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Erziehung des Kindes - Soziale Konditionierung oder Befähigung zum Leben?

Titre: Erziehung des Kindes - Soziale Konditionierung oder Befähigung zum Leben?

Dossier / Travail , 2002 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Tina Weil (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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Erziehungsratgeber gehören heute in die Bücherregale der Eltern, wie Bauklötze zum Kinderzimmer, denn der Druck alles richtig zu machen, der auf den Müttern und Vätern lastet, ist in den letzten Jahren auf belastende Weise gestiegen. Vor allem die Kenntnisse aus der Psychoanalyse oder aus der Entwicklungspsychologie lenkten den Blick auf die Erziehung, die mit dem ersten Tag des Kindes im Elternhaus beginnt und wohl irgendwo nach dem Schulabschluss durch soziale Institutionen und Bildungseinrichtungen abgeschlossen sein sollte. Erziehung ist dabei nicht gleichzusetzen mit Sozialisation, denn sie bezeichnet im Allgemeinen die Einflussnahme der Erwachsenen auf die Entwicklung der Kinder. Erziehungsmaßnahmen begleiten die ganze Kindheit und das Jugendalter und als Erwachsener wird der Mensch dann weiter von staatlichen Gesetzen erzogen. Dabei ist es auffällig, dass jedes Zeitalter, aber auch jede Kultur seine ganz eigene Definition davon liefert, was Erziehung ist, welches Ziel sie verfolgt und mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden soll. Selbst innerhalb eines eindeutig geographisch und kulturell abgegrenzten Gebiets sind bestimmte Erziehungsmethoden strittig und nicht von allen akzeptiert. So werden auch Aggressionen von Erwachsenen in Beziehung zum Kind gerne als Erziehungsmaßnahmen getarnt, und das Kind wird als Sündenbock für eigene Probleme missbraucht.
Die Aufgabe dieser Arbeit ist es, die Erziehung als gezielte Einflussnahme der Erwachsenen auf das Leben des Kindes zu hinterfragen. Dabei spielt vor allem das zugrundeliegende Menschenbild eine wesentliche Rolle. Die folgenden Überlegungen sollen untersuchen, inwieweit das Leben der Kinder durch ihr Umfeld, vor allem durch die auftretenden Erziehungsinstanzen, geprägt wird und somit das Recht auf ein gutes Leben vielleicht vom ersten Tag an beschnitten wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Individuum des Kindes

2.1 Sind Kinder Personen ?

2.2 Von der Eudeimonia des Kindes

2.3 Die Freiheit der kindlichen Person

3 Zu den Erziehungsinstanzen

3.1 Die Pflicht der Erziehenden

3.2 Die Beschränkung der Erziehungsverantwortung

4 Erziehung

4.1 Definitionen und Sichtweisen von Erziehung

4.1.1 Analytische Erziehungsphilosophie Peters

4.1.2 Erziehung bei Schleiermacher

4.1.3 Kants Erziehungsbegriff

4.2 Steht das Ende der Erziehung bevor?

4.3 Erziehungsziele

4.4 Grundzüge der Kontroll- und Autonomiepädagogik

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit hinterfragt Erziehung als gezielte Einflussnahme der Erwachsenen auf das Leben des Kindes unter Berücksichtigung des zugrunde liegenden Menschenbildes. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Erziehungsinstanzen auf die kindliche Entwicklung sowie die moralische Rechtfertigung elterlicher und gesellschaftlicher Verantwortung kritisch zu prüfen.

  • Die moralische Anerkennung des Kindes als Person.
  • Die Bedeutung von Glück (Eudeimonia) und Zufriedenheit als Bildungsziele.
  • Die Spannung zwischen individueller Freiheit und pädagogischer Fremdbestimmung.
  • Die ethische Begründung der Erziehungspflicht der Erwachsenen.
  • Die Abgrenzung von Kontrollpädagogik und Autonomiepädagogik.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sind Kinder Personen ?

Die Begründung einer Erziehung, die Personen dazu bewegen soll, „dass sie sich bessern oder - noch besser – das Schlechte von vornherein unterlassen oder – am allerbesten – statt dessen gleich das Gute tun“ setzt voraus, dass Kinder bereits als Personen betrachtet werden. Der Begriff der Person ist ein grundlegender Moralbegriff, der einen freien Willen ebenso voraussetzt, wie die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, über sein eigenes Tun und seine Motive zu reflektieren und dabei solche Begriffe wie die des Guten und Gerechten anzuwenden.

