Diese Arbeit soll im Folgenden den Aufbau beider Geschichten untersuchen und vergleichen, die fantastischen Elemente herausarbeiten und die Beschreibung des Raumes und der Natur als erzählerisches Mittel untersuchen. Bezüglich der beiden Ausarbeitungen des Textes steht natürlich auch die Frage im Raum, warum zwei Variationen existieren? Ist das Thema zu komplex für einen einzigen Text, oder zwangen neue Erkenntnisse bezüglich des Themas zu einer „Aktualisierung“, oder erschien Maupassant die perfekte Geschichte mit der ersten Variation noch nicht erreicht?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Fantastische
2.1 Definition des Fantastischen
2.2 Untersuchung der Texte : Aufbau der beiden Contes
2.2.1 «La Peur 1»
2.2.2. «La Peur 2»
2.3 Sprachliche Mittel
2.4. Darstellung des Raumes
2.5 Vergleich des Aufbaus beider Contes
2.6 Die Fantastischen Elemente in Peur 1 und 2 und die Umsetzung der Prämissen Todorovs
3. Schlussworte
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Aufbau, die sprachlichen Mittel und die Raumdarstellung in zwei unterschiedlichen Fassungen der Erzählung „La Peur“ von Guy de Maupassant. Das primäre Ziel ist es, die fantastischen Elemente der Texte herauszuarbeiten und die Frage zu klären, warum Maupassant zwei Variationen desselben Themas verfasste, während gleichzeitig die theoretischen Prämissen des Fantastischen nach Tvetan Todorov auf die Texte angewandt werden.
- Analyse und Vergleich der Erzählstruktur beider „Contes“
- Untersuchung der Raumdarstellung und Natur als erzählerisches Mittel
- Erforschung der sprachlichen Gestaltung zur Erzeugung von Unheimlichkeit
- Anwendung von Todorovs Theorie des Fantastischen auf die Texte
- Psychologische Dimensionen der Angst als literarisches Motiv
Auszug aus dem Buch
2.2.1 «La Peur 1»
« Peur 1» beginnt in „medias res“ und kann in fünf Sinneinheiten aufgegliedert werden. In der Einleitung führt ein homodiegetischer Erzähler mit interner Fokalisation in die Geschichte ein. Die Rahmenhandlung spielt an Bord eines Schiffes, nach Abschluss des Diners unterhält sich eine Gesellschaft von 6-8 Personen auf der Brücke. Gesprächsinhalt ist, wie der Titel verrät, die Angst.
Im zweiten Teil tritt der Erzähler hinter einem der Reisenden «l´homme au teint bronzé» zurück. Es folgt ein erster Definitionsversuch des Phänomens Angst: «Cela a lieu dans certaines circonstances anormales, sous certaines influences mystérieux, en face de risques vagues. La vraie peur, c´est quelque chose comme une réminiscence des terreurs fantastiques d´autrefois.»
Im dritten Teil wird diese Definition durch eine Episode in der Wüste bekräftigt. Scheinbar angekündigt durch ein Trommeln, «la mort est sur nous» fällt der beste Freund des Erzählers tot vom Pferd. Sprachliche Mittel werde bewusst eingesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Angst bei Maupassant und Vorstellung der zwei untersuchten Erzählungen „La Peur“.
2. Das Fantastische: Klärung des Begriffs des Fantastischen und Definition der Prämissen nach Tvetan Todorov.
2.1 Definition des Fantastischen: Etablierung der theoretischen Voraussetzungen für die Gattung des Fantastischen.
2.2 Untersuchung der Texte : Aufbau der beiden Contes: Darstellung der Erzählstruktur beider Texte anhand von Rahmen- und Binnenhandlungen.
2.2.1 «La Peur 1»: Analyse der ersten Fassung von „La Peur“ in fünf Sinneinheiten.
2.2.2. «La Peur 2»: Analyse der zweiten Fassung unter Berücksichtigung des Dialogcharakters.
2.3 Sprachliche Mittel: Untersuchung der stilistischen Mittel wie Wiederholungen und Satzbau zur Spannungssteigerung.
2.4. Darstellung des Raumes: Analyse der geographischen Umgebung als symbolträchtiges erzählerisches Mittel.
2.5 Vergleich des Aufbaus beider Contes: Gegenüberstellung der Discours-Ebenen und Unterschiede auf der Ebene der Histoire.
2.6 Die Fantastischen Elemente in Peur 1 und 2 und die Umsetzung der Prämissen Todorovs: Überprüfung der Todorovschen Bedingungen an den Texten.
3. Schlussworte: Fazit zur „Aktualisierung“ des Themas durch Maupassant und Ausblick auf psychologische Zusammenhänge.
4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Guy de Maupassant, La Peur, Fantastik, Tvetan Todorov, Angst, Contes fantastiques, Raumdarstellung, Erzählstruktur, Literaturwissenschaft, Psychologie, Unsichtbares, Unheimliches, französische Literatur, Literaturanalyse, Narratologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert zwei unterschiedliche Kurzgeschichten von Guy de Maupassant, die beide den Titel „La Peur“ tragen, und untersucht deren literarische Gestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Struktur der Erzählungen, die Verwendung der Natur und des Raumes als Symbole sowie die Anwendung literaturtheoretischer Konzepte des Fantastischen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, wie Maupassant das Phänomen der Angst literarisch konstruiert und warum er zwei verschiedene Versionen desselben Themas verfasste.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt narratologische Methoden und stützt sich dabei insbesondere auf die Definitionen des Fantastischen nach Tvetan Todorov.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Aufbaus, der sprachlichen Mittel, der Raumdarstellung sowie den Vergleich beider Texte im Kontext theoretischer Prämissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere die „Contes fantastiques“, das Unheimliche, die Raumdarstellung, Maupassant und die theoretische Fundierung des Fantastischen.
Inwiefern unterscheiden sich die beiden „La Peur“-Fassungen?
Während in „Peur 1“ das Erleben der Angst stärker im Vordergrund steht, ist „Peur 2“ durch einen Dialog geprägt, der eine verstandesmäßigere Auseinandersetzung mit der Angst sucht.
Welche Rolle spielt die „Unerklärbarkeit“ für das Fantastische bei Maupassant?
Die Unerklärbarkeit dient als Basis für das Fantastische, da sie die Grenze zwischen Realität und Irrealität verwischt und so den Raum für die Wirkung des Unheimlichen öffnet.
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- Anna Becker (Author), 2007, Aspekte des Phantastischen in Maupassants "La Peur", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77261