Nicht nur in Anbetracht der gegenwärtigen Wirtschaftslage und der starken Wettbewerbssituation, sondern insbesondere aufgrund der in den letzten Jahren angestiegenen Insolvenzen im gewerblichen und privaten Bereich ist es enorm wichtig, ein konsequentes und durchdachtes Forderungsmanagement zu betreiben.
Die allgemein angespannte Liquiditätssituation lässt den Lieferantenkredit immer mehr an Bedeutung gewinnen. Um einen höheren Absatz zu erreichen, werden immer öfter die Zahlungsziele ausgeweitet und verspätete Zahlungen nicht energisch genug bekämpft. Der Lieferant wird dadurch automatisch zum Kreditgeber, was ihn oft vor große und häufig unterschätzte Risiken stellt.
Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen unterschätzen die Möglichkeiten zur Einflussnahme auf Höhe, Struktur und vor allem Risiko der Bilanzposition Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Hierauf kann durch verschiedene Analyse- und Steuerungsinstrumente allerdings erheblicher Einfluss genommen werden.
Zunächst soll in dieser Arbeit allgemein auf das Thema Forderungen eingegangen werden. Im weiteren Verlauf sollen mögliche Analyse- und Steuerungsinstrumente und andere Bestandteile eines ganzheitlichen Forderungsmanagements aufgeführt und erläutert werden. Insbesondere soll auf Wege zur Minimierung von verspäteten Schuldnerzahlungen und kompletten Forderungsausfällen eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Forderungsbestand
- Entstehung von Forderungen
- Zahlungsverhalten
- Forderungsverluste
- Eigenkapitalausstattung
- Insolvenzrisiko
- Auftragsannahme, Vertragsgestaltung und Rechnungsstellung
- Maßnahmen vor Vertragsabschluss
- Maßnahmen bei Vertragsabschluss
- Maßnahmen nach Leistungserbringung
- Maßnahmen beim Ausbleiben von Zahlungen
- Das kaufmännische Mahnverfahren
- Das gerichtliche Mahnverfahren
- Externe Lösungen zur Forderungseintreibung
- Inkasso
- Factoring
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Forderungsmanagement. Ziel ist es, die Bedeutung eines durchdachten und konsequenten Forderungsmanagements vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage und der steigenden Insolvenzraten zu verdeutlichen.
- Entstehung von Forderungen und der Lieferantenkredit
- Analyse und Steuerung der Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“
- Minimierung von verspäteten Zahlungen und Forderungsausfällen
- Maßnahmen zur Absicherung von Lieferantenkrediten
- Externe Lösungen zur Forderungseintreibung
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung erläutert die Bedeutung eines effizienten Forderungsmanagements in der heutigen Wirtschaftslandschaft.
- Kapitel 2 beleuchtet die Entstehung von Forderungen und die Rolle des Lieferantenkredits. Das Kapitel untersucht auch das Zahlungsverhalten von Schuldnern, die Problematik von Forderungsverlusten und die Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung und das Insolvenzrisiko.
- Kapitel 3 beschäftigt sich mit Maßnahmen zur Optimierung des Forderungsmanagements während des gesamten Geschäftsprozesses, von der Auftragsannahme und Vertragsgestaltung bis zur Rechnungsstellung und den Maßnahmen nach der Leistungserbringung.
- Kapitel 4 beschreibt verschiedene Maßnahmen, die bei ausbleibenden Zahlungen ergriffen werden können. Es werden das kaufmännische und das gerichtliche Mahnverfahren sowie externe Lösungen wie Inkasso und Factoring vorgestellt.
Schlüsselwörter
Forderungsmanagement, Lieferantenkredit, Zahlungsverhalten, Forderungsausfall, Insolvenzrisiko, Eigenkapitalausstattung, Mahnverfahren, Inkasso, Factoring.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Forderungsmanagement heute so wichtig?
Aufgrund steigender Insolvenzen und angespannter Liquidität müssen Unternehmen den Ausfall von Forderungen aktiv verhindern, um selbst zahlungsfähig zu bleiben.
Was ist ein Lieferantenkredit?
Ein Lieferantenkredit entsteht, wenn ein Verkäufer Zahlungsziele gewährt. Er wird damit faktisch zum Kreditgeber des Käufers.
Was ist der Unterschied zwischen kaufmännischem und gerichtlichem Mahnverfahren?
Das kaufmännische Mahnverfahren erfolgt durch das Unternehmen selbst (Erinnerungen), während das gerichtliche Mahnverfahren staatliche Hilfe zur Vollstreckung nutzt.
Was versteht man unter Factoring?
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen an einen Dritten, um sofortige Liquidität zu erhalten und das Ausfallrisiko zu übertragen.
Wie können Forderungsausfälle minimiert werden?
Durch Maßnahmen vor Vertragsabschluss (Bonitätsprüfung), klare Vertragsgestaltung und konsequente Rechnungsstellung nach der Leistung.
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- Dirk Jacobs (Author), 2006, Forderungsmanagement. Analyse- und Steuerungsinstrumente im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73491