Kinder unterscheiden sich allerdings in einem moralisch bedeutsamen Sinn von Erwachsenen: sie sind nicht zurechnungsfähig, also keine Subjekte der Moral. Vor allem Kleinkinder sind nicht in der Lage ihr Handeln kritisch zu hinterfragen oder die Folgen ihrer Handlungen abzuschätzen und danach die Wahl zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen zu treffen. Trotzdem unterscheiden wir ein Kleinkind zweifellos von einem Tier, das sich ebenfalls lediglich verhalten und nicht bewusst handeln kann.

„Personen haben nach der gängigen Definition Rechte und Pflichten, Sachen weder Rechte noch Pflichten, aber es gibt auch Wesen, denen Rechte zukommen, aber keine Pflichten.“ Kinder scheinen solche Wesen zu sein. Die menschlichen Grundrechte werden ihnen mit der Geburt zu gesprochen, ebenso verschiedene kulturspezifische Rechte, wie in Deutschland mittlerweile das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Außer lebenserhaltenden Aufgaben im Sinne der Selbstliebe und des Selbstschutzes sind Neugeborene jedoch frei von jeglichen Pflichten, die von der Gesellschaft oder Einzelnen eingefordert werden könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Belastung durch Erziehungsratgeber und definiert Erziehung als gezielte Einflussnahme auf die kindliche Entwicklung, während sie gleichzeitig die Relevanz des Menschenbildes für dieses Handeln betont.

2 Das Individuum des Kindes: In diesem Kapitel wird der moralische Status von Kindern als Personen untersucht, wobei Konzepte von Freiheit, Vernunft und das Streben nach Glück (Eudeimonia) im Zentrum stehen.

3 Zu den Erziehungsinstanzen: Es wird die ethische Pflicht der Erwachsenen analysiert, Kinder zu versorgen und zur Selbstbestimmung zu führen, sowie die Notwendigkeit, Erziehungsverantwortung kritisch zu begrenzen.

4 Erziehung: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene philosophische Ansätze zur Erziehung, von Peters und Schleiermacher bis Kant, und diskutiert die Kontroverse zwischen Kontroll- und Autonomiepädagogik.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Erziehung ein unvermeidbares, aber widersprüchliches Unterfangen bleibt, das trotz seiner Risiken zur Befähigung des Kindes zur Zufriedenheit notwendig ist.

Schlüsselwörter

Erziehung, Kindheit, Personenbegriff, Eudeimonia, Ethik, Pädagogik, Freiheit, Selbstbestimmung, Erziehungspflicht, Moral, Kontrollpädagogik, Autonomiepädagogik, Kant, Schleiermacher, Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Erziehung als notwendiger Förderung der kindlichen Entwicklung und dem Recht des Kindes auf eine eigenständige, freie Persönlichkeitsentfaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der philosophische Personenbegriff im Kontext der Kindheit, die ethische Begründung pädagogischer Verantwortung und die Frage nach dem Endziel der Erziehung im Sinne des menschlichen Glücks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Hinterfragung von Erziehung als gezielte Einflussnahme und die Klärung, inwieweit pädagogisches Handeln moralisch gerechtfertigt ist, um Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie klassische und moderne pädagogische Theorien (u.a. von Kant, Schleiermacher, Peters, Brezinka) in einen Dialog bringt und auf aktuelle erziehungswissenschaftliche Fragestellungen anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Kindes als Person, der Pflicht der Erziehenden, den verschiedenen Sichtweisen auf Erziehungsziele und dem grundlegenden Vergleich zwischen Kontroll- und Autonomiepädagogik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erziehung, Freiheit, Autonomie, Eudeimonia, Ethik und das Menschenbild charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Begriff der Eudeimonia in der Argumentation?

Der Eudeimonia-Begriff (Glück als Zweck des Lebens) dient der Autorin als ethischer Maßstab, um Erziehung als Befähigung des Kindes zur eigenständigen Lebensgestaltung und Zufriedenheit zu legitimieren.

Warum sieht die Autorin die Erziehung als "paradox" an?

Sie beschreibt die Erziehung als paradox, da Erziehende einerseits eine moralische Pflicht zur Einflussnahme haben, andererseits aber nie endgültig bestimmen können, was das individuelle Glück des Kindes in einer pluralistischen Gesellschaft ausmacht.

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Résumé des informations

Titre
Erziehung des Kindes - Soziale Konditionierung oder Befähigung zum Leben?
Université
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (Sozialwesen)
Note
1,0
Auteur
Tina Weil (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
24
N° de catalogue
V7103
ISBN (ebook)
9783638144599
Langue
allemand
mots-clé
Erziehung Kind Schleiermacher Kant
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tina Weil (Auteur), 2002, Erziehung des Kindes - Soziale Konditionierung oder Befähigung zum Leben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7103
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Extrait de  24  pages
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