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Nation und Staat - Eine spannungsvolle Beziehung

Titre: Nation und Staat - Eine spannungsvolle Beziehung

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 12 Pages

Autor:in: Felix Neubüser (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Das Burgfräulein ist empört. Die Hände Arme wütend in die Hüfte gestützt sieht sie hinab auf den Bauarbeiter, der mit einer Spitzhacke ein großes Loch in die Wände ihres Turmes geschlagen hat und sich nun anschickt, mit den heraus gebrochenen Ziegelsteinen ein neues Haus zu bauen. „Nationalismus“ steht auf dem ersten Mauerstück, das er gerade um einen weiteren Stein erweitert. Den beschädigten Turm dagegen hat Karikaturist Burkhard Mohr mit dem Wort „Europa“ beschriftet. Seine Zeichnung ziert einen kleinen Sammelband mit dem Titel „Nation – Nationalismus – Nationale Identität“, herausgegeben von Dorothea Weidinger. Die enthaltenen Texte befassen sich mit der Frage, welche Rolle die Nation für die Menschen, für den Staat und für die europäische Einigung hat. Mohrs Karikatur auf dem Titel mag auf den ersten Blick komisch erscheinen, dennoch illustriert sie recht anschaulich die Sprengkraft, die dem Begriff der Nation innewohnen kann, wenn er zur politischen Forderung wird, vor allem dann, wenn sie mit einer bestehenden Ordnung oder einem Herrschaftsapparat wie dem Staat in Konkurrenz tritt. Denn auch wenn die Begriffe Nation und Staat im Volksmund gerne synonym verwandt werden, ist das Wort „Nationalstaat“ keineswegs als Tautologie zu begreifen; im Gegenteil, streng genommen beschreibt der Begriff des Nationalstaates die Kongruenz von Nation und von Staatsvolk (im juristischen Sinne) – ein Zustand, der in der Realität keineswegs selbstverständlich ist und eben deswegen sogar ein Grund für das Zerfallen von Staaten und für Kriege sein kann.
Im Titel dieses Essays wird die Geschichte zwischen Staat und Nation als spannungsvoll bezeichnet. Dies gilt keineswegs nur für die Geschichte, sondern auch und vielleicht gerade für das hier und heute, wie im Folgenden gezeigt werden wird. Dazu sollen zunächst die Begriffe Staat und Nation näher untersucht werden, um anschließend der Frage nachzugehen, wo die Ursachen für die Spannungen liegen und ob die Kongruenz von Staatsgrenzen und Nationen-Grenzen (zumindest theoretisch) eine Möglichkeit zur Lösung des Problems wären.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffsherkunft und Bedeutungswandel

III. Bedeutung der Nation heute

IV. Jeder Nation ihren Staat?

V. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das komplexe und spannungsvolle Verhältnis zwischen den Begriffen Staat und Nation. Ziel ist es, die historische Genese sowie die aktuelle Bedeutung dieser politischen Konzepte zu analysieren, um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, warum die mangelnde Kongruenz zwischen staatlichen und nationalen Grenzen häufig zu Konflikten führt.

  • Historische Herkunft und Bedeutungswandel von Staat und Nation
  • Die Konzeption der Staatsnation versus Kulturnation
  • Ursachen und Auswirkungen der fehlenden Deckungsgleichheit von Staats- und Nationengrenzen
  • Die Rolle des Nationalismus als politischer Kampfbegriff und Sicherheitsrisiko
  • Herausforderungen durch Transnationalität und moderne Identitätskonstruktionen

Auszug aus dem Buch

II. Begriffsherkunft und Bedeutungswandel

Wie eingangs bereits angedeutet werden Begriffe Staat und Nation im Deutschen gerne synonym verwandt. Deutlich wird dies etwa bei der Bezeichnung international wenn eigentlich interstaatlich gemeint ist oder wenn nach der Nationalität gefragt wird, gemeint ist aber eigentlich die Staatsangehörigkeit. Dies mag zum einen an einer generellen Unschärfe der Umgangssprache liegen, denn beide Begriffe sind zudem längst nicht nur politikwissenschaftlicher Natur.

Dabei sind sowohl das Wort „Staat“ als auch das Wort „Nation“ in ihrem heutigen Sinne noch verhältnismäßig jung. Das etymologische Lexikon der deutschen Sprache datiert etwa die Entstehung des Wortes „Staat“ auf das 14. Jahrhundert. Als Wortherkunft wird einerseits das lateinische stare, also stehen, andererseits das französische les états, übersetzt: die Stände, genannt. Gemeint wurde ursprünglich der Rang einer Person oder aber der Zustand eines Vermögens (was durchaus miteinander korrelieren konnte). Auch heute ist das englische state nicht nur mit einer politischen Bedeutung behaftet, sondern kann auch mit dem deutschen Wort „Zustand“ übersetzt werden.

