Die Arbeit wurde als schriftlicher Teil der wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzausbildung für Juristen in Bayreuth angefertigt. Es handelt sich um eine wettbewerbspolitische Analyse der Frage, ob § 19 GWB geeignet ist, die Mißbrauchspotentiale, die aus im Internet auftretenden Transparenzeffekten entstehen, wirksam zu bekämpfen. Besonderes Augenmerk wird auf B2B-Plattformen im Internet gerichtet. Ferner wird auf Wettbewerbsleitbilder ( Systemtheorie , Wöhlfahrtsökonomie ) eingegangen.
Gliederung
1. Problemstellung und Vorgehensweise
2. Wettbewerbspolitische Grundsposition und der Grundgedanke des GWB
a. Wettbewerbsleitbild
b. Bedeutung der Markttransparenz in der Systemtheorie
c. Zweck und Konzept des § 19 GWB
3. Markttransparenz und Internet
a. Internetmarktplätze als besondere Formen der
Markttransparenzförderung im Internet
b. Überblick über verschiedene Arten von Marktplätzen
aa. Neutrale Marktplätze
bb. Horizontale Marktplätze
cc. Vertikale Marktplätze
c. Vorteile von B2B-Marktplätzen
d. Markttransparenz der B2B-Marktplätze
e. Missbrauchspotentiale und Gefahren für den Wettbewerb
als Folge zunehmender Markttransparenz
aa. Elektronische Märkte als identifizierende Marktinformationssysteme
bb. Abgestimmtes Verhalten
cc. Netzeffekte
dd. Exklusivität
ee. Missbrauch durch Doppelfunktion als
Marktplatzteilnehmer & -betreiber
(1) Missbrauchspotentiale von Zulieferern
(2) Missbrauchpotentiale von Herstellern
4. Wettbewerbspolitische Auswirkungen
a. Wirkung identifizierender Marktinformationssysteme auf den Wettbewerb
b. Anwendung des § 19 GWB im E- Commerce
aa. Marktabgrenzung
(1) Produktmarkt
(2) Markt für die Transaktionsleistungen
(3) Markt für die Marktplatzinfrastruktur
bb. Bestimmung des Monopolgrades
cc. Missbräuche nach § 19 IV Nr. 1-3 GWB
dd. Regelung des § 19 IV Nr. 4 GWB
c. Sind Internetmarktplätze ein Mittel um Marktmacht zu schaffen?
d. Wettbewerbspolitischer Handlungsbedarf
5. Fazit
Gliederung
1. Problemstellung und Vorgehensweise
2. Wettbewerbspolitische Grundsposition und der Grundgedanke des GWB
a. Wettbewerbsleitbild
b. Bedeutung der Markttransparenz in der Systemtheorie
c. Zweck und Konzept des § 19 GWB
3. Markttransparenz und Internet
a. Internetmarktplätze als besondere Formen der Markttransparenzförderung im Internet
b. Überblick über verschiedene Arten von Marktplätzen
aa. Neutrale Marktplätze
bb. Horizontale Marktplätze
cc. Vertikale Marktplätze
c. Vorteile von B2B-Marktplätzen
d. Markttransparenz der B2B-Marktplätze
e. Missbrauchspotentiale und Gefahren für den Wettbewerb als Folge zunehmender Markttransparenz
aa. Elektronische Märkte als identifizierende Marktinformationssysteme
bb. Abgestimmtes Verhalten
cc. Netzeffekte
dd. Exklusivität
ee. Missbrauch durch Doppelfunktion als Marktplatzteilnehmer & -betreiber
(1) Missbrauchspotentiale von Zulieferern
(2) Missbrauchpotentiale von Herstellern
4. Wettbewerbspolitische Auswirkungen
a. Wirkung identifizierender Marktinformationssysteme auf den Wettbewerb
b. Anwendung des § 19 GWB im E- Commerce
aa. Marktabgrenzung
(1) Produktmarkt
(2) Markt für die Transaktionsleistungen
(3) Markt für die Marktplatzinfrastruktur
bb. Bestimmung des Monopolgrades
cc. Missbräuche nach § 19 IV Nr. 1-3 GWB
dd. Regelung des § 19 IV Nr. 4 GWB
c. Sind Internetmarktplätze ein Mittel um Marktmacht zu schaffen?
d. Wettbewerbspolitischer Handlungsbedarf
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die bestehenden Regelungen des § 19 GWB ausreichen, um die durch die erhöhte Markttransparenz elektronischer Marktplätze entstehenden Missbrauchspotentiale wirksam zu begrenzen. Dabei wird analysiert, wie sich Internetmarktplätze auf den Wettbewerb auswirken und ob der Gesetzgeber durch kartellrechtliche Anpassungen eingreifen muss.
- Analyse des systemtheoretischen Wettbewerbsleitbildes und der Rolle von Markttransparenz.
- Untersuchung verschiedener Arten von B2B-Marktplätzen und deren spezifischer Wettbewerbsgefahren.
- Erörterung von Missbrauchspotentialen wie abgestimmtem Verhalten, Netzeffekten und Doppelfunktionen.
- Bewertung der Anwendbarkeit des § 19 GWB, insbesondere der essential-facilities-doktrin (§ 19 IV Nr. 4 GWB), auf elektronische Märkte.
- Beurteilung des wettbewerbspolitischen Handlungsbedarfs im Kartellrecht.
