Wenn ganze Bevölkerungsgruppen zu Opfern von massiven Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden und sich diese nur auf militärischem Wege beenden lassen, dann sind in diesem Fall gleich mehrere Tatbestände einer Humanitären (Kriegs)-Intervention gegeben. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem genannten
Phänomen: Es wird der Frage nachgegangen ob und unter welchen BedingungenHumanitäre Interventionen legitimierbar sind. Dann wird das theoretische Grundgerüst auf den Kosovokrieg von 1999 angewandt. Einiges lässt sich klar beantworten, manches bleibt vage. Grundsätzlich ergibt sich: Humanitäre Interventionen können gerechtfertigt sein, die im Kosovo war es nicht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Humanitäre Interventionen in der Theorie
- Zur Semantik
- Sind Humanitäre Interventionen moralisch legitimierbar?
- Humanitäre Kriegsinterventionen sind unrecht
- Die Gegenposition: Humanitäre Interventionen lassen sich moralisch rechtfertigen
- Zwischenfazit
- Moralische Beschränkungen
- Der Kosovo-Krieg - ein gerechter Krieg?
- Über die Dimension der Menschenrechtsverletzungen
- Letzte Ausfahrt Krieg?
- Ziel verfehlt!
- Über die Gefährdung Dritter
- Über die Schädigung der Interventionsverursacher und der Intervenierenden
- ,No UN'
- Zusammenfassung und Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage der Legitimierbarkeit von Humanitären Interventionen. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen solche Interventionen gerechtfertigt sein können und analysiert den Kosovokrieg von 1999 anhand der entwickelten Kriterien.
- Die Definition und Semantik von Humanitären Interventionen
- Die moralische Legitimierbarkeit von Humanitären Interventionen
- Die Anwendung von Humanitären Interventionen im Kosovokrieg
- Die Folgen der Intervention für die beteiligten Parteien
- Die Rolle der Vereinten Nationen im Kosovokrieg
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert den Kosovokrieg als Ausgangspunkt der Analyse und stellt die zentrale Fragestellung nach der Legitimierbarkeit von Humanitären Interventionen vor. Kapitel 2 untersucht die Theorie der Humanitären Interventionen, definiert den Begriff und diskutiert die moralischen Argumente für und gegen deren Rechtfertigung. Kapitel 3 wendet die entwickelten Kriterien auf den Kosovokrieg an und analysiert dessen Legitimität, die Folgen für die beteiligten Parteien und die Rolle der Vereinten Nationen.
Schlüsselwörter
Humanitäre Intervention, Kosovokrieg, Rechtfertigung, Moral, Menschenrechte, Kriegsethik, Völkerrecht, Vereinte Nationen, Kriegsverbrechen, Opfer, Kriegführung, Friedenssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist eine humanitäre Intervention moralisch legitimierbar?
Eine Intervention kann gerechtfertigt sein, wenn massive Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorliegen, die sich nur auf militärischem Wege beenden lassen.
War der Kosovokrieg von 1999 ein „gerechter Krieg“?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass humanitäre Interventionen zwar grundsätzlich möglich sind, die im Kosovo jedoch aufgrund verfehlter Ziele und mangelnder UN-Legitimation nicht gerechtfertigt war.
Welche Rolle spielten die Vereinten Nationen im Kosovokrieg?
Die Intervention fand ohne ein explizites Mandat des UN-Sicherheitsrates statt („No UN“), was völkerrechtliche und ethische Fragen zur Legitimität aufwirft.
Was sind die moralischen Beschränkungen humanitärer Kriegsführung?
Dazu zählen die Verhältnismäßigkeit, die Vermeidung der Gefährdung Dritter und die Frage, ob militärische Gewalt tatsächlich als „letztes Mittel“ (Ultima Ratio) eingesetzt wurde.
Was ist das Fazit zur Wirksamkeit der Kosovo-Intervention?
Die Arbeit argumentiert, dass die Intervention ihr Ziel teilweise verfehlte und erhebliche Schäden sowohl bei den Verursachern als auch bei den Intervenierenden hinterließ.
- Arbeit zitieren
- Simon Kehrer (Autor:in), 2006, Humanitäre Interventionen - Fluch oder Segen? Eine kritisch-ethische Analyse des Kosovokrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70711