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Zu: Deborah Tannen: "Du kannst mich einfach nicht verstehen"

Title: Zu: Deborah Tannen: "Du kannst mich einfach nicht verstehen"

Term Paper , 2001 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fiona Langstädtler (Author)

German Studies - Linguistics
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Frauen und Männer unterscheidet das Geschlecht, die Kleidung, der Gang, die Stimme und noch vieles mehr. Das wirft folgende Frage auf: Wie sieht das mit der Sprache aus, sprechen Frauen anders als Männer? In den 60er Jahren war die feministische Sprachwissenschaft im Verhältnis zu anderen Wissenschaften noch ziemlich unerforscht. Erst Mitte der 70er Jahre begannen Wissenschaftlerinnen aus den US Charakteristika einer "Frauen- und Männersprache" ausführlich zu diskutieren.
Die entscheidende Triebkraft für die Beschäftigung mit weiblicher Sprache war die neue Frauenbewegung. Die Frauen stellten fest, dass die sprachlichen Ausdrucksmittel von männlichem Denken geprägt sind. Zu dieser Zeit wurde das von der allgemein männlichen Sprechweise abweichende weibliche Sprechen als defizitär beurteilt. Für Männer ist das Vermitteln von Informationen oberste Prämisse, wobei für Frauen der emotionale Bezug zu ihren Gesprächspartner/innen und eine positive Gesprächsatmosphäre das Wichtigste ist. Kommen nun Mann und Frau z. B. im Berufs-, Privat-, Alltags- oder Eheleben in eine Gesprächssituation, dann gibt es nicht selten Missverständnisse bzw. Unterschiede zwischen dem, was mit dem Gesagten ausgedrückt werden soll und dem was verstanden wird.
Es wurden einige Theorien entwickelt, um Aufschlüsse über die Entwicklung, Gründe und Ursachen einer solchen Männer- und Frauensprache zu erlangen. Außerdem entstanden zahlreiche an die Gesellschaft gerichtete literarische Werke. Deborah Tannen beispielsweise versucht mit ihrem Buch "Du kannst mich einfach nicht verstehen" (1991) der Allgemeinheit deutlich zu machen, warum Männer und Frauen so häufig aneinander vorbeireden, und warum es zwischen Mann und Frau so häufig zu Missverständnissen kommt.
Im Folgenden wird das Thema Kommunikation zwischen Mann und Frau anhand von Erklärungsansätzen und Beispielen erläutert.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Verschiedene Welten

3. Theorien und Hypothesen zur Entwicklung der Frauen- und Männersprache

3.1 Hypothese des „Frühschicksals“

3.2 Die Theorie der „Zwei Kulturen“

3.3 Die Defizithypothese

3.4 Die Differenzhypothese

4. Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten

4.1 Berichtssprache und Beziehungssprache

4.2 Klatsch

4.2.1 Anwendungsbereiche für Klatsch

4.2.2 Die Macht des Details

4.3 Dozieren und Zuhören

4.4 Gemeinsam und gegeneinander: Sprechweisen im Spiel und im Streit

4.5 Wer unterbricht wen?: Dominanz und Kontrolle

4.5.1 Dominante Formen von Sprachverhalten

4.5.2 Nichtdominante Formen von Sprachverhalten

5. Kommunikationswege öffnen

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikanten Unterschiede im Kommunikationsverhalten zwischen Frauen und Männern. Ziel ist es, anhand theoretischer Ansätze und praktischer Beispiele aufzuzeigen, warum es in verschiedenen Gesprächssituationen häufig zu Missverständnissen zwischen den Geschlechtern kommt und welche Lösungsansätze für eine gelingende Kommunikation existieren.

  • Theoretische Grundlagen der Frauen- und Männersprache
  • Unterscheidung zwischen Berichtssprache und Beziehungssprache
  • Geschlechtsspezifische Strategien in Streit- und Spielsituationen
  • Dominanz- und Kontrollmechanismen in der Konversation
  • Methoden zur Verbesserung der partnerschaftlichen Verständigung

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Anwendungsbereiche für Klatsch

Es gibt gewisse potentielle Gefahren wenn man Freundinnen Geheimnisse anvertraut. Es sollte so sein, dass wahre Freunde die anvertrauten Geheimnisse nicht an dritte weitererzählen. Ein Geheimnis zu verraten, ist ein Vertrauensbruch und das könnte das Ende einer Freundschaft bedeuten. Aber trotzdem werden Geheimnisse oft weiter ’getratscht’. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze warum gerade Frauen und Mädchen Geheimnisse weiterverraten.

