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Das Konzept der Nation im Frankreich des 18. Jahrhundert

Title: Das Konzept der Nation im Frankreich des 18. Jahrhundert

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Zeuge (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie der Begriff der Nation zum zentralen Legitimierungsbegriff der Französischen Revolution werden konnte. Dazu soll untersucht werden, welche Bedeutung und Funktion „Nation“ in den verschiedenen Phasen der französischen Geschichte hat und welche gesellschaftlichen Prozesse und Diskurse zur zunehmenden Politisierung des Begriffs hauptsächlich im Laufe des 18.Jahrhunderts führen. Es wird der Prozess der Entstehung eines nationalen Bewusstseins bei immer weiteren Kreisen der französischen Bevölkerung beschrieben und gezeigt welche unterschiedlichen Klasseninteressen dadurch deutlich werden.

Als wichtigste Quellen dienen dabei verschiedene Beschwerdeschriften der parlements und der cour des aides, die als Gerichtshöfe ihr konservatives Bild von einer Ständenation gegenüber dem König darlegen sowie die zwei wohl wichtigsten französischen staatsrechtlichen Abhandlungen des 18. Jahrhunderts: Montesquieus „Vom Geist der Gesetze“ und Rousseaus „Der Gesellschaftsvertrag“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsgeschichte

3. Der absolutistische Staat als Wegbereiter nationaler Identität der Eliten

4. Der politische Diskurs um die Nation im 18. Jahrhundert

5. E. J. Sieyès’ „Was ist der dritte Stand?“ und die Konstituierung der Nationalversammlung

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Bedeutungswandel des Begriffs „Nation“ im Frankreich des 18. Jahrhunderts und analysiert, wie dieser vom exklusiven Konzept einer gesellschaftlichen Elite zum zentralen Legitimierungsbegriff der Französischen Revolution avancierte.

  • Historische Herleitung des Nationsbegriffs und der Übergang von der Ständenation zur Volkssouveränität.
  • Die Rolle des absolutistischen Staates bei der Ausbildung nationaler Identität innerhalb der Eliten.
  • Politische Diskurse und die Bedeutung staatsrechtlicher Schriften von Montesquieu und Rousseau.
  • E. J. Sieyès als politischer Akteur und Theoretiker der Konstituierung der Nationalversammlung.
  • Der Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Entwicklungen und der Politisierung des Begriffs „Nation“.

Auszug aus dem Buch

2. Begriffsgeschichte

Das lateinische Wort natio (geboren sein) stammt aus der römischen Antike und wird bis zum Spätmittelalter weitgehend synonym für Geschlecht, Stamm oder Volk benutzt, ohne dabei seine heutige recht umstrittene politische Bedeutung zu besitzen. Die Nation wird dabei als etwas geradezu Vorhistorisches gesehen und ihre Existenz als etwas ewig Gegebenes vorausgesetzt. Ihr innerer Zusammenhalt wird auf Blutsbande, also letztendlich auf eine gemeinsame Familienabstammung zurückgeführt. In diesem Zusammenhang werden Nationen unterschiedliche Charaktereigenschaften zugesprochen, die diese per Geburt erhalten haben und die damit unabhängig von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen existieren.

Diese Sichtweise von der „ewigen“ Nation wird erst in den letzten Jahrzehnten vor der Französischen Revolution ernsthaft hinterfragt. Gerade zu dem Zeitpunkt, als die Diskussion um die Nation auf ihrem Höhepunkt angelangt ist, taucht auch die Frage auf, inwieweit die Franzosen denn tatsächlich bereits eine einheitliche Nation darstellen. Es wird festgestellt, dass die sprachliche, kulturelle und ethnische Identität der Bevölkerung im Reichsgebiet kaum ausreicht, um von einer solchen zu sprechen und dass es der politischen Aktion bedarf, um diese Gemeinsamkeiten zu befördern und dadurch nationale Identität im Bewusstsein zu verankern. Die Französische Revolution bildet somit den entscheidenden Wendepunkt im Nationskonzept. Die oben beschriebene Sichtweise, die bisher ein allgemeines europäisches Axiom dargestellt hat, wird erschüttert und somit der Weg zu einer Vorstellung der Nation als politisches Konstrukt geebnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeit einer klaren Nationsdefinition und skizziert die Fragestellung, wie „Nation“ zum zentralen Legitimierungsinstrument der Französischen Revolution wurde.

2. Begriffsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel des Begriffs „Nation“ von einer naturwüchsigen, ethnischen Abstammungsgemeinschaft hin zu einem politisch konstruierten Konzept nach.

3. Der absolutistische Staat als Wegbereiter nationaler Identität der Eliten: Hier wird untersucht, wie zentrale Bürokratie, einheitliche Wirtschaftsplanung und kulturelle Standardisierung im Absolutismus die Voraussetzungen für nationales Denken bei den Eliten schufen.

4. Der politische Diskurs um die Nation im 18. Jahrhundert: Das Kapitel analysiert die institutionelle Opposition der Gerichte (parlements) sowie die naturrechtlich geprägten Theorien von Montesquieu und Rousseau.

5. E. J. Sieyès’ „Was ist der dritte Stand?“ und die Konstituierung der Nationalversammlung: Der Fokus liegt auf der Rolle von Sieyès, der die Nation theoretisch als den dritten Stand definierte und praktisch die Umwandlung zur Nationalversammlung vollzog.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bilanziert, dass der Staat die Nation hervorbrachte und das nationale Bewusstsein als politisches Konstrukt eine Grundvoraussetzung für die revolutionäre Selbstbestimmung bildete.

Schlüsselwörter

Nation, Französische Revolution, Aufklärung, Gesellschaftsvertrag, Volkssouveränität, Nationalversammlung, Ständenation, Absolutismus, Sieyès, Montesquieu, Rousseau, politisches Konstrukt, Identität, Legitimierung, Klassengegensätze.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Bedeutungswandel des Begriffs „Nation“ im Frankreich des 18. Jahrhunderts und seine Rolle als zentrales Element der Französischen Revolution.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die Untersuchung deckt die begriffsgeschichtliche Entwicklung, die Rolle des absolutistischen Staates, politische Diskurse der Aufklärung und den praktischen politischen Akt der Konstituierung der Nationalversammlung ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie „Nation“ zum zentralen Legitimierungsbegriff der Französischen Revolution werden konnte und welche sozioökonomischen Prozesse diesen Wandel befeuerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Diskurs- und Begriffsanalyse, die auf primären staatsrechtlichen Quellen und zeitgenössischen Schriften basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die begriffliche Entwicklung von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, die absolutistische Vorarbeit, die unterschiedlichen Strömungen des politischen Diskurses und den direkten Beitrag von Sieyès.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Nation, Volkssouveränität, Revolution, Aufklärung und das Wirken von Emmanuel Joseph Sieyès definieren.

Welche Rolle spielten die sogenannten "parlements" im Diskurs?

Sie agierten als institutionelle Opposition gegen den Absolutismus und versuchten, ihre Machtansprüche durch den Rekurs auf die „Rechte der Nation“ zu legitimieren.

Warum betont der Autor die Bedeutung von E. J. Sieyès?

Sieyès wird als entscheidende Figur hervorgehoben, da er als Bindeglied zwischen politischer Theorie und revolutionärer Praxis fungierte und den dritten Stand zur exklusiven Repräsentanz der Nation erhob.

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Details

Title
Das Konzept der Nation im Frankreich des 18. Jahrhundert
College
Humboldt-University of Berlin
Course
PS Frankreich im 18. Jahrhundert
Grade
1,7
Author
Stefan Zeuge (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V73514
ISBN (eBook)
9783638744478
Language
German
Tags
Konzept Nation Frankreich Jahrhundert Frankreich Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Zeuge (Author), 2006, Das Konzept der Nation im Frankreich des 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73514
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