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Satisficing vs. Maximizing: Ist mehr immer besser?

Analyse der Reaktionen auf steigende Wahlmöglichkeiten

Title: Satisficing vs. Maximizing: Ist mehr immer besser?

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cathrin Voß (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Unser tägliches Leben besteht aus hunderten von Entscheidungen.
Diese reichen von der morgendlichen Kleiderwahl über verschiedene Menüs in der Kantine bis zum abendlichen Fernsehprogramm. Auswahlstress steht an der Tagesordnung.
Der durchschnittliche deutsche Supermarkt bot seinen Kunden bereits im Jahr 2003 eine Auswahl aus rund 12.000 Artikeln an – etwa 1,6-mal mehr als noch zehn Jahre zuvor - Tendenz steigend. Trotzdem scheinen die Umsätze mit dem stetig wachsenden Angebot zu sinken. Discounter wie Aldi oder Lidl, die weit weniger umfassende Sortimente anbieten, verzeichnen dagegen Rekordumsätze (Kliger, Messner & Niemeier, 2003).

Auch in anderen Lebensbereichen scheint die Optionsvielfalt die Menschen langsam aber sicher zu überfordern. Bücher, in denen das Sprichwort „weniger ist mehr“ als Lebensmaxime gepriesen wird, sind aus den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken.
Eigentlich verwunderlich, denn insbesondere in westlichen Kulturen, in denen das Streben nach (Wahl-) Freiheit als Grundbedürfnis angesehen wird, ist die Auffassung weit verbreitet, dass mehr auch automatisch besser sein muss (z.B. Iyengar & Lepper, 1999).
Kann es also wirklich sein, dass mit zunehmender Optionsvielfalt die Unzufriedenheit steigt? Oder brauchen wir bei unserem täglichen Einkauf tatsächlich die Auswahl aus 100 Sorten Kaffee und 30 Sorten Toilettenpapier, damit wir glücklich sind?

Dieser Fragestellung soll im Verlauf der vorliegenden Seminararbeit auf den Grund gegangen werden. Dazu werden zunächst zwei Entscheidungstypen definiert, die sich hinsichtlich der Zielsetzung ihrer Entscheidung und ihrer Reaktion auf steigende Wahlmöglichkeiten unterscheiden. Anschließend wird anhand verschiedener aktueller Studien gezeigt, dass mehr Auswahl auch negative Folgen haben kann und worin die Gründe hierfür liegen.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDPOSITIONEN DER ENTSCHEIDUNGSFORSCHUNG

2.1. Der homo oeconomicus

2.2. Die bounded rationality nach Simon

2.3. Die Maximization Scale nach Schwartz et al.

3. AUSWIRKUNGEN ANSTEIGENDER WAHLOPTIONEN

3.1. Ist mehr immer besser?

3.2. Konsequenzen für den Satisficer

3.3. Konsequenzen für den Maximizer

4. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MAXIMIERUNGSTENDENZ UND ANDEREN PSYCHOLOGISCHEN KONSTRUKTEN

4.1. Bedauern

4.2. Informations- und Opportunitätskosten

4.3. Soziale Vergleiche

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen zunehmender Wahlmöglichkeiten auf die psychische Zufriedenheit des Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob mehr Auswahl automatisch zu einem höheren Nutzen führt oder ob sie – entgegen der klassischen ökonomischen Annahme – die Entscheidungsfindung erschwert und die Unzufriedenheit steigert.

  • Gegenüberstellung der Entscheidungstypen „Maximizer“ und „Satisficer“.
  • Analyse der Auswirkungen von Wahlmöglichkeiten auf die psychische Motivation.
  • Untersuchung von Entscheidungskonsequenzen wie Bedauern und Opportunitätskosten.
  • Einfluss sozialer Vergleiche auf die Lebenszufriedenheit.
  • Wissenschaftliche Bewertung der Maximization Scale als Messinstrument.

Auszug aus dem Buch

3.3. Konsequenzen für den Maximizer

Für den Maximizer kann bei einem Anstieg der Alternativen die Wahl leicht zur Qual werden. Er sucht nicht nach einer Alternative, die gut genug ist, sondern nach dem Optimum. Voraussetzung hierfür ist – wie unter 2.1 beschrieben – die Kenntnis aller existierenden Alternativen. Nur dann kann der Maximizer sicher sein, ein globales Maximum erreicht zu haben. Hieraus ergeben sich zwei mögliche Konsequenzen:

Einerseits sollten Maximizer aufgrund ihres intensiven Suchvorgangs im Durchschnitt bessere Ergebnisse erzielen als Satisficer. Andererseits müssten sie mit diesen Ergebnissen tendenziell unzufriedener sein als Satisficer, denn aufgrund eingeschränkter Informationslage und –verarbeitung können sie in den meisten Fällen keine Sicherheit darüber erlangen, ob die von ihnen gewählte Alternative auch wirklich die beste ist.

