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Wilhelm von Humboldt - Wie ist der Zusammenhang von Sprache, Denken und Wirklichkeit?

Title: Wilhelm von Humboldt - Wie ist der Zusammenhang von Sprache, Denken und Wirklichkeit?

Term Paper , 2000 , 14 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anja Elstner (Author)

German Studies - Linguistics
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Wilhelm von Humboldt – Wie ist der Zusammenhang von Sprache, Denken und Wirklichkeit?

Was für Wilhelm von Humboldt Sprache war, das läßt sich nicht in wenigen Sätzen erklären, und es läßt sich auch nicht in eine Definition pressen. Seine Auffassungen von Sprache, seine Ansichten über alles, was damit zusammenhängt, sind so komplex, das es ein ganzes Buch brauchte, um sie darzulegen.

In unserer Zeit tun wir uns oft schwer, uns mit Dingen näher zu beschäftigen, die nicht sofort greifbar und klar werden. Wilhelm von Humboldts sprachphilosophische Schriften sind solch ein Ding. Doch wenn es gelingt, unsere Vorstellungen davon, was heutige Wissenschaft sein soll, einmal beiseite zu legen und möglichst vorurteilsfrei einen Text von Wilhelm von Humboldt zu lesen, dann tritt man in eine Welt ein, die fasziniert durch ihre Vielfalt, ihren Reichtum an Ideen, durch ihre Komplexität und nicht zuletzt durch ihre Logik. Nur schwer kann man sich dem Banne eines Wilhelm von Humboldt entziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wilhelm von Humboldt und seine Zeit

2. Grundzüge der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts

2.1 Das Wechselwirkungsprinzip der Sprache

2.2 Sprache erschafft Wirklichkeit

2.3 Sprache als Energeia

3. Schlußbemerkungen

4. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sprachphilosophische Denken Wilhelm von Humboldts mit dem zentralen Fokus auf der Wechselbeziehung zwischen Sprache, Denken und der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwiefern Sprache als organisches und tätiges Prinzip nicht nur Denken widerspiegelt, sondern aktiv Weltbilder konstruiert.

  • Das humanistische Bildungsideal und der historische Kontext Wilhelm von Humboldts.
  • Die Theorie der Sprache als organisches System und Ausdruck des menschlichen Geistes.
  • Das Prinzip der Wechselwirkung zwischen Sprache und Denken.
  • Die Konzeption von Sprache als „Energeia“ im Gegensatz zu einem starren Werk („Ergon“).
  • Die Bedeutung der sprachlichen Vielfalt für die Konstitution unterschiedlicher Weltansichten.

Auszug aus dem Buch

2.3 Sprache als Energeia

„Die Sprache, in ihrem wirklichen Wesen aufgefaßt, ist etwas beständig und in jedem Augenblicke Vorübergehendes. [...] Sie selbst ist kein Werk (Ergon), sondern eine Tätigkeit (Energeia). Ihre wahre Definition kann daher nur eine genetische sein. Sie ist nämlich die sich ewig wiederholende Arbeit des Geistes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedanken fähig zu machen.“

Sprache ist eine Tätigkeit, kein Werk, nichts Festgeschriebenes, Festgesetztes, Unwandelbares, sondern etwas Lebendiges, etwas, was getan wird, etwas, was sich entwickelt und sich verändert. „Die Sprache ist nicht nur eine die Subjekt-Objekt-Beziehung konstituierende poíesis, sondern auch und vor allem eine sich zwischen Subjekt und Subjekt verwirklichende prâxis.“ Und „[d]ie gemeinsame Rede ist nie mit dem Übergeben eines Stoffes vergleichbar.“ Sondern „[d]er wahre Vorzug einer Sprache ist nur der, sich aus einem Prinzip und in einer Freiheit zu entwickeln, sie es ihr möglich machen, alle intellektuelle Vermögen des Menschen in reger Tätigkeit zu erhalten, ihnen zum genügenden Organ zu dienen und durch die sinnliche Fülle und geistige Gesetzmäßigkeit, welche sie bewahrt, ewig anregend auf sie einzuwirken.“ Was auch besagt, daß Sprachwandel der Sprache inhärent ist und gleichzeitig gebunden ist an den menschlichen Geist und das Handeln der Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wilhelm von Humboldt und seine Zeit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Biografie Humboldts, seinen Einfluss als Denker des Humanismus und die zeitgenössische Bedeutung seiner Studien für die Sprachwissenschaft.