Zwei Anthropologinnen verbrachten einige Zeit in Schulen und lernten viel über die Regeln der sozialen Welt der Mädchen. „Beide stellten fest, dass das Ansehen der Mädchen steigt, wenn sie Freundinnen mit hohem Status haben, (...) besonders hübsche oder bei Jungen beliebte Mädchen“ (ebd. S. 113). Denn durch diese Freundschaft gelingt es dem Mädchen selbst, Status zu gewinnen, denn es kennt die privatesten Geheimnisse des anderen Mädchens. Deshalb sind viele dieser befragten Mädchen auch lieber mit Jungen befreundet, weil Jungen erstens nicht an Einzelheiten interessiert sind und zweitens verbreiten sie diese nicht überall. Der Junge erzielt seinen Status nicht durch Bindungen zu bestimmten Personen, sondern durch Erfolge und Leistungen.

Ein weiterer Aspekt „warum der Wunsch nach Gemeinsamkeit zu Klatsch führen könnte“ (ebd. S. 114) ist nach Tannen, die Gesprächssituation. „Wenn man über eine abwesende Person redet, stellt man eine engere Bindung zu der Person her, die da ist“ (ebd. S. 114). Denn die Übereinstimmung eines Urteils über abwesende Dritte demonstriert gemeinsame Werte und Vorstellungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitung zu den Hintergründen des Themas Kommunikation zwischen Mann und Frau und Einordnung der verwendeten Quellen.

1. Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung der feministischen Sprachwissenschaft und der Motivation hinter der Untersuchung geschlechtsspezifischer Sprachmuster.

2. Verschiedene Welten: Erläuterung der Kernthese von Deborah Tannen über die unterschiedlichen Zielsetzungen von Männern (Status) und Frauen (Bindung) in Gesprächen.

3. Theorien und Hypothesen zur Entwicklung der Frauen- und Männersprache: Überblick über wissenschaftliche Modelle, die geschlechtsspezifische Unterschiede durch Kindheitserfahrungen oder kulturelle Prägung erklären.

4. Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten: Vertiefende Analyse konkreter sprachlicher Ausdrucksformen, wie beispielsweise „Klatsch“, Dozierverhalten und unterschiedliche Reaktionen auf Konflikte.

5. Kommunikationswege öffnen: Diskussion von Lösungsansätzen und Trainingsmethoden zur Verbesserung des wechselseitigen Verständnisses zwischen den Geschlechtern.

6. Schlusswort: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung von Sprache und die Chancen für ein Rollenverständnis im Wandel.

Schlüsselwörter

Frauensprache, Männersprache, Kommunikation, Soziolinguistik, Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten, Beziehungssprache, Berichtssprache, Missverständnisse, Deborah Tannen, Klatsch, Dominanz, Gesprächsanalyse, Feministische Linguistik, Interaktion, Status.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede in der Art und Weise, wie Frauen und Männer kommunizieren, und untersucht, wie diese verschiedenen Stile zu Missverständnissen führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziolinguistischen Theorien zur Entstehung geschlechtsspezifischer Sprache sowie die praktischen Ausprägungen im Alltag, im Berufsleben und in Konfliktsituationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Gesprächsmotive von Mann und Frau zu entwickeln, um die Qualität zwischenmenschlicher Kommunikation zu steigern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziolinguistischer Studien, insbesondere auf dem Ansatz von Deborah Tannen sowie anderen Sprachforschern wie Schulz von Thun.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit verschiedenen Gesprächsformen wie „Klatsch“, asymmetrischen Kommunikationssituationen (Dozieren vs. Zuhören) und dem Verhalten in Streitgesprächen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Frauensprache, Männersprache, Soziolinguistik, Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten und Beziehungssprache.

Wie unterscheidet sich die „Berichtssprache“ von der „Beziehungssprache“?

Die Berichtssprache dient primär dem Informationsaustausch und der Statussicherung, während die Beziehungssprache auf die Schaffung von Nähe, Bestätigung und Gemeinschaft ausgerichtet ist.

Warum neigen Männer laut der Arbeit häufiger zu Unterbrechungen?

Dies wird oft als Instrument zur Statussicherung und zur Kontrolle des Gesprächsverlaufs gedeutet, wobei Männer häufiger dominante Formen des Sprachverhaltens anwenden.

Können Kommunikationsstile laut der Autorin verändert werden?

Ja, bis zu einem gewissen Grad, jedoch liegt der Fokus eher darauf, die Unterschiede beim Partner zu erkennen und zu akzeptieren, anstatt eine vollständige Änderung des anderen zu fordern.

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Details

Title
Zu: Deborah Tannen: "Du kannst mich einfach nicht verstehen"
College
University of Cologne  (Seminar für deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Course
Modelle der Kommunikation
Grade
1,7
Author
Fiona Langstädtler (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V7560
ISBN (eBook)
9783638147811
ISBN (Book)
9783638823999
Language
German
Tags
Deborah Tannen Modelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fiona Langstädtler (Author), 2001, Zu: Deborah Tannen: "Du kannst mich einfach nicht verstehen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7560
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