Beide Annahmen wurden empirisch bestätigt. Iyengar, Wells und Schwartz überprüften im Jahr 2006 die Hypothese, dass der höhere Suchaufwand, den Maximizer gegenüber Satisficern betreiben, zu signifikant besseren Ergebnissen führt.

Hierfür beobachteten sie über 300 Studenten im letzten College-Jahr. Die Studenten wurden insgesamt dreimal per Email kontaktiert und zum Thema Stellensuche befragt: Das erste Mal zu Beginn der Suche (T1), das zweite Mal nach Bewerbung, Vorstellungsgespräch und ersten Angeboten (T2) und das letzte Mal nachdem sie ein Jobangebot angenommen hatten (T3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Auswahlstresses im Alltag und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von Optionsvielfalt und Unzufriedenheit.

2. GRUNDPOSITIONEN DER ENTSCHEIDUNGSFORSCHUNG: Darstellung der theoretischen Grundlagen vom klassischen homo oeconomicus über Simons bounded rationality bis hin zur Maximization Scale.

3. AUSWIRKUNGEN ANSTEIGENDER WAHLOPTIONEN: Untersuchung des Phänomens, dass zu viele Wahlmöglichkeiten die Motivation senken können, differenziert nach den Reaktionstypen Satisficer und Maximizer.

4. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MAXIMIERUNGSTENDENZ UND ANDEREN PSYCHOLOGISCHEN KONSTRUKTEN: Erläuterung der belastenden Faktoren für Maximizer, insbesondere durch Bedauern, Kosten der Informationssuche und soziale Vergleiche.

5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Bedeutung der Maximierungstendenz im Kontext von Lebenszufriedenheit und Produktmanagement.

Schlüsselwörter

Entscheidungsforschung, Maximizer, Satisficer, bounded rationality, homo oeconomicus, Maximization Scale, Wahlmöglichkeiten, Auswahlstress, Bedauern, Opportunitätskosten, soziale Vergleiche, Lebenszufriedenheit, intrinsische Motivation, Prospect Theory, psychologische Konstrukte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den psychologischen Konflikt, der entsteht, wenn die stetig wachsende Auswahl an Optionen im Alltag nicht zu mehr Glück, sondern zu Unzufriedenheit und Entscheidungsstress führt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Entscheidungstheorie, die Differenzierung zwischen Optimierern und Zufriedenen (Maximizer vs. Satisficer) sowie der Einfluss externer Faktoren auf das psychische Wohlbefinden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum Menschen mit einer hohen Maximierungstendenz trotz potenziell besserer Entscheidungen oft unzufriedener sind als Personen, die sich mit einer „ausreichenden“ Lösung zufriedengeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auswertung empirischer Studien, insbesondere unter Verwendung der von Schwartz et al. entwickelten Maximization Scale zur Einordnung von Entscheidungstypen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die experimentelle Analyse der Folgen hoher Wahloptionen (z.B. Marmeladen-Studie) und die psychologischen Konsequenzen für die verschiedenen Entscheidungstypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Maximierungstendenz, Optionsvielfalt, Bedauern, Opportunitätskosten und bounded rationality definiert.

Warum fällt es Maximizern schwerer, Entscheidungen zu treffen?

Maximizer streben nach dem Optimum und versuchen daher, alle verfügbaren Alternativen zu prüfen, was den Suchaufwand erhöht und durch den Vergleich mit nicht gewählten Optionen zu einer höheren Reueanfälligkeit führt.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Maximierung und Depressionen?

Ja, die Arbeit verweist auf empirische Befunde, wonach eine hohe Maximierungstendenz statistisch mit geringerer Lebenszufriedenheit und einem erhöhten Risiko für Anzeichen von Depressionen korreliert.

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Details

Title
Satisficing vs. Maximizing: Ist mehr immer besser?
Subtitle
Analyse der Reaktionen auf steigende Wahlmöglichkeiten
College
University of Cologne
Course
Psychologie der Entscheidung
Grade
1,3
Author
Cathrin Voß (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V72916
ISBN (eBook)
9783638870443
ISBN (Book)
9783638870566
Language
German
Tags
Satisficing Maximizing Psychologie Entscheidung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cathrin Voß (Author), 2007, Satisficing vs. Maximizing: Ist mehr immer besser?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72916
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