und den Experimentalteil, der den methodischen Aufbau, die Durchführung und die statistische Ergebnisauswertung umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere motivationale Interferenz, Handlungskonflikt, Opportunitätskosten, Selbstregulation und Leistungsabfall durch Ablenkung.

Was war das zentrale Ergebnis des Experiments bezüglich der Ablenkung?

Entgegen der ursprünglichen Hypothesen konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Experimentalgruppen und der Kontrollgruppe im Wissenstest nachgewiesen werden; das gewollte Phänomen der Interferenz ließ sich in diesem Versuchsaufbau statistisch nicht bestätigen.

Wie interpretierte der Autor das Ausbleiben signifikanter Unterschiede?

Der Autor führt dies unter anderem auf eine zu geringe Stichprobengröße, den potenziellen Einfluss der individuellen Arbeitsgewohnheiten der Probanden sowie eine möglicherweise fehlgeschlagene Induzierung der Ablenkung zurück.

Ende der Leseprobe aus 107 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lernen bei Präsenz von Ablenkungen - Ein Experiment
Hochschule
Universität Mannheim  (Lehrstuhl Erziehungswissenschaft II)
Note
2,3
Autor
Christian Krizak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
107
Katalognummer
V77680
ISBN (eBook)
9783638786409
ISBN (Buch)
9783638795623
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen Präsenz Ablenkungen Experiment
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Krizak (Autor:in), 2006, Lernen bei Präsenz von Ablenkungen - Ein Experiment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77680
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Leseprobe aus  107  Seiten
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