2. Grundzüge der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts: Hier werden die Kernthesen Humboldts zur Sprachursprungsfrage und die Betrachtung der Sprache als anthropologisches Phänomen dargelegt.

2.1 Das Wechselwirkungsprinzip der Sprache: Dieser Abschnitt erläutert, wie durch das Sprechen eine wechselseitige Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern und dem menschlichen Denken entsteht.

2.2 Sprache erschafft Wirklichkeit: Es wird analysiert, wie unterschiedliche Sprachen zu variierenden Vorstellungen und somit verschiedenen Weltansichten führen.

2.3 Sprache als Energeia: Dieses Kapitel definiert Sprache als dynamischen Prozess („Energeia“) und lehnt die Auffassung ab, sie sei lediglich ein statisches Produkt oder Werkzeug.

3. Schlußbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die anhaltende Aktualität Humboldts und die Bedeutung seines Nachlasses für die moderne Linguistik.

4. Literaturliste: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Humboldt, Sprachphilosophie, Energeia, Ergon, Weltansicht, Sprache, Denken, Anthropologie, Humanismus, Wechselwirkung, Sprachwissenschaft, Organismus, Individualität, Weltorientierung, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den sprachphilosophischen Grundannahmen Wilhelm von Humboldts und untersucht, wie Sprache, Denken und die wahrgenommene Wirklichkeit miteinander verknüpft sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der anthropologischen Verankerung der Sprache, der Unterscheidung von Sprache als Prozess (Energeia) und Produkt (Ergon) sowie der Theorie der sprachlichen Weltansichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprache für Humboldt nicht bloß ein Kommunikationsmittel, sondern eine aktive Kraft ist, die den Menschen in seinem Denken und Weltverständnis leitet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung und Interpretation von Humboldts sprachphilosophischen Schriften und einschlägiger Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wechselwirkungsprinzips, der schöpferischen Rolle der Sprache bei der Wirklichkeitskonstruktion und der Definition von Sprache als Tätigkeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Energeia, Weltansicht, Wechselwirkung, Sprachphilosophie und der humanistische Bildungsbegriff.

Warum betont der Autor, dass Sprache ein Organismus ist?

Humboldt versteht Sprache als Organismus, da sie nicht von außen konstruiert wurde, sondern dem menschlichen Wesen immanent ist und sich in einem lebendigen, fortlaufenden Prozess entwickelt.

Wie unterscheidet sich Humboldts Sprachauffassung von anderen Modellen?

Im Gegensatz zu Modellen, die Sprache nur als „Zeichensystem“ zur Abbildung der Welt sehen, betont Humboldt, dass die Sprache aktiv an der Bildung der Vorstellungen beteiligt ist und somit die Wahrnehmung erst formt.

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Details

Title
Wilhelm von Humboldt - Wie ist der Zusammenhang von Sprache, Denken und Wirklichkeit?
College
Technical University of Chemnitz  (Philosophische Fakultät)
Course
Proseminar: Geschichte der Sprachwissenschaft
Grade
2,3
Author
Anja Elstner (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V69178
ISBN (eBook)
9783638612951
ISBN (Book)
9783640868704
Language
German
Tags
Wilhelm Humboldt Zusammenhang Sprache Denken Wirklichkeit Proseminar Geschichte Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Elstner (Author), 2000, Wilhelm von Humboldt - Wie ist der Zusammenhang von Sprache, Denken und Wirklichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69178
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