Diese Seminararbeit mit dem Titel „Die steuerliche Behandlung von Zuwendungen im Zuge des Stiftungsaktes; zugewendetes Vermögen und Bewertung“ ist in fünf Teile gegliedert. Einleitend wird ein Überblick über die verschiedenen Stiftungsarten verschafft bevor wir uns ausschließlich mit der außerbetrieblichen eigennützigen Privatstiftung (Familienversorgungsstiftung) beschäftigen. Der zweite Teil widmet sich der Vermögenszuwendung an eine Privatstiftung, als auch deren Bewertung. Ein Thema ist dabei auch die Bemessungsgrundlage, die für die Bewertung der verschiedenen Wirt-schaftsgüter unterschiedlich sein kann. Die steuerliche Behandlung von Zuwendungen beim Stiftungsakt wird im dritten Teil thematisiert. Der vierte Teil beschäftigt sich kurz mit der Zustiftung und Nachstiftung. Dies ist eine Vermögenszuwendung nach der Entstehung der Stiftung und dient zur Abgrenzung zum eigentlichen Thema. Abschließen wird die Arbeit mit einem Resümee, bei der noch die bevorstehende Abschaffung der Erbschaftssteuer und deren möglichen Auswirkungen auf Privatstiftungen kurz erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 EINTEILUNG VON PRIVATSTIFTUNGEN IM STEUERRECHT
3 DIE WIDMUNG VON VERMÖGEN AN EINE STIFTUNG
3.1 Allgemeines zum Vermögensübergang
3.2 Bewertung des übertragenden Vermögens
3.3 Bemessungsgrundlage
3.3.1 Gemeiner Wert
3.3.2 Teilwert
3.3.3 Einheitswert
3.4 Zuwendung von Betriebsvermögen
3.4.1 Zuwendung von einzelnen Wirtschaftsgütern
3.4.2 Zuwendung von betrieblichen Einheiten
3.5 Zuwendung von Privatvermögen
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Zuwendung von vermieteten Gebäuden
3.6 Zuwendung einer Privatstiftung als Stifter an eine andere Stiftung
3.7 Gemischte Schenkungen
3.8 Steuerbefreiungen bei Vermögenszuwendungen
4 STEUERLICHE BEHANDLUNG VON ZUWENDUNGEN BEIM STIFTUNGSAKT
4.1 Ertrags- bzw. körperschaftssteuerliche Auswirkung und Umsatzsteuer
4.2 Erbschafts- und Schenkungssteuer
5 ZUSTIFTUNG VERSUS NACHSTIFTUNG
5.1 Definition
5.2 Zu- oder Nachstiftung als Schenkung
6 RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die steuerliche Behandlung von Vermögenszuwendungen im Rahmen des Stiftungsaktes bei Privatstiftungen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Bewertung des zugewendeten Vermögens sowie den daraus resultierenden ertrags- und schenkungssteuerlichen Konsequenzen für den Stifter.
- Systematik der Privatstiftungen im österreichischen Steuerrecht
- Bewertungsmethoden für verschiedene Arten von Wirtschaftsgütern
- Steuerliche Behandlung von Zuwendungen aus Privat- und Betriebsvermögen
- Problematik der gemischten Schenkungen und deren Abgrenzung
- Abgrenzung zwischen Zustiftung, Nachstiftung und Stiftungsgründung
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Gemeiner Wert
Der gemeine Wert ist jener Wert, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände zu berücksichtigen, die sich auf den Preis auswirken. Allerdings sind ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse nicht zu berücksichtigen (§10 BewG).
