Den weit umfassenden Begriff der sozialen Kompetenz zu definieren ist eine häufig gewählte Aufgabe, die jedoch sowohl in bildungspolitischen Debatten wie auch in der Literatur zu Diskussionen führt. Durch die „begrenzte Generalisierbarkeit“ des Begriffes gibt diese Arbeit lediglich einen Einblick in verschiedene Begriffsbestimmungen der sozialen Kompetenz, ohne dafür eine eigene Definition zu beanspruchen. Dabei wird an die Unterschiede der Definitionen aus pädagogischer und psychologischer Literatur und aus der freien Wirtschaft herangeführt.
Darüber hinaus werden die Definitionen ergänzt, indem die Teilfähigkeiten der sozialen Kompetenz anhand von Beispielen in der Wissenschaft und in der Wirtschaft erläutert werden.
Anschließend werden unterschiedliche Möglichkeiten und Meinungen zur Erlernbarkeit erläutert, bevor im Fazit auf die soziale Kompetenz als Anforderung der heutigen Gesellschaft eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SOZIALE KOMPETENZ
2.1 Begriffsklärung
2.2 Definitionsansätze
2.3 Teilfähigkeiten der sozialen Kompetenz
2.4 Erlernbarkeit der sozialen Kompetenz
3 FAZIT - SOZIALE KOMPETENZ ALS ANFORDERUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen orientierenden Überblick über verschiedene Begriffsbestimmungen der sozialen Kompetenz, ohne eine eigene, universelle Definition zu beanspruchen. Dabei werden Perspektiven aus der Pädagogik, der Psychologie und der freien Wirtschaft analysiert, um die Vielschichtigkeit des Begriffs sowie dessen Relevanz als berufliche Anforderung im 21. Jahrhundert zu verdeutlichen.
- Vergleich pädagogischer und psychologischer Definitionsansätze
- Analyse von Teilfähigkeiten der sozialen Kompetenz
- Diskussion über die Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen
- Untersuchung der Bedeutung sozialer Kompetenz in der Arbeitswelt
- Zusammenhang zwischen Bildungszielen und gesellschaftlichen Anforderungen
Auszug aus dem Buch
2.2 Definitionsansätze
Der von der Weltgesundheitsorganisation als zentrales Ziel festgelegte Erwerb von Lebenskompetenz (beinhaltet neben Methoden-, Sach-, auch personale und soziale Kompetenz), ist in den Rahmenlehrplänen für die Grundschule und der Sekundarstufe I formuliert. So heißt es in den brandenburgischen Rahmenlehrplänen für die Grundschule, dass grundlegende Bildung die Bewältigung und Gestaltung von Lebenssituationen zum Ziel hat. Dabei wir die soziale Kompetenz mit der Fähigkeit erklärt, „in wechselnden sozialen Situationen Ziele erfolgreich im Einklang mit sich und anderen zu verfolgen“.
Der sozial handelnde Mensch ist fähig in verschiedenen Sachlagen, sowohl seine wie auch die Interessen Anderer zu vertreten.
Ähnlich wird soziale Kompetenz in den Lehrplänen der Grundschulen Berlins und Brandenburgs als „Dimension des sozialen Miteinanders“ definiert. Die Schüler sollen fähig werden in wechselnden sozialen Situationen die eigenen Vorstellungen in Angleichung mit denen anderer Personen zu verfolgen sowie kommunikativ zu kooperieren.
In dem Lehrplan für die Fächer Wirtschafts- und Sozialkunde und Politische Bildung an brandenburger Berufsschulen (2004) wird die zu erlangende Sozialkompetenz als Befähigung beschrieben, „Personen anderer ethnischer Herkunft, mit anderen Sitten und unterschiedlichem Glauben, vorurteilsfrei und tolerant zu begegnen.“ Dieses Verhalten verdeutlicht die Anerkennung der demokratischen Rechte dieser Personen und Gruppen. Es äußert sich weiter in der „Fähigkeit und Bereitschaft, Solidarität als eine Grundhaltung des politischen Urteilens und Handelns abzuwägen, zu gewichten und auszuüben.“ Sozialkompetenz umfasst die Befähigung und den Willen, eine „am Gemeinwohl orientierte Perspektive einzunehmen“ und danach zu handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Schwierigkeit der Begriffsbestimmung sozialer Kompetenz aufgrund dessen begrenzter Generalisierbarkeit und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 SOZIALE KOMPETENZ: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Begriffsherkunft, verschiedenen pädagogischen und psychologischen Definitionsmodellen sowie den spezifischen Teilfähigkeiten und der Frage der Erlernbarkeit.
3 FAZIT - SOZIALE KOMPETENZ ALS ANFORDERUNG: Das Fazit stellt fest, dass soziale Kompetenz eine unverzichtbare Anforderung an den modernen Menschen im 21. Jahrhundert darstellt, die über reine Fachkenntnisse hinausgeht.
Schlüsselwörter
Soziale Kompetenz, Lebenskompetenz, Begriffsklärung, Teilfähigkeiten, Sozialverhalten, Selbstmanagement, Kommunikationsfähigkeit, Beziehungsmanagement, Erlernbarkeit, Bildungsstandards, Personalmanagement, Führungskraft, Wirtschaftspsychologie, Pädagogik, soziale Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den vielschichtigen Begriff der sozialen Kompetenz durch einen Vergleich verschiedener Definitionsansätze aus unterschiedlichen Fachbereichen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die begriffliche Einordnung, die Identifikation von Teilfähigkeiten, die pädagogische Bedeutung und die Anforderungen der Wirtschaft an soziale Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die unterschiedlichen Interpretationen zu geben, da es bisher keine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um Definitionen aus pädagogischer und psychologischer Literatur sowie aus der Praxis der Wirtschaft gegenüberzustellen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, die Darstellung von Teilfähigkeiten wie Selbstmanagement oder Konfliktfähigkeit sowie eine Diskussion zur Erlernbarkeit.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter der Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Kompetenz, Erlernbarkeit, Teilfähigkeiten und gesellschaftliche Anforderung geprägt.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Wirtschaftspsychologie von der Pädagogik?
Während die Pädagogik oft Gerechtigkeit und Gleichberechtigung betont, legt die Wirtschaftspsychologie einen stärkeren Fokus auf die Durchsetzung eigener Interessen und Zielerreichung.
Wie wird die Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen bewertet?
Es besteht ein Spannungsfeld: Während schulische Bildungsstandards davon ausgehen, dass soziale Kompetenz erlernbar ist, sehen viele Führungskräfte in der Wirtschaft sie eher als Einstellungs- bzw. Grundvoraussetzung.
- Citation du texte
- Katja Möwe (Auteur), 2006, Soziale Kompetenz - Ein Überblick über verschiedene Definitionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77466