Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Briefwechsel zwischen Landgraf Philipp von Hessen (1504 - 1567) und Martin Luther (1483 - 1546). Sie stützt sich größtenteils auf die abgedruckten Briefe in D. Martin Luthers Werken der Weimarer Kritischen Gesamtausgabe. Im folgenden wird dieses Werk in den Fußnoten durch WA und die Bände des Briefwechsels durch Brw. abgekürzt. Die folgenden vier Kapitel stellen eine Auswahl des gesamten Briefwechsels dar. Das Marburger Religionsgespräch 1529, die Einladung Luthers vom Landgrafen zum Gespräch, Luthers Bedenken im Hinblick auf dieses und die Ergebnisse in Marburg sind Inhalt des ersten Kapitels. Das zweite Kapitel befaßt sich mit einer Anfrage des Landgrafen an Luther und andere Wittenberger Theologen, wie der Landgraf mit einigen außer Landes verwiesenen Wiedertäufern, die unerlaubt in sein Fürstentum zurückgekehrt waren, verfahren soll. Weiterhin werden in diesem Kapitel die Forderungen der Wittenberger Theologen in ihrem Gutachten dargestellt. Den größten Anteil des Briefwechsels zwischen Philipp und Luther hat das Thema der Zweitehe des Landgrafen, womit sich das dritte Kapitel auseinandersetzt. Luthers Beichtrat, der in einer Bejahung der Zweitehe besteht, das Drängen des Landgrafen um Bekanntgabe dieses Rats und die immer wieder wiederholte Ablehnung einer Veröffentlichung in den Briefen Luthers spielen hier eine Rolle. Im vierten und letzten Kapitel geht es um den angeblichen Tod Luthers, der durch einen Zeitungsartikel in Italien durch die Kurie in Rom fälschlicherweise öffentlich gemacht wurde. Das Kapitel zeigt des Landgrafen und Luthers Reaktion in bezug auf diesen Zeitungsartikel. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Marburger Religionsgespräch
- 2. Die Wiedertäufer
- 3. Zweitehe und Beichtrat
- 4. Angeblicher Tod Luthers, veröffentlicht in einer italienischen Zeitung
- Zusammenfassung
- Qellenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert den Briefwechsel zwischen Landgraf Philipp von Hessen und Martin Luther. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer Auswahl von Briefen, die zentrale Ereignisse und Themen der Reformation in Hessen beleuchten.
- Das Marburger Religionsgespräch und die Bemühungen um eine Einigung zwischen den reformierten Strömungen
- Die Auseinandersetzung mit den Wiedertäufern und deren Einfluss auf die hessische Gesellschaft
- Die kontroverse Frage der Zweitehe des Landgrafen und Luthers Rolle als Beichtrat
- Die Reaktion auf die Falschmeldung über Luthers Tod und die Bedeutung der Kommunikation in der reformatorischen Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt das Marburger Religionsgespräch von 1529, das von Landgraf Philipp initiiert wurde, um die verschiedenen reformierten Strömungen zusammenzubringen. Luthers Skepsis gegenüber einer Einigung in der Abendmahlsfrage wird ebenso beleuchtet wie Philipps Bemühungen um ein Bündnis der Reformatoren.
Kapitel zwei thematisiert die Wiedertäufer, die unerlaubt nach Hessen zurückgekehrt sind. Die Anfrage des Landgrafen an Luther und andere Wittenberger Theologen, wie er mit den Wiedertäufern verfahren soll, und die darauf folgende Gutachten der Wittenberger Theologen bilden den Mittelpunkt dieses Kapitels.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Zweitehe des Landgrafen und Luthers Beichtrat in dieser Frage. Luthers Zusage der Zweitehe, das Drängen des Landgrafen auf eine Bekanntgabe des Beichtrats und Luthers wiederholte Ablehnung einer Veröffentlichung sind Gegenstand dieses Kapitels.
Das vierte Kapitel befasst sich mit der Falschmeldung über Luthers Tod, die durch einen Zeitungsartikel in Italien verbreitet wurde. Die Reaktionen des Landgrafen und Luthers auf diese Nachricht werden hier beleuchtet.
Schlüsselwörter
Landgraf Philipp von Hessen, Martin Luther, Reformation, Marburger Religionsgespräch, Wiedertäufer, Zweitehe, Beichtrat, Briefwechsel, Kommunikation, Protestantismus, Theologie, Geschichte, Hessen
Häufig gestellte Fragen
Was war das Thema des Marburger Religionsgesprächs 1529?
Es war ein von Landgraf Philipp initiiertes Treffen zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli, um eine Einigung in der Abendmahlsfrage zu erzielen und ein Bündnis der Reformatoren zu schmieden.
Warum war die Zweitehe von Philipp von Hessen so kontrovers?
Da die Scheidung rechtlich schwierig war, ging Philipp eine Bigamie ein. Luther gab ihm hierzu einen geheimen "Beichtrat", lehnte aber eine öffentliche Rechtfertigung dieser Tat strikt ab.
Wie verfuhr der Landgraf mit den Wiedertäufern?
Philipp suchte Rat bei Luther und Wittenberger Theologen bezüglich des Umgangs mit zurückgekehrten Wiedertäufern. Die Theologen gaben Gutachten ab, die oft strengere Maßnahmen forderten als der Landgraf selbst.
Welche Rolle spielte der Briefwechsel für die Reformation?
Der Briefwechsel zeigt die enge, aber auch spannungsreiche Verbindung zwischen der politischen Macht (Landgraf) und der theologischen Autorität (Luther) während der Umbruchphase des 16. Jahrhunderts.
Gab es Falschmeldungen über Luthers Tod?
Ja, eine italienische Zeitung verbreitete fälschlicherweise die Nachricht von Luthers Tod. Der Briefwechsel dokumentiert die Reaktionen Philipps und Luthers auf dieses Gerücht.
- Arbeit zitieren
- MA Angela Exel (Autor:in), 1997, Landgraf Philipp von Hessen und Martin Luther - Briefwechsel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67368