Die politische Bezeichnung Staat, nämlich zur Beschreibung eines Herrschaftsverbandes, findet sich erstmals im 16. Jahrhundert in den Schriften Niccolô Machiavellis (italienisch: lo stato). Heute wird die Bezeichnung „Staat“ gerne rückwirkend auf alle möglichen Herrschaftsgebilde verwandt wird, vom Stadtstaat der Antike bis zum heutigen, modernen (Territorial-)Staat im Weber’schen Sinne. Der Umstand, dass hier ein und dieselbe Bezeichnung für eine ganze Reihe teils sehr unterschiedlicher Herrschaftsgebilde verwandt wird, soll an dieser Stelle zunächst einmal unberücksichtigt bleiben. Entscheidend für dieses Essay ist vor allem die territoriale Begrenztheit sowie der Alleinherrschaftsanspruch des Staates auf seinem Staatsgebiet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt anhand einer Karikatur in die Problematik der Spannung zwischen Nation und Staat ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage des Essays.

II. Begriffsherkunft und Bedeutungswandel: Dieses Kapitel beleuchtet die etymologische Entwicklung der Begriffe Staat und Nation und zeigt auf, wie sich deren Bedeutung im historischen Verlauf, insbesondere seit der Französischen Revolution, gewandelt hat.

III. Bedeutung der Nation heute: Es wird analysiert, durch welche Merkmale eine Nation konstruiert wird und inwiefern der Nationalgedanke als ordnendes Prinzip für globale Konflikte des 21. Jahrhunderts dient.

IV. Jeder Nation ihren Staat?: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch, ob die Deckungsgleichheit von Staats- und Nationengrenzen eine praktikable Lösung für ethno-politische Konflikte darstellt, und illustriert dies an Fallbeispielen.

V. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die Notwendigkeit, das spannungsvolle Verhältnis zwischen Staat und Nation als dynamisches Konstrukt zu begreifen.

Schlüsselwörter

Staat, Nation, Nationalismus, Nationalstaat, Staatsnation, Kulturnation, Selbstbestimmung, politische Identität, Souveränität, Grenzziehung, ethnische Konflikte, Transnationalität, politische Herrschaft, territoriale Begrenztheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der engen, aber spannungsreichen Beziehung zwischen dem politischen Herrschaftsmodell des Staates und dem Konzept der Nation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die historische Entstehung der Begriffe, die Abgrenzung von Staats- und Kulturnation sowie die Analyse aktueller Konflikte durch den Wunsch nach nationaler Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wo die Ursachen für Spannungen zwischen Staaten und Nationen liegen und ob die theoretische Forderung nach einer Kongruenz von Staats- und Nationengrenzen eine Lösung für heutige Konflikte bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse politikwissenschaftlicher Standardwerke, historischer Definitionen und aktueller politischer Beispiele basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsherkunft, die heutige Bedeutung von Nationen sowie eine kritische Prüfung der Frage, ob eine deckungsgleiche Grenzziehung zwischen Staat und Nation möglich und erstrebenswert ist.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Nation, Staat, Nationalismus, Staatsnation, Kulturnation sowie nationale Selbstbestimmung und Identitätskonstruktion.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen der Staatsnation und der Kulturnation?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Staatsnation (Beispiel Frankreich) idealtypisch auf einem politischen Willensakt beruht, während die Kulturnation (Beispiel Deutschland) stärker durch gemeinsame Traditionen, Sprache und Herkunft definiert wird.

Warum wird das "Janusgesicht" der Nation erwähnt?

Der Begriff beschreibt, dass Nationen sowohl als gewachsene ethnische Gruppen als auch als Konstrukte politischer, wirtschaftlicher und kognitiver Prozesse wahrgenommen werden können.

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Résumé des informations

Titre
Nation und Staat - Eine spannungsvolle Beziehung
Université
Humboldt-University of Berlin  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Cours
Der Staat - Genese und Geschichte eines politischen Ordnungssystems
Auteur
Felix Neubüser (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
12
N° de catalogue
V71496
ISBN (ebook)
9783638678537
ISBN (Livre)
9783638753364
Langue
allemand
mots-clé
Nation Staat Eine Beziehung Staat Genese Geschichte Ordnungssystems
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Felix Neubüser (Auteur), 2007, Nation und Staat - Eine spannungsvolle Beziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71496
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Extrait de  12  pages
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