Obwohl die Konstantinische Schenkung als Fälschung betrachtet werden kann, lieferte sie die rechtliche Basis für die Pippinische Schenkung, die wiederum bedeutend für die Entstehung des „Kirchenstaates“ gewesen sein soll: In der Literatur wird die Pippinische Schenkung sogar als Begründung des Kirchenstaates gesehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
2. Die Lage im Frankenreich Mitte des achten Jahrhunderts
2.1. Lage der Kirche um 750
2.2 Die politische Lage im Frankenreich um 750
2.3 Der Weg der Königserhebung Pippin des Jüngeren 751
3. Kirche und König – erste Verbindungen politischer Natur
4. Die Pippinische Schenkung
5. Abschlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung des Kirchenstaates durch die Pippinische Schenkung und analysiert, inwieweit dieses Ereignis eine geplante Souveränitätsbildung der Kirche oder ein Resultat gegenseitiger politischer Bedürftigkeiten zwischen dem Papsttum und dem karolingischen Königtum darstellt.
- Die politische und kirchliche Ausgangslage in Rom und dem Frankenreich um 750
- Die Bedeutung der Konstantinischen Schenkung als rechtliche Grundlage
- Der Dynastiewechsel von den Merowingern zu den Karolingern 751
- Die Etablierung des bilateralen Vertragsverhältnisses zwischen Papst und König
- Die Auswirkungen der Pippinischen Schenkung auf die Souveränität des Kirchenstaates
Auszug aus dem Buch
3. Kirche und König – erste Verbindungen politischer Natur
Die geleistete Unterstützung des Papstes hinsichtlich der Königserhebung Pippin des Jüngeren forderte alsbald „Revanche“.
Der Nachfolger Papst Stephan II. war in seinem engsten Umkreis bedroht. Die Langobarden hatten Ravenna erobert und marschierten gegen Rom. Daraufhin ersuchte Stephan vergeblich Hilfe bei seinem Kaiser in Konstantinopel und wandte sich dann mit seiner Bitte um Hilfe an die Franken.
753 reiste Stephan II. zu König Pippin dem Jüngeren und bat ihn persönlich um Hilfe. Pippin leistete den Freundschaftseid von Ponthion 754, in dem er seine und die Hilfe seiner Söhne Rom und dem Papst versprach. Der Papst salbte Pippin erneut und zusätzlich Pippins Söhne. Pippin zog daraufhin erfolgreich in zwei Feldzügen 755 und 756 gegen den Langobardenkönig Aistulf. Die Feldzüge endeten mit Friedensverträgen und Pippin zwang den Langobardenkönig mit dem Frankenheer dazu, das Exarchat von Ravenna und seine weiteren Eroberungen herauszugeben. Der Hilfeersuch des Papstes war nicht umsonst gewesen – weder für die Kirche noch für den König.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Konstantinischen Schenkung und Definition der Forschungsfrage zur Entstehung des Kirchenstaates.
2. Die Lage im Frankenreich Mitte des achten Jahrhunderts: Detaillierte Betrachtung der kirchlichen Abhängigkeiten von Byzanz, der politischen Umbrüche im Frankenreich und des Aufstiegs der Karolinger.
3. Kirche und König – erste Verbindungen politischer Natur: Darstellung der gegenseitigen Hilfsleistungen, insbesondere des Schutzes gegen die Langobarden durch Pippin nach dem Freundschaftseid von Ponthion.
4. Die Pippinische Schenkung: Analyse der Gebietsabtretungen durch Pippin an den Papst als Grundlage für die päpstliche weltliche Herrschaft.
5. Abschlussbetrachtung: Fazit über die gegenseitige Stärkung von Königtum und Papsttum und die langfristige Etablierung des Kirchenstaates.
Schlüsselwörter
Kirchenstaat, Pippinische Schenkung, Karolinger, Papsttum, Konstantinische Schenkung, Langobarden, Frankenreich, Pippin der Jüngere, Byzanz, Souveränität, Exarchat von Ravenna, Königserhebung, Mittelalter, Schutzgewalt, Territorium.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Entstehung des Kirchenstaates im 8. Jahrhundert und die politische Allianz zwischen dem Papsttum und dem fränkischen Herrschergeschlecht der Karolinger.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Krise des Papsttums unter byzantinischem Druck, der Dynastiewechsel im Frankenreich 751 sowie die vertraglichen Abmachungen zwischen Papst Stephan II. und Pippin dem Jüngeren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es wird untersucht, ob die Gründung des Kirchenstaates ein explizit geplanter Prozess war oder ob sie aus der akuten Notlage und gegenseitigen Bedürftigkeit von Kirche und Königtum heraus entstand.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, die den Forschungsstand kritisch reflektiert und die politische Dynamik der Zeit darstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Lageanalyse um 750, die Darstellung des Aufstiegs der Karolinger, die erste politische Annäherung zwischen König und Papst sowie die rechtliche und territoriale Ausgestaltung der Pippinischen Schenkung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kirchenstaat, Pippinische Schenkung, Karolinger, Papsttum und mittelalterliche politische Bündnispolitik charakterisieren.
Welche Rolle spielte die Konstantinische Schenkung für die Argumentation?
Obwohl als Fälschung erkannt, lieferte sie den zeitgenössischen rechtlichen Rahmen und die Legitimation für den päpstlichen Anspruch auf Ländereien und weltliche Herrschaft.
Warum war der Freundschaftseid von Ponthion von so großer Bedeutung?
Dieser Eid besiegelte die gegenseitige Unterstützung: Der Papst erhielt militärischen Schutz gegen die Langobarden, während Pippin die kirchliche Anerkennung und Sakralisierung seiner neuen Herrschaft als König erlangte.
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- Dipl. Simone Menzer (Author), 2007, Gründung des Kirchenstaates durch die Pippinische Schenkung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77132