Auszug aus dem Buch
e. Missbrauchspotentiale und Gefahren für den Wettbewerb als Folge zunehmender Markttransparenz
Die mit der Entwicklung elektronischer Marktplätze einhergehende Steigerung der Markttransparenz birgt diverse Gefahren für den Wettbewerb in sich.
Sowohl für die Nachfrager- wie für die Anbieterseite erhöht sich bei B2B-Märkten die Markttransparenz gegenüber traditionellen Verfahren des Wettbewerbs sehr erheblich. Im Idealfall sollte es dazu kommen, dass für jede konkrete Transaktion sich der Anbieter mit dem für diese Transaktion günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis durchsetzt. Die Nachfrager könnten die Reaktionen der Anbieterseite beobachten, vergleichen und dann die Anbieter gezielter gegeneinander ausspielen. Dies hätte dann eine gewünschte Erhöhung der Wettbewerbsintensität zufolge. Positive Wirkungen für den Wettbewerb ergeben sich durch die gesteigerte Markttransparenz insoweit, als ein bewusstes Parallelverhalten der wichtigen Marktteilnehmer aufgrund ihrer gestiegenen Anzahl erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht wird. Daher kann die gestiegene Anzahl der Marktteilnehmer im Internet vor allem in polypolistischen Märkten zu einer Intensivierung des Wettbewerbs führen.
Problematisch ist allerdings, dass sich nicht nur die Nachfrager, sondern auch die Anbieter die zunehmende Informationsvielfalt zunutze machen können und so einer Zunahme der Wettbewerbsintensität vorbeugen, bzw. diese nachträglich wieder einschränken können. Diese Gefahr besteht insbesondere auf oligopolistisch geprägten Märkten und kann auf vielfältige Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Vorgehensweise: Einleitung in die Problematik, wie die zunehmende Markttransparenz durch Internetmarktplätze den Wettbewerb beeinflusst und ob § 19 GWB ausreichenden Schutz bietet.
2. Wettbewerbspolitische Grundsposition und der Grundgedanke des GWB: Darstellung des systemtheoretischen Wettbewerbsleitbildes nach Hoppmann sowie Erläuterung der Bedeutung von Markttransparenz und des Zwecks des § 19 GWB.
3. Markttransparenz und Internet: Kategorisierung verschiedener Marktplatztypen und detaillierte Analyse der Wettbewerbsgefahren durch elektronische Informationssysteme, Netzeffekte und Missbrauchspotentiale.
4. Wettbewerbspolitische Auswirkungen: Diskussion der Auswirkungen identifizierender Marktinformationssysteme, Anwendung des § 19 GWB auf den E-Commerce und Bewertung des Handlungsbedarfs im Kartellrecht.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass § 19 GWB grundsätzlich geeignet ist, Wettbewerbsgefährdungen im Internet zu begegnen, und keine Novellierung des Kartellrechts erforderlich ist.
Schlüsselwörter
Wettbewerbspolitik, GWB, Markttransparenz, B2B-Marktplätze, § 19 GWB, Missbrauchspotential, essential facilities, Netzeffekte, Kartellrecht, Online-Handel, E-Commerce, Wettbewerbsbeschränkung, Unternehmenswachstum, Systemtheorie, Preisabsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob das deutsche Kartellrecht, konkret der § 19 GWB, geeignet ist, um wettbewerbswidrige Verhaltensweisen und Missbrauchspotentiale zu kontrollieren, die durch die erhöhte Markttransparenz auf elektronischen B2B-Marktplätzen entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die systemtheoretische Betrachtung von Wettbewerb, die Kategorisierung von Internetmarktplätzen (neutral, horizontal, vertikal) und die wettbewerbsrechtliche Bewertung spezifischer Risiken wie Nachfragebündelung oder Zugangsverweigerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob durch die spezifischen Mechanismen des Internets neuer Regelungsbedarf im Kartellrecht besteht, oder ob das bestehende Instrumentarium des § 19 GWB ausreicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt eine wettbewerbspolitische Analyse basierend auf dem systemtheoretischen Ansatz (nach Hoppmann) und juristischer Auslegung der Normen des GWB unter Berücksichtigung ökonomischer Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Markttransparenz, der Einordnung von Internetmarktplätzen, der Analyse spezifischer Missbrauchsmöglichkeiten sowie der Anwendung der Marktabgrenzung und des § 19 GWB im E-Commerce.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Wettbewerbspolitik, Markttransparenz, B2B-Marktplätze, § 19 GWB, Missbrauchspotential, Netzeffekte und essential facilities.
Warum ist bei vertikalen Marktplätzen die Gefahr für den Wettbewerb höher einzuschätzen?
Vertikale Marktplätze binden die Teilnehmer durch eine tiefe Integration (z.B. Supply Chain Management) stark an die Plattform. Ein Wechsel zu anderen Anbietern ist mit hohem Aufwand verbunden, was bei marktbeherrschender Stellung schnell zu unzulässigen Beschränkungen führen kann.
Warum empfiehlt die Autorin, bei § 19 IV Nr. 4 GWB Zurückhaltung zu üben?
Die Autorin warnt, dass eine künstliche Eingriffspraxis zur Strukturänderung die unternehmerischen Anreize für Innovationen lähmen und dem Wettbewerb langfristig mehr schaden als nützen könnte, da sie eine Anmaßung von Wissen darstellt.
- Quote paper
- Christian Block (Author), 2004, Ist der § 19 GWB geeignet, aus Markttransparenzeffekten des Internet erwachsende Missbrauchspoteniale zu bekämpfen? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69816