In seinem aus dem Jahre 1939 stammenden Aufsatz über den aristotelischen Physisbegriff formuliert Martin Heidegger sein Verständnis vom Sein als physis. Er bezieht sich hierbei explizit auf die vorsokratischen Philosophen und somit das "vorsokratisch gedachte Sein"1 als physis, die er mittels seiner bekannten etymologischen Methode mit "Aufgehen", "Hervorkommen ins Offene" übersetzt.
In der vorliegenden Arbeit wird nach einer eingehenden Klärung sowohl der Herkunft als auch der ursprünglichen Bedeutung des Wortes [Sonderschrift] dieses anschließend zu Heideggers Idee vom "Sein-zum-Tode" in Beziehung gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- qúσiç: Genese eines Begriffes
- Pflanzliche Besonderheiten
- Das Wachstumsmoment in der Verbalwurzel qv-
- Sein als púσs
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Physisbegriff in der Philosophie Martin Heideggers. Sie analysiert die Etymologie des Begriffs "physis" und setzt ihn in Beziehung zu Heideggers Idee vom "Sein-zum-Tode".
- Die Bedeutung der Wurzel qv- und die Besonderheiten des pflanzlichen Wachstums
- Die Rolle von qúɛiv und púɛσðαɩ in der Beschreibung des pflanzlichen Hervorbringens und Wachsens
- Die Verbindung zwischen dem Physisbegriff und Heideggers Konzept des "Sein-zum-Tode"
- Die Bedeutung des "Aufgehens" und "Hervorkommens ins Offene" im Zusammenhang mit der physis
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt den Fokus der Seminararbeit auf den aristotelischen Physisbegriff in der Philosophie Martin Heideggers dar. Sie erläutert Heideggers etymologische Methode und sein Verständnis vom Sein als physis, sowie die Verbindung zum "vorsokratisch gedachte Sein".
qúσiç: Genese eines Begriffes
Dieses Kapitel untersucht die Etymologie des Wortes "physis" und analysiert die Bedeutung der Verbalwurzel qv-. Es werden die aktiven und medialen Formen des Verbs "qúɛiv" und "púɛσðαɩ" in Bezug auf pflanzliche Entwicklungsprozesse beleuchtet.
Pflanzliche Besonderheiten
Dieser Abschnitt geht auf die Besonderheiten der Pflanze als Ausgangspunkt für den Physisbegriff ein. Er betrachtet die Ortsgebundenheit, die Selbstbewegung durch Wachstum und die endliche Natur des pflanzlichen Wachstums.
Das Wachstumsmoment in der Verbalwurzel Qu-
Dieses Kapitel setzt sich mit dem Wesen des pflanzlichen Wachsens und den Bedeutungen der Wurzel qv- auseinander. Es wird hervorgehoben, dass der Begriff "wachsen" in der griechischen Sprache nicht die Komponente des "Zunehmens" impliziert.
Schlüsselwörter
Die Seminararbeit fokussiert auf die folgenden Themen: Physis, Martin Heidegger, Etymologie, qv-, púσiç, pflanzliches Wachstum, "Sein-zum-Tode", vorsokratische Philosophie, "Aufgehen", "Hervorkommen ins Offene".
Häufig gestellte Fragen zum Physisbegriff bei Heidegger
Wie übersetzt Martin Heidegger den Begriff "physis"?
Heidegger übersetzt physis etymologisch als "Aufgehen" oder "Hervorkommen ins Offene" und bezieht sich dabei auf das vorsokratische Seinsverständnis.
Welche Bedeutung hat die Verbalwurzel "phu-"?
Die Wurzel steht für das Wachstumsmoment, insbesondere im Sinne des pflanzlichen Hervorbringens und Wachsens, ohne dabei nur eine bloße Zunahme zu meinen.
Wie hängen Physis und "Sein-zum-Tode" zusammen?
Die Arbeit setzt das "Hervorkommen" der Physis in Beziehung zur Endlichkeit des Daseins und Heideggers Konzept der menschlichen Existenz als Sein-zum-Tode.
Warum nutzt Heidegger Pflanzen als Beispiel für Physis?
Pflanzen verkörpern durch ihre Ortsgebundenheit und Selbstbewegung im Wachstum die ursprüngliche Natur des Aufgehens und Vergehens besonders deutlich.
Auf welchen Aufsatz Heideggers bezieht sich die Analyse?
Die Untersuchung basiert primär auf Heideggers Text von 1939 über "Vom Wesen und Begriff der physis. Aristoteles, Physik B, 1".
- Quote paper
- Mag. Petra Vera Rüppel (Author), 2001, Zum Physisbegriff in der Philosophie Martin Heideggers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68767