Der gemeine Wert bezieht sich prinzipiell nur für ein selbstständiges Wirtschaftsgut oder für eine gesamte wirtschaftliche Einheit. Dieser muss ein gewogener Durchschnittspreis darstellen und darf kein Höchstpreis sein. Unter gewöhnlichen Geschäftsverkehr ist zu verstehen, wenn bei der Bildung des Kaufpreises alle den Preis bestimmenden marktwirtschaftlichen Faktoren des Angebots und der Nachfrage unter Heranziehung objektiver Wertmaßstäbe berücksichtigt worden sind. Im Sinne des §10 (2) BewG sind unter der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu verstehen, die dem zu bewerteten Wirtschaftsgut arteigen sind. Existiert für ein bestimmtes Wirtschaftsgut kein Markt, so ist es trotzdem möglich einen gemeinen Wert zu ermitteln. In diesem Fall muss ein möglicher Käufer unterstellt werden, der an dem Erwerb des Wirtschaftsgutes in seiner konkreten Beschaffenheit mit der vorgesehenen Verwertungsmöglichkeit interessiert und bereit ist, einen angemessenen, den inneren Wert entsprechenden Preis zu zahlen, auch wenn nur wenige Interessenten oder nur ein Interessent in Betracht kommt. Unabhängig davon, ob das Wirtschaftsgut einmal verkauft werden wird, ist eine Bewertung zulässig. Der gemeine Wert ist ein rein absatzorientierter Einzelveräußerungspreis.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit gibt einen Überblick über die steuerliche Behandlung von Vermögenszuwendungen an Privatstiftungen und grenzt den Untersuchungsgegenstand ein.
2 EINTEILUNG VON PRIVATSTIFTUNGEN IM STEUERRECHT: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Stiftungsarten im Steuerrecht und erläutert die Kriterien der außerbetrieblichen eigennützigen Privatstiftung.
3 DIE WIDMUNG VON VERMÖGEN AN EINE STIFTUNG: Das Kapitel behandelt die grundlegenden Aspekte des Vermögensübergangs, die Bewertungsmaßstäbe sowie die spezifische Behandlung von Betriebs- und Privatvermögen.
4 STEUERLICHE BEHANDLUNG VON ZUWENDUNGEN BEIM STIFTUNGSAKT: Hier werden die ertrags- und körperschaftssteuerlichen Aspekte sowie die Erbschafts- und Schenkungssteuer im Kontext der Stiftungsgründung detailliert dargestellt.
5 ZUSTIFTUNG VERSUS NACHSTIFTUNG: Es erfolgt eine begriffliche Abgrenzung zwischen Zu- und Nachstiftungen sowie eine Erläuterung ihrer schenkungssteuerlichen Relevanz.
6 RESÜMEE: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und geht auf die aktuelle Rechtslage sowie den Einfluss von VfGH-Entscheidungen auf die Privatstiftungsbesteuerung ein.
Schlüsselwörter
Privatstiftung, Vermögenszuwendung, Stiftungsakt, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Gemeiner Wert, Teilwert, Einheitswert, Betriebsvermögen, Privatvermögen, Gemischte Schenkung, Nachstiftung, Zustiftung, Körperschaftssteuer, Stiftungseingangsbesteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die steuerliche Behandlung von Vermögen, das an eine Privatstiftung zugewendet wird, mit besonderem Fokus auf den Stiftungsakt.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Themen sind die steuerliche Einteilung von Stiftungen, Bewertungsregeln für Wirtschaftsgüter, steuerliche Folgen der Vermögenswidmung und die Abgrenzung zu Zustiftungen.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, dem Leser die steuerlichen Auswirkungen der Vermögensübertragung auf eine Privatstiftung transparent zu machen und die Bewertungsgrundlagen zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse steuerrechtlicher Bestimmungen, gesetzlicher Grundlagen (wie PSG, ErbStG, BewG) und einschlägiger Judikatur.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Vermögenswidmung, Bewertung des Vermögens, steuerliche Behandlung beim Gründungsakt sowie die Differenzierung zu Zustiftungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Privatstiftung, Vermögenszuwendung, Stiftungsakt, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer und Bewertungsmaßstäbe.
Wie unterscheidet sich der gemeine Wert vom Teilwert?
Während der gemeine Wert einen absatzorientierten Preis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr darstellt, orientiert sich der Teilwert an der Prämisse der Unternehmensfortführung.
Wie beeinflussen aktuelle VfGH-Entscheidungen die Privatstiftung?
Die Entscheidung vom 7.3.2007 zur Verfassungswidrigkeit der Erbschaftssteuer erfordert vom Gesetzgeber Anpassungen der "Eintrittsabgabe" für Privatstiftungen.
- Arbeit zitieren
- Markus Frick (Autor:in), 2007, Die steuerliche Behandlung der Privatstiftung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76330